Berüchtigter Gladbeck-Geiselnehmer heiratet im Gefängnis

Hans-Jürgen Rösner hatte vor 24 Jahren die 18-jährige Silke Bischoff getötet

Berlin - Einer der berüchtigtsten deutschen Geiselnehmer will im Gefängnis heiraten. Hans-Jürgen Rösner war vor 24 Jahren einer der zwei Haupttäter im brutalen Geiseldrama von Gladbeck, bei dem zwei junge Menschen getötet wurden. Am Donnerstag bestätigte das nordrhein-westfälische Justizministerium einen Bericht der "Bild"-Zeitung, wonach der 55-Jährige eine 40 Jahre alte Frau heiraten will.

Laut Ministerium wird ein Standesbeamter das Paar in der Justizvollzugsanstalt Rheinbach bei Bonn trauen. Enge Verwandte von Rösner dürfen zur Hochzeit mit seiner Freundin kommen. Nach der Zeremonie müsse der Verurteilte aber wieder zurück in seine Zelle.

Geiselnahme nach Banküberfall

1988 hatten Rösner und seine Komplizen Dieter Degowski und Marion Löblich nach einem Banküberfall in Gladbeck mehrere Geiseln genommen. Ihre Flucht durchs ganze Land hielt Deutschland drei Tage lang in Atem. In der Nähe von Bremen erschoss Degowski einen 15-Jährigen in einem gekaperten Bus.

Beim Polizeizugriff auf einer Autobahn in der Nähe von Bonn wurde die 18-jährige Silke Bischoff durch eine Kugel aus Rösners Waffe getötet. Rösner und Degowski wurden zu lebenslanger Haft verurteilt, gegen Rösner wurde auch Sicherungsverwahrung verhängt. Löblich wurde zu neun Jahren verurteilt. (APA, 18.10.2012)

  • Brutale Gewalttat im Jahr 1988: Hans-Jürgen Rösner posiert während der tagelangen Geiselnahme mit einer Waffe.
    foto: ap/roberto pfeil

    Brutale Gewalttat im Jahr 1988: Hans-Jürgen Rösner posiert während der tagelangen Geiselnahme mit einer Waffe.

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