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Selbst ein Weltkonzern ist vor peinlichen Pannen nicht gefeit: Googles neue Geschäftszahlen sind am Donnerstag mehrere Stunden zu früh veröffentlicht worden, noch während des laufenden US-Börsenhandels. Zuerst herrschte Verwirrung, dann drückten die Aktienhändler auf den Verkaufsknopf. Denn massiv gestiegene Kosten - etwa durch den Kauf des Handyherstellers Motorola - ließen den Gewinn schmelzen. Erschwerend hinzu kam, dass Google weniger Geld pro Klick von seinen Werbekunden einnehmen konnte.
Die Aktie sauste zeitweise um über zehn Prozent in die Tiefe, Milliarden an Börsenwert wurden vernichtet. Am Ende gab es ein Minus von gut acht Prozent auf 695 Dollar (529,8 Euro). Zwischenzeitlich wurde der Handel auf Wunsch von Google sogar gestoppt. Offensichtlich lag der Fehler beim Dienstleister R.R. Donnelley, der einen unfertigen Quartalsbericht veröffentlichte.
Ursache sei vermutlich menschliches Versagen gewesen, sagte der Chef der Firma, Tom Quinlan, dem "Wall Street Journal". Google-Chef Larry Page entschuldigte sich dennoch für die Panne. Er bedauere das Durcheinander, sagte Page in einer Telefonkonferenz. Es war sein zweiter Auftritt nach mehrmonatiger Abwesenheit, weil er seine Stimme verloren habe. Page sprach noch leise, langsam und mit einiger Mühe.
Die Panne passierte um kurz nach Mittag Ortszeit. Um 15.20 Uhr New Yorker Zeit (21.20 MESZ) wurde der Handel wieder aufgenommen. Google hatte in der Zwischenzeit die Mitteilung um fehlende Zitate von Page ergänzt. "Wir hatten ein starkes Quartal", erklärte Page. Die Anleger kauften ihm die Botschaft aber nicht ab und ließen das Papier im Minus. In der Telefonkonferenz fokussierte sich Page dann darauf, wie Google den Smartphone-Markt mit dem Betriebssystem Android dominiert auf verschiedensten Geräten erfolgreich sein will. Nachbörslich legte die Aktie immerhin um ein Prozent zu.
Üblich ist, dass die Zwischenbilanz nach dem Ende des regulären Handels an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq um 22.00 Uhr deutscher Zeit mitgeteilt wird, damit jeder Anleger die Zeit hat, sich in das umfangreiche Zahlenwerk zu vertiefen. Nun kamen die Geschäftszahlen aber vier Stunden zu früh heraus.
Demnach stieg der Umsatz im dritten Quartal um 45 Prozent auf 14,1 Mrd. Dollar (10,75 Mrd. Euro). Rund 2,6 Mrd. Dollar kamen dabei alleine aus der Einbeziehung von Motorola. Google hatte das Handy-Urgestein für 12,5 Mrd. Dollar geschluckt, um seinen Vorstoß ins mobile Geschäft abzusichern. Der Gewinn schrumpfte dagegen um 20 Prozent auf 2,2 Mrd. Dollar. Auch hier wirkte sich Motorola aus, vor allem durch hohe Entwicklungskosten für neue Android-Smartphones.
Mit den Zahlen verfehlte Google die Schätzungen der Analysten. Vor allem ein Wert stieß bitter auf: Google bekam im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 15 Prozent weniger Geld von seinen Werbekunden für jeden Klick, den ein Nutzer machte. Werbung ist die wichtigste Einnahmequelle von Google - allen voran die hervorgehobenen Links der Suchmaschine, aber immer mehr auch grafische Werbeanzeigen, die überall im Web auftauchen. Der Rückgang dürfte eine Folge der verstärkten Nutzung von Smartphones und Tablets sein, auf denen die Tarife für Werbung niedriger sind. Insgesamt aber stieg die Zahl der Klicks auf Anzeigen, die Google Geld brachten, um ein Drittel.
Motorola erwies sich einmal mehr als Verlustbringer. Die neue Tochter verlor operativ 527 Mio. Dollar. Bereits als eigenständiges Unternehmen hatte der Handy-Hersteller zuletzt fast durchgängig rote Zahlen geschrieben angesichts der starken Konkurrenz durch Apples iPhone und die Android-Handys von Samsung. Für Google war Motorola aber wegen der zahlreichen Patente des Handy-Pioniers wertvoll. Apple hatte einen regelrechten Patentkrieg vom Zaun gebrochen und wirft zahlreichen Smartphone-Herstellern aus dem Android-Lager vor, Ideen abgekupfert zu haben. (APA, 19.10.12)
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…$ 24 Mrd.
Angeblich hatte die Chicagoer Druckerei, welche auch für Google die PR-Aussendungen produziert, diese "unvollständige" Zusammenstellung - ohne Authorisierung des Onlinegiganten – veröffentlicht.
PR Donnelley veröffentlicht u.a. auch "Penguin Classics", betreut 60.000 Kunden weltweit u.hält Platz 249 bei Fortunes America's Top 500-Firmen mit 58.000 Angestellten
…Wie üblich "ignoriert" eher die Wissenschaftsred. das FS3 -bzw.verursacht einen kurzzeitigen Sendeausfall, bzw. ein Delay i.d.Signalübertragung, wenn es um unangenehme Feststellungen geht.
