Sperrmüll: 70 Prozent landet auf Flohmärkten in Ungarn

18. Oktober 2012, 19:25
  • Jährlich werden in Österreich 100.000 Tonnen Sperrmüll gesammelt, der Großteil davon geht nach Ungarn.
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    Jährlich werden in Österreich 100.000 Tonnen Sperrmüll gesammelt, der Großteil davon geht nach Ungarn.

Boku-Studie zeigt deutliche Vorteile von Re-Use gegenüber Recycling

Wien - Jährlich werden in Österreich rund 100.000 Tonnen Sperrmüll und wiederverwendbare Gegenstände bei Altstoffsammelzentren und Haushalten gesammelt, 70 Prozent davon landen auf ungarischen Flohmärkten. Das haben Wissenschafter vom Institut für Abfallwirtschaft an der Universität für Bodenkultur (Boku) im Rahmen des EU-Projekts "TransWaste" herausgefunden. Die Forscher haben nun nach Wegen gesucht, die zum Teil illegale grenzüberschreitende Wiederverwertung zu legalisieren, teilte die Boku am Donnerstag in einer Aussendung mit.

Sammlung, Weiterverkauf und Wiederverwertung von "Second-Hand"-Gegenständen sei eine optimale Möglichkeit zur Abfallvermeidung, betonen die Wissenschafter. Produkte würden länger genutzt, Neuproduktion dadurch reduziert. Eine Ökobilanz zeige deutliche Vorteile für die Wiederverwendung verglichen mit Recycling, auch bei längeren Transportwegen. Bei dem gesammelten Material handelt es sich zu 45 Prozent um wiederverwendbare Gegenstände wie Möbel, Sportgeräte, Kleidung und Hausrat, 22 Prozent Metall und 16 Prozent Elektrogeräte.

Ausfuhr soll legal werden

"Das Problem ist, dass neben wiederverwendbaren Produkten von Sammlern auch nicht-funktionierende Elektrogeräte sowie Wertstoffe über die Grenzen gebracht werden, was jedoch ohne eine abfallwirtschaftliche Genehmigung definitiv illegal ist", erklärte Boku-Forscherin Gudrun Obersteiner in der Aussendung. Die Wissenschafter gehen aber davon aus, dass auch in Zukunft aufgrund der Wirtschaftskrise und der steigenden Arbeitslosigkeit Sammler aktiv sein werden.

Deshalb haben die Wissenschafter in Zusammenarbeit mit Juristen versucht, Lösungsansätze zu entwickeln, die alle rechtlichen Aspekte berücksichtigen. Sie schlagen Übergabelisten vor, um noch funktionstüchtige Produkte Sammlern zu schenken. Diese Listen sollen auch die Kontrollarbeit der Polizei erleichtern, da die Herkunft der Gegenstände eindeutig identifiziert bzw. nachgeforscht werden kann.

Die Wissenschafter schlagen zudem das Einbinden von ungarischen Sammlern als Kunden für "Re-Use-Ecken" vor, um den Umsatz zu steigern. In solchen zum Teil schon existierenden Bereichen in Abfallzentren können noch brauchbare Gegenstände zum Weiterverkauf abgegeben werden. (APA, 18.10.2012)

Mehr Infos:

TransWaste

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Ressourcenkreisluaf

Die Entsorgung von Smartphones bzw. Mobiltelefonen generell soll gelernt sein. Diese alten Geräte verfügen über viele Rohstoffe die wiederverwendet werden können. So besteht eine Tonne vermeintlicher “Schrott” aus dem 30-fachen an Gold als eine Tonne Golderz.
Wichtig ist also das Handy bei den richtigen Entsorgungsstellen abzugeben, so dass diese Fachgerecht in ihre Bestandteile zerlegt werden und die Rohstoffe umweltgerecht weiterverarbeitet werden können.
http://www.elektro-ade.at/
Neue Geräte würden ohne diese Rohstoffe wohl kaum in so großer Stückzahl produziert werden können.

"Die Wissenschaftler haben Möglichkeiten gesucht, um die zum Teil illegalen Exporte zu legalisieren"

Und das mit EU Fördergeldern
????

was kommt als nächstes? Eine Gruppe von Bankräubern versucht das Entnehmen von Geldern aus einer Bank mit Waffengewalt zu legalisieren, Einbrecher titulieren das Betreten fremder Häuser als Besuch und bleiben straffrei, Autodiebe treten in Zukunft Probefahrten an und Schläger lassen sich von Ihren Opfern bestätigen, dass es sich um einen von Don King promoteten Boxkampf handelt, bevor sie zuschlagen.

