Herausforderung Lehrabschluss

Viele Lehrlinge schaffen den Lehrabschluss nicht - Arbeitgeber und Arbeitnehmer schieben sich die Verantwortung gegenseitig zu

Fast jeder fünfte Lehrling in Österreich fällt bei der Abschlussprüfung durch, rund zehn Prozent treten gar nicht an und ein Fünftel macht nach drei Lehrjahren gar keinen Abschluss. Das geht aus einer Statistik der Wirtschaftskammer hervor, die im Juli dieses Jahr für Schlagzeilen sorgte.

Maler, Glaser und Elektrotechniker belegen laut der Statistik die ersten drei Plätze bei den nicht bestandenen Lehrabschlussprüfungen. Die Kfz-Techniker liegen mit einer Durchfallquote von rund 23 Prozent an vierter Stelle, dicht gefolgt von Friseurlehrlingen, bei denen 22,5 Prozent durchfallen. Insgesamt betrug die Durchfallrate im vergangenen Jahr österreichweit 17,5 Prozent.

Wer Schuld an dieser Prüfungsmisere trägt, wird heiß diskutiert. Die Betriebe klagen über schlecht ausgebildete Lehrlinge. Lehrlingsvertreter wiederum kritisieren, dass sich die Unternehmen zu wenig um ihre Auszubildenden kümmern. Das Problem liegt jedoch tiefer und hat viele Gründe.

Desinteresse bei Lehrlingen

Innungsmeisterin Karin Dopplinger, die in der Wiener Friseurinnung auch als Prüfungsvorsitzende fungiert, sieht die mangelnde Prüfungsvorbereitung und das Desinteresse der Lehrlinge als großes Problem: "Wir bieten in der Innung Vorbereitungskurse an, bei denen die Kosten zu 75 Prozent rückerstattet werden. Auch in der Berufsschule halte ich immer wieder kostenlose Kurse dazu ab, aber keiner kommt. Es gibt kein Interesse an der Prüfungsvorbereitung bei den Lehrlingen."

Dabei ist es gerade der praktische Teil der Lehrabschlussprüfung, der Österreichs Lehrlingen Probleme macht. Die Lehrabschlussprüfung besteht aus zwei Prüfungsteilen: der theoretischen Prüfung, bei der berufsspezifisches Fachwissen abgefragt wird, und dem praktischen Teil. Für Lehrlinge, die eine Berufsschule mit einem positiven Jahres- und Abschlusszeugnis abschließen, entfällt der theoretische Teil. Quereinsteiger dagegen, die die Lehre im zweiten Bildungsweg machen, kommen um den theoretischen Teil mit Fachkunde, Fachrechnen und Fachzeichnen nicht herum.

Praktischer Teil wird unterschätzt

Der praktische Teil der Lehrabschlussprüfung dauert in der Regel von der Früh bis zum Nachmittag und besteht bei allen Lehrberufen aus einer Prüfarbeit und einem Fachgespräch. Ausgenommen sind die kaufmännischen Berufe, in denen die Prüflinge Geschäftsfälle bearbeiten müssen.

Für Dopplinger hat die hohe Durchfallquote auch damit zu tun, dass die Lehrlinge den Lern- und Trainingsaufwand für den praktischen Teil unterschätzen: "Es handelt sich nicht nur um eine Bringschuld der Betriebe, sondern auch um eine Holschuld der Lehrlinge. Sie müssen das Praktische und die Fingerfertigkeit auch außerhalb der Lehrzeit trainieren und auch außerhalb der Berufsschule die Fachbücher lesen."

Außerdem vermisst Dopplinger bei vielen Lehrlingen selbstständiges Denken und Handeln: "Die Lehrlinge lassen sich jede Arbeit ansagen und denken nicht mit." Auch in der außerschulischen Erziehung müsse etwas getan werden, also bei den Eltern. Im Jugendalter sei es schon zu spät, um angelernte Verhaltensweisen zu ändern. Viele junge Frauen absolvieren die Friseurlehre laut Dopplinger auch weniger aus Interesse, sondern "weil sie nebenbei etwas machen, um eine Ausbildung zu haben". Die fehlende Begeisterung für den Beruf mache sich dann an den hohen Durchfallquoten bei der Abschlussprüfung bemerkbar.

"Wollen den Beruf nicht machen"

Andreas Denner, Vorstand der Wiener Landesinnung der Maler und Tapezierer, erkennt ähnliche Probleme bei den Malerlehrlingen, die durch Arbeitsmarktmaßnahmen über den zweiten Bildungsweg einsteigen. "Die wollen den Malerberuf gar nicht lernen, werden aber vom AMS dazu gedrängt", sagt Denner. "Aber wenn jemand das nicht gerne macht, ist es kein Wunder, dass er bei der Lehrabschlussprüfung durchfällt."

