Der Viennale-Direktor, ein Nachahmungstäter

Kolumne18. Oktober 2012, 17:02
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Hans Hurch fuhr ein Mal selbst

Die 50. Viennale findet heuer vom 25. Oktober bis 7. November statt. "Die Gäste werden mit einem Lancia Thema oder Voyager abgeholt, Lancia ist ja seit Jahren Sponsor des Festivals", freut sich der Viennale-Chef. In der Stadt werden sie von ihm in Empfang genommen: "Ich bin der Grüßer und mach die Tür auf."

Hans Hurch hat keinen Führerschein. "Ich komme aus Schärding, dort wollte nach der Matura jeder das gleiche: den Schein, um danach abzuhauen." Das ging Hurch allerdings zu langsam: "Ich bin gleich nach der Matura mit einem Freund in seinem Škoda nach Portugal gefahren." Deswegen blieb er bis heute ohne Fahrlizenz. "Außerdem kann ich in keine Rückspiegel schauen. Damit würde ich nur andere Verkehrsteilnehmer gefährden. Ohne mich, das höchste Gut ist ja der Mitmensch."

Mit Grundvertrauen unterwegs

Aus dem Direktor wurde deswegen ein schweigsamer Mitfahrer. "Meistens mit Grundvertrauen. Wenn ich mich früher eingemischt habe, hörte ich immer ,Mach doch selber die Fahrprüfung‘. Ich finde es absurd, dass man nur dann mitreden darf. Ein Pilot sagt auch nicht zum unzufriedenen Passagier: ,Flieg selber‘."

Verjährt ist der Tatbestand des einmaligen Fahrens ohne Lizenz: "Die Freunde waren nicht mehr fahrtüchtig, da gab ich Gas - der Mensch lernt ja durch Nachahmung." Hurch fuhr unfallfrei "bis zur Garage. Die war mir dann doch zu eng." (Jutta Kroisleitner, DER STANDARD, 19.10.2012)

  • Hans Hurch macht die Tür auf.
    foto: apa/techt

    Hans Hurch macht die Tür auf.

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