Es gibt ein Gesetz, das einzuhalten ist. Der Wissenschaft steht es einfach nicht zu unter diesem Deckmantel Möglichkeiten zu suchen, Gesetze zu umgehen.

ja, und wenn das Gesetz unsinnig ist, kann mans ändern. So funktionieren Gesetze.
Und nein- nur weil man ein Gesetz ändert, bedeutet das nicht automatisch, das alle anderen Gesetze obsolet werden.
Also keine Sorge, Bankraub bleibt illegal, auch wenn die Ungarn unseren Sperrmüll wiederverwenden.

weshalb ist ein Gesetz, mit dem Sammlern von Abfällen Mindeststandarts auferlegt werden, unsinnig. Wenn man dieses Gesetz ändern würde, hätte das zur Konsequenz, dass die Abfallsammlung und Behandlung wieder wie in der Steinzeit der Abfallwirtschaft durchgeführt wird. Und dass nur, um Illegales zu legalisieren. Wahrhaft Rechtsstaatlich, Ihre Gedankengänge.

Man wird ja wohl in der Lage sein, ein Gesetz zu schaffen, dass uns nicht gleich Müllberge auf der Straße hinterlässt und trotzdem Sperrmüllsammeln legal macht.

Mach dir mal keine Sorgen, das wird gehen. Und niemanden schaden, nur nützen. Außer natürlich man gönnt anderen, ärmeren Leuten nicht mal seinen Müll. dann muss man sich ärgern.

Man gönnt anderen Leuten eine Art der Sammlung und Behandlung von Abfällen nicht, die unsere Natur noch stärker beeinträchtigen als ohnehin schon an der Tagesordnung. Da ist vollkommen Schnurz, woher diese Menschen kommen. Es ist zwar sehr romantisch im Menschen immer das Beste zu sehen, aber so funktioniert unsere Spezies leider nicht. Aus diesem Grund gibt es Gesetze und die sind einzuhalten. Obesgnä Frau nun passtoder nicht.

und man kann kein Gesetz schaffen, dass das Sperrmüllsammeln erlaubt, aber das abladen in der Natur strengstens untersagt?

Ich mein, genau genommen hab ich mich nach momentanen Gesetz auch strafbar gemacht, als ich mal, als Sperrmüll auf der Straße zum Abholen gestanden hat (bei uns in Linz kann man das "bestellen") mir ein nettes Kastl rausgeholt hab.
Mein Onkel (ganz braver urösterreichischer Bürger) macht das sogar nebenberuflich- der restauriert und verkauft alte Möbel, die er zwar meist auf Flohmärkten, manchmal aber auch vom Sperrmüll holt. Das ist eigentlich strafbar..

Warum zum Teufel soll das ein Problem sein?
Nach wie vor. Es ist der Neid, der aus dir spricht, sonst nix.

muss man alles kontrollieren?

kann man nicht menschen, die das weiterverwenden, was für uns klumpert ist, dankbar mit dem abreisen lassen??

ganz so leicht ist es nicht.

es verschwinden ja auch genug dinge, die bei einem wohnungseinbruch gestohlen wurden über diesen weg.

auch wenn man diese nicht verhindern kann, sollte man den tätern keinen freifahrtschein ausstellen.

in oesterreich

JA!!

Machts euch das mit den Abfallwirtschaftsverbänden aus, wer den "Knochen" bekommt.

Die sind ja eh staatlich von den Gemeinden organisiert.

Vom AWS (Schwechat) wurde erst mit Broschüre mitgeteilt, dass das Schrottsammeln gesetzwidrig ist, die Einnahmen des AWS schmälert und dies in die Entsorgungsgebühren einfliest.

Mit der "Flohmarktware" gabs vom AWS erst in Schwechat eine Verkaufsaktion und den Erlös bekam die Charitas.

Ja, und der Polizei dürfte es ganz recht sein, zu wissen, dass die Kupferteile geschenkte Flohmarktware sind, gibts keine Scherereien.

ganz zu schweigen von den spontanen "Sammelaktionen" bei den österr. Besitzern, obwohl deren Türen verschlossen sind ;-)

Widerspruch!

DAS was sich allerdings direkt vor oder nach der österreichischen Grenze entlang der Transitrouten - ein wenig abseits im "Gmias" - finden lässt, spricht allerdings eine andere Sprache.