Auch Georg Ringseis, Bildungsreferent der Wiener Kfz-Technikerinnung, meint, dass viele Lehrlinge die Abschlussprüfung nicht ernst genug nehmen und die hohe Durchfallquote am fehlenden Interesse am Lehrberuf liegt: "Die dreieinhalb Jahre ohne Interesse, die nicht mitgelernt werden, kann man nicht in einem Monat vor der Prüfung aufholen."

Schwächen im Schulsystem

Für Ringseis steht fest, dass es den Lehrlingen nicht nur in der Berufsschule, sondern schon in der Pflichtschule zu einfach gemacht wird. Er bemängelt Schwächen in der Auffassungsgabe und der Arbeitseinstellung bei jungen Lehrlingen: "Auch Sitzenbleiben muss wieder möglich sein. Es fehlt in der Schule der Leistungsdruck, den der junge Mensch in der Wirtschaft braucht. In der Berufsschule ist es dann zu spät, ihnen die Grundrechnungsarten beizubringen."

Als Vorsitzender von Prüfungskommissionen und Ausbildner im eigenen Betrieb habe er oft die Erfahrung gemacht, dass selbst Jugendliche mit deutscher Muttersprache die verschiedenen Arbeitsaufträge sowie einfache Texte und Anweisungen nicht verstehen: "Sie können sich nicht ausdrücken und auch selbst nicht Instruktionen weitergeben. Dabei müssen sie bei der Lehrabschlussprüfung schon das wissen und können, was der fertige Geselle kann." Ringseis fordert daher eine grundlegende Schulreform.

"Nehmen den Beruf nicht ernst"

Zudem wünscht er sich, dass der besondere Kündigungsschutz für Lehrlinge aufgehoben wird. "Wenn die Lehrlinge den Beruf nach einem Jahr nicht mehr ernst nehmen, muss eine Kündigung auch während der Lehrzeit möglich sein", sagt er. Ringseis berichtet von Lehrlingen, die sich nach der Probezeit "um 180 Grad gedreht haben" und als Arbeitskraft "wertlos" geworden seien.

"Die Ausbildungsgarantie ist ja schön und gut, aber die Lehrlinge müssen sich auch ausbilden lassen wollen. Nicht jeder Lehrling ist lehrvertragsfähig, auch wenn es natürlich von Lehrling zu Lehrling unterschiedlich ist und es bemühte Lehrlinge gibt", meint Malerinnungsmeister Denner. Kfz-Techniker Ringseis berichtet von Unternehmern, die trotz hoher Lohnnebenkosten und des erhöhten Zeitaufwands Lehrlinge aufnehmen wollen, "wenn ihnen die Innung gscheite Lehrlinge finden kann".

"Fehlende Ausbildungsverantwortung"

Sind die Lehrlinge also zu faul und zu dumm, um ihre Abschlussprüfung zu schaffen? Christoph Peschek, Lehrlingssprecher der Wiener SPÖ und Jugendvorsitzender der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter, lässt diesen Vorwurf nicht gelten. Ihm sei es wichtiger, eine Qualitätsdiskussion um den Beitrag der Betriebe zu führen, als "mit dem Finger auf die Lehrlinge zu zeigen".

"Da wird Ursache und Wirkung verwechselt, um die fehlende Ausbildungsverantwortung zu kaschieren", kritisiert Peschek. "Ich bekomme oft die Rückmeldung, dass bei der Abschlussprüfung auch Dinge abgefragt werden, die im Betrieb nie gelernt wurden und dass die Lehrlinge in der Praxis kaum bis keinen Kontakt mit den Ausbildnern haben." Die Vorbereitungskurse vor der Prüfung können seiner Ansicht nach keine dreijährige Lehrzeit ersetzen. Auch sei es vielen Lehrlingen aus beruflichen Gründen nicht möglich, an den Vorbereitungskursen teilzunehmen, da sie im Betrieb oft Überstunden machen müssten.

Lehrlinge als billige Arbeitskräfte

Die Arbeitsunwilligkeit bei Lehrlingen hält der Lehrlingssprecher für eine Mär. "Ich kenne Fälle, wo sich Lehrlinge aus Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes jahrelang Dinge gefallen lassen und nur Hilfsarbeiten und berufsfremde Tätigkeiten verrichten. Lehrlinge als billige Arbeitskräfte zu sehen, das ist nicht im Sinne der Lehre", sagt Peschek. Ihm ist es ein Dorn im Auge, wenn wirtschaftliche Interessen der Unternehmen wichtiger eingestuft werden als die Qualität der Ausbildung: "Bei der Lehrausbildung sollte es nicht nur um Profite gehen."

