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Die Weinlese 2012 ist im Großen und Ganzen durch - und das zur Zufriedenheit der Winzer, die auf die Frage, wie's denn gelaufen sei, mit einem von Herzen kommenden "Schön war's" antworten.
Die Weinlese 2012 ist im Großen und Ganzen durch - und das zur Zufriedenheit der Winzer, die auf die Frage, wie's denn gelaufen sei, mit einem von Herzen kommenden "Schön war's" antworten. Solche Meldungen kommen aus allen Landesteilen außer aus der Wachau, da hier die Ernte - so wie es übrigens üblich ist - noch voll im Gang ist. Auch wenn 2012 die Trauben aufgrund der Wärme früh reiften, sind die Gebiete im westlichen Niederösterreich, Wachau & Co, immer zuletzt mit Lesen an der Reihe, was an deren Sorten und an der generell kühleren Geografie liegt.
In der Steiermark hat dagegen so mancher bereits jetzt ein breites Lächeln im Gesicht. Ähnliches hört man aus der Thermenregion und dem Burgenland. Die Freude ist verständlich, denn es hat etwas, wenn man ohne Druck durch herannahende Regenfronten festlegen kann, wann genau Trauben runtergeschnitten werden. Glücklich ist man übrigens vor allem über deren Qualität. Und das ist nachvollziehbar, wenn man in den letzten Wochen offenen Auges in Weingärten unterwegs war: Geradezu kitschig schön hingen sie am Stock.
Derart erfreulich hat es in diesem Jahr nicht immer ausgesehen. Im Frühling bis in den Frühsommer hinein gab es herbe Schläge, ausgeteilt vom Wetter in Form von Spätfrost und Hagel. Frost im Mai machte einiges zunichte, was sich jetzt in der Menge, nicht in der Qualität auswirkt. Im Pulkautal im Weinviertel spricht man von einem satten Drittel und mehr an Einbußen, das Kamptal und Nachbarn wurden auch hart, die Wachau und das nördliche Burgenland leicht getroffen.
In der Südsteiermark schlug der Hagel zu, wenn auch zu einer Zeit, als noch einiges kompensierbar war. Ein zweiter Knackpunkt in diesem Jahr war Trockenheit. Zwar ist der Rebstock eine Pflanze, die mit Stress umgehen kann, zu viel davon ist - wie bei allem - nicht gut. Der Rebstock schützt sich, indem er Gerbstoff einlagert, was sich in der Folge in einem leichten Bitterton im Wein ausdrücken kann.
Dürfen wir heuer endlich wieder über einen Jahrhundertjahrgang schreiben? Lieber nicht - noch nicht, vielleicht auch überhaupt nicht. Denn zwischen Lese und dem, was wir uns ins Glas leeren werden, liegen noch viele Monate der Entwicklung und der Behandlung, in denen sich noch so einiges ergeben kann. Doch die Basis für einen erfreulichen Wein 2012 ist jedenfalls einmal da. (Luzia Schrampf, Rondo, DER STANDARD, 19.10.2012)
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