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vergrößern 709x7091987 war im US-Underground ein gutes Jahr. Es erschienen Alben wie You're Living All Over Me von Dinosaur Jr, Sister von Sonic Youth, die Pixies veröffentlichten ihr Debüt Come on Pilgrim während Big Black mit Songs About Fucking Aloha sagten. Auch Document von R.E.M. erschien in dem Jahr. Während alle anderen genannten Bands später in Michael Azerrads sich dieser Epoche widmendem Standardwerk Our Band Could Be Your Life Eingang fanden, blieben R.E.M. außen vor. Nicht aus Bedeutungslosigkeit, sondern weil sie von jeher auf einem Label veröffentlicht hatten, dass von Majors vertrieben worden war.
Dass es keinen anderen Grund dafür geben konnte, daran erinnert das nun zum 25-Jahr-Jubiläum neu aufgelegte und um ein Livealbum aus jenen Tagen angereicherte Document. Der fünfte Longplayer von R.E.M. ist ihr bester. Ein Schwellenalbum, das mit Songs wie The One I Love oder dem countryesken It's The End Of The World As We Know It (And I Feel Fine) bereits mit potenziellen Welthits aufwartete. Mit Losing My Religion war es zwei Alben später dann so weit, qualitativ erschien Losing ... aber wie ein Abklatsch zu der Dringlichkeit, der subkutanen Dynamik und der Wendigkeit, die Document bot. Als Kinder der Generation Punk und inmitten eines artenreichen Undergrounds umtriebig, verschmolzen Michael Stipe, Peter Buck, Mike Mills und Bill Berry Southern Rock mit der Ökonomie des Postpunk, was die Wire-Coverversion Strange hier mit dem Zaunpfahl auf den Punkt bringt.
Daneben wirken selbst Country-Elemente nicht fremd, und politische Inhalte wie der Vergleich der Reagan-USA mit der McCarthy-Ära gehen auch noch mit. Den Sog des Albums verdeutlicht vielleicht am besten das Lied Fireplace. Das wurde zwar kein Hit, doch verdichtet sich darin das verführerische Genie dieser Band zu jener Zeit: Die Dynamik von Berrys Schlagzeug und Bucks Gitarre ziehen in das Lied, in dem Stipe von der "crazy world" erzählt. Sogar das Saxofon übersteht man. Dass das Album immer noch aktuell und modern klingt, verdeutlicht seine Klasse. (flu, Rondo, DER STANDARD, 19.10.2012)
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Das Dokument das beste Album der Band sei, ist ja noch Geschmackssache, die Band aber mit dem US-Underground in Verbindung zu bringen ist schon mehr als gewagt.
REM waren in den Staaten bereits 1987 Rock- Superstars, die Stadien ausverkauft, die Charts gestürmt und mit diesem Album bereits Platin eingefahren haben.
Hingegen waren REM in Europa eher unbekannt und wurden hier in den Plattenläden unter "Indie" sortiert insb. wegen "...the end of the world).
Auch waren sie nie "Kinder der Generation Punk" sondern tief verwurzelt in die amerikanische Protest und Folk Tradition, die im College Rock ihre moderne Entsprechung fand.
Die einzige Verbindung zum Underground ist die, dass REM während ihrer ganzen Karriere von diesem geachtet wurde!
"Die einzige Verbindung zum Underground ist die, dass REM während ihrer ganzen Karriere von diesem geachtet wurde!" das ist mit verlaub ein blödsinn, zumal r.e.m. sog. underground bands immer wieder protegiert hat, von den go-betweens bis vic chesnutt und iRS ein grenzgängerlabel war, das etwa auch mainstreamcts und hitparadenstürmer wie the cramps, wall of voodoo, die go go's, die buzzcocks, john cale, camper van beethoven - ebenfalls protegiert) veröffentlicht hat.
gru
flu
die ersten platten einer band/eines musikers die besten sind, dann eine zeitlang nur kommerzschrott veröffentlicht wird (eben in der zeit, wenn plötzlich hinz und kunz auf den zug aufspringen) und ordentlich kohle gemacht wird. und manchmal kommt dann noch ein nettes alterswerk hinzu (oder die totale bankrotterklärung mit immer neuen auflagen des öden alten ramsches)...
fürs erste Album hat man ewig Zeit fürs nächste dann..
Sonst hört man ja immer gleich "von denen hat man auch lange nichts mehr gehört" und je nach Nörgler auch "die alten Sachen haben mir besser gefallen" oder "die bringen auch immer den selben Stil" :-)
Leider ist die kreative Phase in der Branche immer begrenzt, aber wenigstens gab es im Falle von REM eine.
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