Peschek fordert eine Verkürzung der Probezeit, damit Lehrlinge keine Angst vor vorzeitiger Lehrauflösung haben müssen. Zudem sollte es verpflichtende Ausbildungspläne und pädagogische Unterstützung in den Betrieben geben. Auch eine Ausweitung der Berufsschulzeiten hält Peschek für angebracht: "In Wien sind neun Übungseinheiten auf einen Tag verteilt, das ist pädagogisch nicht sinnvoll. Es sollten zumindest zwei Tage pro Woche in der Berufsschule verbracht werden."

Aufwertung der Lehre

Bei den Betrieben macht sich Peschek mit solchen Forderungen und seiner Kritik an den Ausbildnern naturgemäß keine Freunde. Die Unternehmer klagen, dass der Schwarze Peter allzu schnell an die Betriebe weitergegeben werde. Malermeister Denner hält die negative Berichterstattung für kontraproduktiv: "Es gibt Lehrlinge, die stolz darauf sind, ein Handwerk zu lernen. Die monatelang in der Freizeit für internationale Lehrlingswettbewerbe wie EuroSkills trainieren und dort auch Medaillen einheimsen. Aber darüber wird nicht berichtet."

Über eines sind sich Lehrlingssprecher Peschek und die Innungsmeister aber einig: dass der Lehrberuf aufgewertet werden und die Berufsorientierung in den Pflichtschulen verbessert werden muss. Allzu oft würden Eltern, Lehrer und Schüler den Lehrberuf und die Tätigkeit als Facharbeiter im Vergleich zu berufsbildenden mittleren oder höheren Schulen oder der AHS als letztmögliche und schlechtere Karrierezukunft sehen. (Güler Alkan, derStandard.at, 21.10.2012)

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Ist denn die Lehre überhaupt eine Lehre?

LERNEN & LEHREN kommt von germ. "laisti = die Fährte". Man lernt, indem man Fährten des Lebens verfolgt und eigene Erfahrungen sammelt, und man wird zum LEHRER, wenn einen das Lernen so begeistert, dass andere neugierig werden und einem VON SICH AUS FOLGEN WOLLEN.
Wenn man seine ganze Schulzeit nur UNTERrichtet wurde, möchte man sich endlich AUFrichten.
Wenn die Lehre dann auch immer mehr zum UNTERricht gemacht wird, machen die zwar schon starken aber noch nicht lebensweisen Kräfte womöglich nicht mehr mit.
In der Ich-kann-Schule würde man statt Druck SOG erzeugen: sich etwas einfallen lassen, was ZIEHT.
Man müsste endlich erkennen, dass unter DRUCK nichts wächst. SOG macht wachsen und lenkt die Kräfte.
Freundlich grüßt
Franz Josef Neffe

dass unter DRUCK nichts wächst. SOG macht wachsen und lenkt die Kräfte.

Super!

Übrigens, wunderbarerweise genau gleich der Bernoullischen Gesetze, also jenen die beschreiben, warum Vögel oder Flugzeuge fliegen:
Auf den Sog kommt viel mehr an als auf den Druck.

Das "Rohmaterial" ist ungeeignet

Man muss den (Schnupper)Lehrlingen nur einfache Fragen stellen, ein paar Bsp.:
Wie schwer ist ein volles 25L Fass Wasser?
Fläche eines Dreieckes?
Oder eine einfache Schluss- bzw. Prozentrechnung,
um zu wissen womit man es zu tun hat.

Zusätzlich hat man es oft mit lernresistenten jungen Menschen zu tun. Anweisungen z.B. bezüglich Arbeitssicherheit (Vorsicht Heiß - Handschuhe anziehen) werden nach der 2.ten Brandwunde noch immer nicht befolgt. Da kommt Stimmung auf wenn plötzlich der vorgesetzte Arbeitnehmer derartige Arbeitsunfälle zu verantworten hat.

Was sehen wir denn, wenn wir was sehen?

Aus der Antwort und wie sie gegeben wird, erfahre ich als Ich-kann-Schule-Lehrer immer viel mehr über meine Kollegen und die Familie als über das Kind selbst.
Wenn ein 5jähriges Kind z.B. mit der "Prem-Methode" zu Hause in 2 Stunden lesen gelernt hat und wenn ein anderes Kind das z.B. auch in der 3.Klasse "nicht kann" und mit der Mutter in kurzer Zeit mit der Prem-Methode dann doch kann, was hab ich denn dann über das Kind gewusst in der Zeit, wo alle in ihm den Nichtkönner gesehen haben?
Freundlich grüßt
Franz Josef Neffe

Wie schwer ist ein volles 25L Fass Wasser? Fläche eines Dreieckes?

