Sperrmüll: 70 Prozent landet auf Flohmärkten in Ungarn

  • Jährlich werden in Österreich 100.000 Tonnen Sperrmüll gesammelt, der Großteil davon geht nach Ungarn.
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    foto: transwaste

    Jährlich werden in Österreich 100.000 Tonnen Sperrmüll gesammelt, der Großteil davon geht nach Ungarn.

Boku-Studie zeigt deutliche Vorteile von Re-Use gegenüber Recycling

Wien - Jährlich werden in Österreich rund 100.000 Tonnen Sperrmüll und wiederverwendbare Gegenstände bei Altstoffsammelzentren und Haushalten gesammelt, 70 Prozent davon landen auf ungarischen Flohmärkten. Das haben Wissenschafter vom Institut für Abfallwirtschaft an der Universität für Bodenkultur (Boku) im Rahmen des EU-Projekts "TransWaste" herausgefunden. Die Forscher haben nun nach Wegen gesucht, die zum Teil illegale grenzüberschreitende Wiederverwertung zu legalisieren, teilte die Boku am Donnerstag in einer Aussendung mit.

Sammlung, Weiterverkauf und Wiederverwertung von "Second-Hand"-Gegenständen sei eine optimale Möglichkeit zur Abfallvermeidung, betonen die Wissenschafter. Produkte würden länger genutzt, Neuproduktion dadurch reduziert. Eine Ökobilanz zeige deutliche Vorteile für die Wiederverwendung verglichen mit Recycling, auch bei längeren Transportwegen. Bei dem gesammelten Material handelt es sich zu 45 Prozent um wiederverwendbare Gegenstände wie Möbel, Sportgeräte, Kleidung und Hausrat, 22 Prozent Metall und 16 Prozent Elektrogeräte.

Ausfuhr soll legal werden

"Das Problem ist, dass neben wiederverwendbaren Produkten von Sammlern auch nicht-funktionierende Elektrogeräte sowie Wertstoffe über die Grenzen gebracht werden, was jedoch ohne eine abfallwirtschaftliche Genehmigung definitiv illegal ist", erklärte Boku-Forscherin Gudrun Obersteiner in der Aussendung. Die Wissenschafter gehen aber davon aus, dass auch in Zukunft aufgrund der Wirtschaftskrise und der steigenden Arbeitslosigkeit Sammler aktiv sein werden.

Deshalb haben die Wissenschafter in Zusammenarbeit mit Juristen versucht, Lösungsansätze zu entwickeln, die alle rechtlichen Aspekte berücksichtigen. Sie schlagen Übergabelisten vor, um noch funktionstüchtige Produkte Sammlern zu schenken. Diese Listen sollen auch die Kontrollarbeit der Polizei erleichtern, da die Herkunft der Gegenstände eindeutig identifiziert bzw. nachgeforscht werden kann.

Die Wissenschafter schlagen zudem das Einbinden von ungarischen Sammlern als Kunden für "Re-Use-Ecken" vor, um den Umsatz zu steigern. In solchen zum Teil schon existierenden Bereichen in Abfallzentren können noch brauchbare Gegenstände zum Weiterverkauf abgegeben werden. (APA, 18.10.2012)

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