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Starköchin im Supermarkt - das wollen derzeit alle sehen: Sohyi Kim im Restaurant des Merkurmarkts am Hohen Markt.

Auch das neue Restaurant von Sohyi Kim wurde vom glamourösen Architekturbüro BEHF gestaltet - doch während man an der angestammten Adresse in der Lustkandlgasse ausschließlich nach Reservierung in durchaus extravagantem Interieur aus Kupfer, Birkenrohholz und Vollplastik-Gestühl diniert, kommt man am neuen Standort in der Merkur-Filiale am Hohen Markt ganz nonchalant zwischen Einkaufswagerln, Spirituosenregalen und staunenden Gaffern zu sitzen.
Die schieben sich dieser Tage in sehr zivilisierten Dreierreihen durch die Stockwerke der als Nobel-Supermarkt konzipierten Filiale, um zu sehen wie sich französisches Edelgeflügel und frische Aloe-vera-Blätter (Achtung, stark abführend!) zwischen Chef-Menü-Regalen und Clever-Putenbrust-Stapeln machen. Und natürlich, um eine tatsächliche Starköchin leibhaftig bei der Arbeit zu sehen.
Wenn es nach Merkur geht, ist das Outlet im zweiten Stock der Filiale nunmehr "Frau Kims neuer Hauptstandort", was diese freilich so nicht bestätigen will: Zwar gebe es in der Lustkandlgasse seit Anfang Oktober nur noch einen statt der bishlang zwei Menü-Durchgänge, der soll aber "auch von der Produktauswahl deutlich exklusiver" werden - wohl um den Kontrast entsprechend zu betonen.
Was nicht heißt, dass Kim im Merkur nicht gut kocht, durchaus im Gegenteil. Zwar bringt die weitgehende Verwendung von Supermarkt-Zutaten stellenweise unglückliche - und ungewollte - Geschmackskombinationen mit sich, wenn etwa die vietnamesische Hühnersuppe dank Pfeffer- statt Nana-Minze nach Zahnpasta schmeckt.
Davon abgesehen zeigt sich die Küchenmannschaft von Beginn weg beachtlich fix, die Gerichte schießen nur so aus der vollverglasten Schauküche. Tunfisch-Sashimiwürfel (Bild links) sind mit allerhand Kräutern, Pinienkernen, Nori-Algen und Limetten-Ingwer-Dressing sowie einem Spritzer Wasabirahm ebenso reichhaltig wie mehrheitsfähig garniert. Richtig gut gelingt das nach Tataki-Manier gehackte Beef Tartare mit ordentlich Sesamöl, Wasabi-Schärfe, gehackten Nüssen und - ziemlich mutig - roh darüber waberndem Wachtelei-Dotter. Der Burger aus hauseigenem Bio-Faschiertem auf von Kim gebackenem Bun ist gut gebraten, bei den Toppings und "Chili-Wedges" aber wäre etwas mutigere Würzung durchaus möglich. Eher mau: die offene Weinauswahl. (Severin Corti, Rondo, DER STANDARD, 19.10.2012)
Kim kocht - Merkur
Hoher Markt 12
1010 Wien
Tel.: 01/532 08 25
Küche Mo-Fr 10.30-21 Sa 10.30-18 Uhr, Frühstück ab 8.30 Uhr
VS €3-12 HS € 11-26
Fotos: Gerhard Wasserbauer
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frau kim berücksichtigt keineswegs dass der rotfleischige tunfisch so gut wie ausgestorben ist, aber ur super und ur hip gibt es bio-faschiertes. das stirbt nicht so leicht aus...
das ist leute für blöd verkaufen um nicht zu sagen ökologisch verlogen!
wesentlich mehr leute würden sagen bio-faschiertes sei super (die meisten glauben auch, dass bio gleichzeitg artgerechte tierhaltung bedeutet etc.).
weniger bekannt ist leider immer noch die tatsache, dass es um die thunfischbestände (v.a. die arten, die nicht in dosen landen) schlecht bestellt ist bzw. die leute die es wissen sind nicht unbedingt artenschützer, sondern sogenannte gourmets, die auch das letzte brutpaar des ortolans gewissenlos verspeisen würden. zuerst kommt das fressen und irgendwann oder auch nie die moral.
so, nun ist es marketingtechnisch also "klüger" (ich nenne es ökologisch verlogen) bio-faschiertes anzupreisen als zu sagen "ich verwende keinen rotfleischigen thun in meinen gerichten, da die bestände gefährdet sind.
danke - so wie ich es verstanden habe ist das biofaschierte nicht vom seltenen thunfisch, sondern von einem zuchttier - also m.m. nach allemal besser, oder?
artgerechte tierhaltung ist ja eigentlich ein widerspruch in sich - das "reinheitsgebot" wär einzig das leben in der wildnis/wilden natur mit allen freiheiten aber auch grausamkeiten.
ich denk sie tun ihr da unrecht - sie hat ja wie alle gastronomen keinen tierschützerischen anspruch, oder? und biofaschiertes sagt eben etwas über die fütterung aus und nicht ob der bauer seine tiere schlägt.
und muss ein gastronom nicht das servieren was die gäste essen wollen? sonst kann man ja gleich zusperren.
das kann man sehen wie man will. unmengen chinesen haben auch kein problem damit wegen einer geschmacklosen haifischflossensuppe millionen von haie jedes jahr qualvoll verenden zu lassen und diese tiere damit auszurotten. jeder konsument muss selbst entscheiden, das stimmt...
zeugt allerdings von beachtlicher ahnungslosigkeit. ist ein bisserl viel zu teuer um in so einer bude serviert zu werden. in ö gibt es überhaupt nur das unkai, das diesen fisch auf der karte hatte. ist aber inzwischen auch da durch bigeye ersetzt. ich weiß: eine andere bedrohte art. die es (wenn auch nur aus kostengründen) nie in den merkur schaffen wird.
bedroht sind alle arten, vor allem die rotfleischigen, die nicht in dosen landen. ob es nun der thunnus thynnus, maccoyii oder obesus ist, der in den "tunfisch-sashimi-würfeln" landet ist schon egal. immer gleich mit großkotzert von "beachtlicher ahnungslosigkeit" zu sprechen ist beleidigend, präpotent und nicht angebracht sofern man sich einig ist, dass die fischbestände akut gefährdet sind.
...hat ein sehr engagierter Filialleiter erfunden, weil es ihm sauer aufgestossen ist, die nur ganz leicht angebräunten Bananen wegwerfen zu müssen, weil die niemand mehr gekauft hat. Das war der einzige Grund und den finde ich doch wieder ganz in Ordnung.
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