"Kurier"-Chefs: "Jeder Journalist hat Fakten der Betriebswirtschaft zu akzeptieren"

Chat
23. Oktober 2012, 10:22

"Kurier"-Geschäftsführer Kralinger und Chefredakteur Brandstätter waren zu Gast im Chat

"Es geht keineswegs darum, Jobs zu streichen, das macht niemand gern", sagt "Kurier"-Geschäftsführer Thomas Kralinger im Chat, "wie alle Medienunternehmen müssen wir aber auf die Entwicklung der Medienlandschaft reagieren. Unsere Einsparungsziele sind kostenseitig determiniert." Kralinger zu den Diskussionen rund um die Verhandlungen eines neuen Kollektivvertrags: "Natürlich sind auch Onlinejournalisten Journalisten." Aber der Tageszeitungs-KV sei "auf die Arbeitsweise der Onlinejournalisten so nicht anwendbar, und als Anachronismus seien hier nur verschiedenste Zulagen erwähnt, die Printjournalisten erhalten, aber Voraussetzung für die Tätigkeit der Onlinejournalisten sind."

Helmut Brandstätter über Unabhängigkeit: "Eine Tageszeitung kann nur dann unabhängig sein, wenn sie wirtschaftlich erfolgreich ist. Ich gehe weder zu Politikern noch zur Wirtschaft 'buckeln', um Inserate zu bekommen, sondern möchte mit den besten Mitarbeitern die bestmögliche Zeitung machen. Noch etwas: Jeder Journalist, auch der Chefredakteur, hat Fakten der Betriebswirtschaft zu akzeptieren. Ein Unternehmen, wo die Kosten steigen, die Erlöse aber fallen, kann auf Dauer nicht oder jedenfalls nicht unabhängig existieren." (red, derStandard.at, 23.10.2012)
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