Das Rockhouse präsentierte ihr Jahresprogramm 2013

Calexico schaut aus den USA vorbei, die Sportfreunde Stiller aus München

Salzburg  - Chartstürmer Casper, Cro, einer der zur Zeit angesagtestens Hip-Hop-Acts aus Deutschland, Calexico aus Amerika oder die nach wie vor erstklassige Liveband Sportfreunde Stiller aus München, dann Kraftklub aus Chemnitz, Che Sudaka aus Barcelona oder die Indie-Band Awolnation von Red Bull mit ihrem Millionenhit "Sail":  Die Details des Jahresprogramms 2013 sowie ein Rückblick auf das erfolgreiche Jahr 2012 waren die Themen des Pressekonferenz des Salzburger Rockhouse am Donnerstag.

"Zwar gehört dieser Pop- und Rockclub mit seinem gerade einmal 350 Personen fassenden Konzertsaal weder in Österreich noch international zu den größten Clubs. Aber Musiker, die viel größeres Publikum gewöhnt sind, kommen ins Rockhouse, weil sie Neues ausprobieren und sich einfach wohlfühlen wollen", sagte Rockhouse-Leiter Wolfgang Descho. Und Programmchef Wolf Arrer ergänzte, dass viele Bands dem Rockhouse auch Vertrauen von früher zurückgeben und nicht nur ans Geld denken. "Die Sportfreunde Stiller etwa, für mich immer noch eine der besten Livebands, haben 1997 in der Rockhousebar gespielt. Die vielen Jahre danach hat diese Band die größten Bühnen überhaupt bespielt. Und am 12. Dezember kommen sie ins Rockhouse zurück. Und zwar auf eigene Initiative."

Aber es sind explizit nicht nur die internationalen Topacts des Rock und Pop, um die sich das Rockhouse kümmert. Auch die lokalen Bands nützen die Proberäume, lernen in Workshops, treten dort auf, und manche starten vom Rockhouse aus ihre Karrieren. So spielen und spielten Bands wie Helmut Bergers, die Hip Hopper Dame, Steaming Satelites, Been Obscene oder Son Griot im Rockhouse. Einige von ihnen veröffentlichten ihre ersten Songs auf dem traditionsreichen Salzburger Rock-Sampler Xtra Ordinary, vom dem im kommenden Jänner die 18. Ausgabe erscheinen wird.

Die Trends und Neuheiten in der Popmusik seien zurzeit eher bescheiden, fand Programmchef Arrer. "Ich finde, es gibt im Moment viele spannende Hip-Hop-Bands, die sich vom dumpfen Gangster-Sound gelöst haben. Auch im Bereich punkige Electronics tut sich Interessantes. Wenig Neues haben die Metaller zu bieten, da warte ich seit langem auf neue Impulse und Innovationen."

Vom Jahres-Budget in der Höhe von einer Mio. Euro kommt der größte Teil von der Stadt (375.000), vom Land (120.000) und - bescheiden - auch vom Bund (20.000). Das Publikum im Salzburger Rockhouse ist überwiegend jung, 60 Prozent der jährlich rund 40.000 Besucher sind zwischen 16 und 25 Jahre alt. "Unsere wichtigste Aufgabe ist, die Jungen ans Rockhouse zu binden, sobald sie von zu Hause aus dürfen. Aber über das 'geriatrische' Publikum um die 60 freuen wir uns genauso", so Arrer, der das Programm im Rockhouse seit 1996 verantwortet, nicht ohne Selbstironie gegenüber dem eigenen Alter. "Rock ist eben nicht mehr ausschließlich Jugendkultur. Viele unsere Fans sind mit ihren Bands alt geworden."   (APA, 18.10.2012)

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