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Wiederaufnahme im Container: die KIB-Produktion von "Die geschlossene Gesellschaft".
Wolfsberg - Der Kulturinitiative Bleiburg, kurz KIB, gelingt, wovon viele Bühnen nur träumen: Ihre Vorstellungen bei den Bleiburger Theatertagen sind restlos ausverkauft. Es sind Amateure, die durch ihr engagiertes und authentisches Spiel professionelle Performances abliefern und so ihrer großen Liebe zum Theater alljährlich auf der Bühne Ausdruck verleihen.
Geschöpft wird aus dem kreativen und künstlerischen Potenzial, das die Region bietet. Obwohl die Künstler regional agieren, gehen sie bei der Auswahl der Stücke keine kommerziellen Kompromisse ein. Heuer entschied sich das Ensemble für Die geschlossene Gesellschaft des französischen Existenzialisten Jean-Paul Sartre. Die intensive Inszenierung des Spieles hinter verschlossenen Türen befasst sich mit Wirklichkeit und Schein und der Selbstbestimmung als höchstem menschlichem Gut.
Drei Menschen sind für immer in einem Zimmer gefangen, gefangen in den konstruierten Bildern der anderen. "Diese Leute sind wie tot, ein lebendiges Totsein, von der ständigen Sorge um Urteile und Handlungen umgeben, die man nicht verändern will", meinte Sartre und forderte die Menschen auf, diesen Teufelskreis, diese selbstgeschaffene Hölle zu durchbrechen. Sartre meinte weiters über seinen Klassiker: "Wenn man den Satz hört: 'Die Hölle, das sind die anderen.', dann möchte ich, dass man sich an die drei Themen dieses Stücks erinnert: Beziehungen zu den anderen, Verkrustung und Freiheit."
Schauplatz der Wiederaufnahme der Geschlossenen Gesellschaft ist der Container 25 in Hattenberg bei Wolfsberg. Er passt perfekt für diese Produktion. Denn er macht das Gefühl des Eingeschlossenseins erfahrbar. (Sabina Zwitter, DER STANDARD, 19.10.2012)
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