1) schätze, so 34 kg.
2) Dreieckig, eh klar!

Hamms nix schwereres?

Ja, es wäre verfehlt, die Schuld ausschliesslich in der mitunter recht verfehlten Lehrlingsausbildung zu sehen. Das Elternhaus ist mitentscheidend, aber nicht jeder Elternteil kann/will Phytagoras mitdiskutieren. Fazit: alles Rohmaterial ist wertvoll ab Geburt. Jedoch gesellschaftlich abgenickte Überforderung allerseits.

Die Schuld an einem Verursacher festzumachen ist sicherlich übertrieben.

Und ich kann da meiner ersten Firma ( einer der größten Maschinenbauer Österreichs ) in dieser Hinsicht nur dankbar für die erstklassige Lehrausbilding sein.

Bei der LAP in dem elektro-mechanischen Beruf kamen auch ein paar Lehrlinge von Kleinbetrieben. Das Fachgespräch bei denen war ein kurz und schmerzvoll. Dass man nach 3 1/2 Jahren sowenig weiß, hat mich in der Tat schockiert.

Jedenfalls, schaffte es von unserer großen Firma jeder Vollbimbo die LAP auf Anhieb. ( und der mitlerweilen veraltete Lehrberuf galt seinerzeit als einer der schwersten )

Vielleicht war bei den durchgefallenen Lehrlingen einfach keine einzige Säule vorhanden.

Ich habe vor über 20 Jahren eine Lehre als Industriekauffrau gemacht und, obwohl's mich total genervt hat und ich die Berufsschule als Witz empfand, mit sehr gutem Erfolg abgeschlossen.

Einfach deshalb, weil's von zu Hause die Ansage gab "Entweder gehst in die Schule oder du machst a Lehre!" und abbrechen war einfach keine Option, da hätte ich mir a) ordentlich was anhören und b) irgendeine Hilfsarbeiterhack'n machen können.

Die jungen Menschen, die von den Eltern vielfach sich selbst überlassen sind, sollen plötzlich im Betrieb "erwachsen" sein. Für mich beginnt das Drama zu Hause, wo die Eltern ihre Kinder erziehen sollten. Es ist nicht einzusehen, dass sich Lehrer, Lehrherr oder AMS um die Erziehung dieser Menschen kümmern sollen.

> weil's von zu Hause die Ansage
> gab "Entweder gehst in die Schule
> oder du machst a Lehre!"
Bei allem Respekt vor deinem Abschluss, aber: woher diese "Logik"? Zu faul/dumm für die Schule (wasimmer), oder genug "Eier" (Stronach lässt grüssen) für den Rest? Diese Art von Eltern beängstigen.

Beängstigen? Wieso das denn? Da wurden weder Schläge noch andere Sanktionen angedroht, sondern nur die Möglichkeiten aufgezeigt.

Ich hab das Gym deshalb abgebrochen, weil damals ich keine Lust mehr auf Schule hatte. Und was hat das Abbrechen einer Ausbildung mit cojones zu tun? Das - und soviel wusste ich auch schon mit 15 - ist einfach nur blöd, gar keinen Abschluss zu haben.

kann da nur zustimmen.

Muss aber auch dazu sagen, dass der Jugen einfach die Ziele fehlen.
Aber ich kenne beiden Seiten. Einerseits wollen sich kleine Firmen mit dem Lehrling etwas sparen und die Lehrlinge schufteten, andere seits kannte ich Lehrlinge, da war der Schimmel am Brot intelligenter.

da war der Schimmel am Brot intelligenter.

Ist aber kein Kunststück, denn Pilze sind vernetzte Systeme die ähnlich wie ein "Bien" (Bienenstock) wahrscheinlich superintelligent sind.

Klar, die Ziellosigkeit kommt imho daher, dass die Kinder und Jugendlichen schon vielfach zu Hause vorgelebt bekommen, wie schwer es ist, sich heute im Berufsleben einigermaßen zu etablieren - von Sicherheit red' ma da no gar nicht, sichere Jobs (von Beamten mal abgesehen) gibt es einfach nicht mehr, das ist Fakt. Und warum soll man sich da abstrampeln und abstrudeln und Leistung bringen, wenn man letztlich eh am AMS landet und von den Betreuern dann mit Kursen papierlt wird, die wirklich kein Hund braucht und mit Ausbau oder Erwerb einer Qualifikation rein gar nichts zu tun haben (jaaa, stimmt schon, es gibt auch ein paar brauchbare Kurse).