Wir sammeln das Zeug und bringens zum Bauhof oder lassen es abholen. Es soll wiederverwertet werden. Einige von uns übergeben Ihre Dinge aber "den Ungarn" und die karren das Zeux heim. Und so wie es aussieht, bleibt ein großer Haufen unseres ehemaligen Zeux' direkt um die Grenze liegen. Gaaanz super.

Gibts hierzu auch Zahlen? - Ich glaube, das wurde nicht mit eingerechnet und würde das Ergebnis ganz enorm verändern.

Ich hab nix dagegen, das das Zeug von jemanden mitgenommen wird. Nur soll es dann nicht gleich wieder abgelagert werden.

Früher oder später bleibt das Zeux

dann irgendwo in Ungarn liegen. Das ist dann nicht mehr unsere Umwelt und wenn doch, so verdienen österr. Entsorgungsfirmen daran. Man nennt das "Umwegrentabilität".

Wenn Sie klar denken würden, wäre Ihnen bewusst, dass Ihre Aussage keinen Sinn ergibt.
Warum sollten Menschen, die sowieso schon wenig haben, Kosten, und Mühen auf sich nehmen, um Müll über die Grenze zu bringen und dort ungenutzt abzuladen?

Ah da sind meine Turnschuhe also gelandet :-)

Re-Use statt Recycling

warum nicht "Wiederverwendung statt Wiederverwertung"? davon abgesehen, Re-Use wäre auch in Englisch die falsche Schreibweise

wow... wie hasserfüllt und kleingeistig und unglaublich neidig muss man sein, um das schlecht zu finden.

Nur weil wir Dinge wegwerfen, die noch gut zu gebrauchen sind.. wir sollten uns freuen, dass die nicht gleich zu Müll werden, sondern noch gebraucht werden können.

Das ist gut für die Umwelt, für die Rohstoffsituation, für die Menschen in Ungarn.. und wir haben keinen Schaden davon.

Unglaublich, was für gemeine Leute es gibt...

ist zwar politisch nicht korrekt, aber ein bissl sozialromantisch simma schon.

Unsere ungarischen Nachbarn brauchen ganz sicher keine 100.000 to = 100 Millionen kg von unseren alten Fernsehern, Kühlschränken, Kästen und Betten. Was derzeit passiert ist reiner Rohstoffklau und mit dem abmontieren der Kupferkabel auf unseren Bahnstrecken durchaus vergleichbar.

Und wieso bitte versucht eine österreichische Uni etwas illegales mit EU Fördermitteln zu legalisieren?

es ist Zeug, das wir wegwerfen. Ja, ich weiß,auch Müll kann man recyceln und Geld draus machen... aber sind wir echt so neidig, dass wir den Ungarn die paar Cent mehr, die sie aus unserem Mist (Mist! Müll!) machen nicht gönnen?

Rohstoffklau... echt.. man kanns ja wirklich übertreiben. Neidhammel!

was hat das mit Neid zu tun? Durch diese illegalen Tätigkeiten entsteht der Volkswirtschaft in Ö ein Schaden in 2-stelliger Millionenhöhe. Wenn Sie so viel Geld übrig haben, können Sie es ja zu unseren östlichen Nachbarn überweisen, dann können die zu uns auf Urlaub fahren und nicht um gesetzwidrige Dinge zu tun

Welcher Schaden - ich kann doch entscheiden, wer meinen Müll haben kann - die bürokratischen MA 48 Bringstellen, die sich immer aufregen, wenn es ein Stück zu viel ist und ich noch extra hinfahre - oder die Ungarn, die mir das Zeugs von der Grundstücksgrenze mitnehmen.

volkswirtschaftlicher Schaden! Lesen! wenn der Abfall mit all seinen Sekundärrohstoffbestandteilen aus unserem Bundesgebiet verbracht wird, müssen wir die Rohstoffe wieder importieren, weil bei ins wachst weder Kupfer noch irgend eine andere Metalllegierung auf Bäumen. Und Importieren heißt Geldmittel außer Landes transferieren - heißt Budgetdeffizit - heißt Armut! Das bedeutet Volkswirtschaftlicher Schaden - auf Einfach - für die Romantiker.

nebenbei wird auch die lokale Produktion von irgendwas zerstört

wie bei den Textilien in Afrika. Kleidung trag ich zumindest solang bis sie nur noch zur Büttenpapier verarbeitbar ist!

Ach, geben Sie es der Caritas- dann landen die kleiderspenden nicht in Afrika sondern bei den Caritasmitarbeitern, ohne die Bekleidungsindustrie in Afrika zu schädigen.

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