Die Komponenten im FS3 verfügen jedoch über eine ausgezeichnete Teflonbeschichtung, sodaß jene faulen Eier, die in Richtung des anderen Fern-Sehers geworfen werden, meist in den Gesichtern jener landen, die sie in bäckerschupferischen Manier plan-und geistlos durch die Gegend schleudern.
dieses ständige "hier wurden millliarden vernichtet" ist völliger schwachsinn, und ich kann es nicht mehr hören, dieses denken ist ein teil des problems...
google ist physisch genau so viel wert wie am tag zuvor, oder haben sie über nacht kunden verloren? hat sich ein rechenzentrum in luft aufgelöst?
kurse nehmen ja nur eine eventuelle entwicklung des unternehmens vorweg, wenn dann die zahlen kommen, gibt es eine anpassung, wenn man zu optimistisch war, platzt halt die blase, man sollte da aber nicht immer von (realer) geldvernichtung sprechen, denn die geldvermehrung zuvor war auch rein fiktiv ;-)
die anzahl der unternehmensanteile bleiben immer gleich, und als aktionär realisiert du den gewinn/verlust ja erst beim verkauf der aktie!
ja.
wenn sie die vorhersagen von aktien-analysten mit denen von meteorologen vergleichen gibts einen ganz interessanten effekt. die meteorologen liegen deshalb häufiger "richtig", weil sie sich weniger festlegen. nach dem motto "morgen kanns regnen oder auch nicht".
Expert Judgments: Financial Analysts Versus Weather
Forecasters , 2010.
http://www.tandfonline.com/doi/abs/1... JPFM0303_3
wenn sie sich etwas für mathematik bzw. physik und vorhersagemodelle interessieren, schauen sie sich einmal den lorenz-attraktor an. ist ganz interessant warum vorhersagen wie z.b. wetter teils relativ einfach sind, aber teils auch sehr schwer.
Und die Erwartungen spiegeln sich halt im Aktienpreis wider. Wenn die Erwartungen nicht erfüllt werden, wird der Preis angepasst.
Von Google wurde offenbar mehr erwartet (evtl sind die Zukunftsaussichten auch weniger rosig als erwartet), das ist nicht ganz eingetroffen, jetzt wird der Preis angepasst. Und zwar von Leuten, die für solche Analysen mehr Zeit investieren als der Standard-Foren-Poster. Heißt nicht, dass sie recht haben müssen, aber die werden sich wohl was dabei denken.
und zum aktienkurs: der reflektiert den wert den leute glauben, dass andere leute glauben, dass die aktie haben sollte. Nichts anderes. Und leute glauben halt, dass andere leute glauben, dass der aktienkurs sinken sollte, wenn analysten sich aus dem werten hinterteil eine ueberhoehte prognose gezogen haben und die dann wieder einmal unterboten wurde. Und deswegen sinkt dann der aktienkurs. juhu. Andere leute (eh die analysten) sind gluecklich, denn sie koennen jetzt billig aktien kaufen.
ohne motorola wäre der umsatz immer noch um 18 prozent gestiegen, und der gewinn rückgang kommt ja primär durch motorola, die hatten ja einen operativen verlust...
und das google gerade viel in tablets und android investiert (beim nexus 7 gibt es praktisch auch keine gewinnspanne) sollte auch nicht übersehen werden...
und ein rückgang bei der werbung, in zeiten einer weltwirtschaftskrise? so was überrascht doch nur leute die keine ahnung haben, sorry ;-)
wie auch (luxus) konsume artikel, so einer krise können sich maximal versorger entziehen...
ein konzern der milliarden gewinne in zeiten der krise schreibt, da von problemen zu sprechen, ist schon irgendwie komisch, letztlich aber nur ein weiteres symptom eines kranken systems und denken...
Ich hasse solche Sätze wie diesen: "Mit den Zahlen verfehlte Google die Schätzungen der Analysten."
Es müsste heißen: "Die Analysten lagen mit ihren Einschätzungen schon wieder daneben."
Die Analysten sind nicht der Maßstab an dem sich ein Unternehmen orientieren soll.
Die Analysten orientieren sich aber an den Infos, die sie vom Unternehmen bekommen. Zum Beispiel gestern hat Larry Page relativ lange drum herum geredet, wie schnell es Google nun gelingen wird mit mobiler Werbung pro Klick so viel zu verdienen wie mit klassischer Online-Werbung.
Der Eindruck der dabei herüber gekommen ist (plus die Quartalszahlen usw) wandert nun in die Zahlenmodelle der Analysten, daraus kommen die nächsten Schätzungen.
Kurz gesagt: Die Einschätzungen der Analysten sind eigentlich der Plan den das Unternehmen selbst hatte (angepasst auf aktuelle Marktlage usw). Am eigenen Plan kann sich ein Unternehmen sehr wohl messen - woran sonst?
und das wissen Sie jetzt genau woher?
Wenn Sie sich die großen Pensionfunds in USA anschauen, quasi die größten Einzelinvestoren überhaupt, dann werdens Leute finden die genau nach solchen Modellen kaufen bzw. verkaufen.
Wenn Sie sich den automatisierten Handel im Sinne High-Speed Trading anschauen, d.h. da wo mengenmässig die meisten Käufe und Verkäufe stattfinden, dann stehen dahinter mathematische Modelle.
Wenn Sie jetzt allerdings mit "Mehrzahl der Analysten" eh die Leute meinen die ihre "Analysen" in irgendwelchen Foren posten und in Wahrheit vielleicht 3- bis 5-stellige Beträge anlegen gebe ich Ihnen natürlich Recht.
Wer hat davon profitiert ist erstmal die Frage.
Solch ein "Versehen" ist noch nie aus Zufall passiert. Sonst würde es das öfters mal im Jahr geben bei anderen Firmen.
Mich kotzt diese Gier der Börsianer sowas von an.
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