Ich beneide die jungen Menschen von heute nicht.

Lehre abgebrochen

ich habe seinerzeit die lehre als einzelhandelskaufmann nach zwei monaten abgebrochen weil in der berufsschule

01.) schlechte lehrer waren
02.) man dort viel zu wenig "berufsspezifisches" lernte.

beispiele:
man wird dort noch vor eine schreibmaschine gesetzt und lernt "maschinschreiben".
es gab ein fach namens "politische bildung". witz des tages! ohne scheiss... der lehrstoff beginnt bei null.. soll heissen: was ist demokratie? welche wahlen gibt es? warum? usw.!
es gab ein fach wo man produktplatzierung lehrte... allerdings ---> stand 1960! (textmarker+produktanschrift/blatt papier).

es wurde breites allgemeinwissen vermittelt (auf niedrigem niveau).

das war vor 10 jahren noch so!

Sogar ein Jus Studium beginnt mit Fragen ala was ist eine Demokratie, also bitte...

Politische Bildung an der Berufsschule geht aber kaum weiter als das, bzw. ist sehr ... "praxisbezogen" (Arbeitsrecht, Sozialsystem, etc.)

Einen Berufsschüler würd ich jetzt nicht unbedingt fragen, welche Aufgaben der Nationalratspräsident erfüllt ...

vor 5 jahren genau das selbe..

overhead projektor und 2 std abschreiben bitte..
usw usw.

vorallem die die nicht fachspeziefischen fächer waren ein WITZ!!
politische Bildung :D das ich nicht lache!
oder Mathe -im ersten jahr mehr oder weniger nur die grundrechnungsarten "gelernt"
von englisch ganz zu schweigen.....
ich konnte besser englisch als die "lehrerin"

in vielerlei hinsicht einfach ein witz die berufsschulen bei uns....
(hab meine lehre jedoch beendet)

Ein mir bekannter Deutschlehrer...

...ließ im EDV Unterricht Text vom Desktop mit der Hand abschreiben.

ich hatte zwar nur ein jahr lehre (mit matura) und habe erfolgreich abgeschlossen, aber die berufsschule war ein witz

ich war dazu noch in der leistungsklasse (frag nicht wie das niveau in einer "normalen" klasse ist). der/die lehrerIn verteilten am beginn der stunde eine aufgabe und verliessen die klasse. die besten der klasse haben dann die aufgabe gemacht und die anderen haben abgeschrieben und am ende der stunde tauchte das lehrpersonal wieder auf. politische bildung war ein witz. da wusste ich um ein vielfaches mehr als die lehrerin...
wirklich was gelernt habe ich bei der arbeit in der praxis. am schulende wurden dann mit den lehrern um die noten diskutiert. die berufsschule war ein schlechter witz

Schreibmaschinenschreiben - total überbewertet! Es war ja damals schon abzusehen das man in der Zukunft nicht auf Schreimaschinen schreibt sondern auf Computern.

Das ist ja etwas vollkommen anderes.

Also wenn man bedenkt, welche Antworten teilweise bei Aufnahmetest gegeben werden, wundert es mich nicht, wenn in der Berufsschule "ganz von vorne" angefangen wird.
Beispiel: Wenn auf die Frage "Welche Staatsform hat österreich?" die Antwort: "Gitarrenförmig" kommt, dann darf man sich - wie gesagt - nicht wundern.
Es gibt leider genug, die nicht wissen, dass Österreich eine Republik und Demokratie ist. Traurig aber war.

Wenn auf die Frage "Welche Staatsform hat österreich?" die Antwort: "Gitarrenförmig" kommt, dann darf man sich - wie gesagt - nicht wundern.

Das ist äusserst bedenklich. Hier ist wirklich ein großer Handlungsbedarf gegeben und zwar seitens aller.

Zumal klar ist, dass die österreichische Staatsform kopfbürstenförmig und nicht gitarrenförmig ist.

Dem Psychologen dürfte klar sein was los ist:
Anstatt an einen ordentlichen Haarschnitt denken die Jugendlichen nur an ohrenbetäubende Musik.

Wahre Geschichte: zwei HTL Schüler haben einen PC eingerichtet und dabei die Tastatursprache auf "Chinesisch" gestellt. Warum? Logisch, die Tastatur war ja "Made in China".

Warum? Logisch:

der unbedarfte Lehrer hat sich nimmer rausgesehn und die Klasse hat gelacht.

Staasform... bin undschlüssig. Kleptrokratie oder vielleicht doch Neppotismis?

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