Atomlager Asse hätte nie genutzt werden dürfen

Kritische Stimmen seit den 1960er Jahren ignoriert

Hannover - Das marode Bergwerk Asse im norddeutschen Bundesland Niedersachsen hätte nie zur Lagerung von Atommüll genutzt werden dürfen. Zu diesem Schluss kommt ein Untersuchungsausschuss des Landtages in einem am Donnerstag vorgelegten Abschlussbericht.

In Asse östlich von Hannover seien wider besseres Wissen 126 000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Atommüll gelagert worden, hieß in dem Bericht. Politik, Atomwirtschaft und Wissenschaft hätten kritische Stimmen seit den 60er Jahren beiseitegeschoben und das gefährliche Eindringen von Wasser ignoriert.

Von radioaktiv belasteter Lauge im Salzstock habe die Bergbehörde schon 1994 gewusst, das niedersächsische Umweltministerium erfuhr davon aber erst 2008 durch Presseberichte. Der Skandal mündete in den Parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der nun nach mehr als drei Jahren seine Arbeit abschloss.

Alle Landtagsfraktionen pochen auf eine Bergung des Mülls. Gefürchtet wird auch eine radioaktive Belastung der Umgebung. Ob eine milliardenteure Bergung der Fässer möglich ist, sollen Probebohrungen zeigen.

In dem um 1900 angelegten Salzbergwerk Asse wurde bis 1916 Kali, später Steinsalz gefördert. Die Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung (GSF) erwarb die Asse 1965, um ein Atommüll-Endlager und ein Forschungsbergwerk einzurichten. Die Asse war das weltweit erste unterirdische Lager für Atommüll. (APA, 18.10.2012)

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