Marokkanische Felsgravuren doch nicht zerstört

Berichte über angebliche Beschädigung 8000 Jahre alter Gravuren durch Salafisten offenbar unwahr

Marrakesch - Die marokkanische Regierung hat die Zerstörung 8000 Jahre alter Felsgravuren durch fundamental-islamische Salafisten dementiert. "Die Berichte, dass diese Gravuren beschädigt wurden, sind, wie Sie sehen können, nicht wahr", sagte Kommunikationsminister Mustapha Khalfi am Donnerstag bei einer von der Regierung organisierten Tour ins Yagour-Plateau. Die Behörden setzten sich für den Erhalt der prähistorischen Zeugnisse ein, die zur kulturellen Vielfalt des Landes zählten, sagte der Minister.

Gut ein Dutzend Darstellungen der Sonne als einer Gottheit waren in der Mitte des Tals, südlich von Marrakesch, sichtbar. Die Fundstätte liegt 20 Kilometer vom Toubkal-Berg, der höchsten marokkanischen Erhebung, entfernt.

Falschinformationen

Die Informationen über die angeblichen Zerstörungen gingen von der Liga für Menschenrechte der Berber-Organisation Amazigh aus. Sie hatte am Mittwoch schriftlich beklagt, die Gravuren im Yagour-Tal seien von Salafisten zerstört worden. Die Salafisten, muslimische Gruppen mit einer sunnitischen Auslegung des Islam, wurden durch den Arabischen Frühling in einigen Ländern Nordafrikas gestärkt, etwa in Tunesien und Mali.

Im Juli hatten Islamisten der Gruppe Ansar Dine weltweit Empörung ausgelöst, als sie zum Weltkulturerbe zählende Mausoleen in Timbuktu im Norden von Mali zerstörten. Aus Sicht der Islamisten ist die Verehrung von Heiligen und ihren Grabmälern ein Verstoß gegen den Islam. (APA, 19.10.2012)

 

 

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