Jö schau, Nackerte im Leopold

Timon Mikocki
18. Oktober 2012, 15:34
  • Nackte Männerparade: Bruce Naumans "Five Marching Men" (1985).
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    foto: fr. ch, flick sammlung / vbk 2012

    Nackte Männerparade: Bruce Naumans "Five Marching Men" (1985).

Das Leopold Museum zeigt mit "Nackte Männer" die vielfältige Darstellung entkleideter Männerkörper seit 1800

Ilse Haiders "Mister Big" vorm Museum und die Werbeplakate in der Stadt haben bereits große Aufregung verursacht.

Wien - "Meine Herrschaften, ich bin seit vierzig Jahren Ärztin und Mutter, sagen Sie mir nicht, dass ich keine nackten Männer sehen darf!" So charmant entgegnete Elisabeth Leopold bei der Pressekonferenz zur Ausstellung Nackte Männer von 1800 bis heute allen Kritikern, die auf das Thema, vor allem aber auf die Werbeplakate empört reagiert hatten.

Zu sehen sind dank zahlreicher Leihgaben nun also nackte Männerkörper in allen Ausführungen, Posen und Darstellungsweisen: von klassizistischen Gemälden mythologischer Jünglinge des 18. Jahrhunderts über Selbstakte der klassischen Moderne bis zu den Ironisierungen und Provokationen der Generationen nach 1945. Als Beginn von Kunst im öffentlichen Raum gilt übrigens ein nackter Mann: Auguste Rodins Bronze-Abguss Das eherne Zeitalter (1875).

Die Künstlerliste umfasst viele der bedeutendsten Namen der Kunstgeschichte - und liefert ein gutes Argument dafür, Männerakten eine spezifische Schau zu widmen. Das Wettrennen mit dem Linzer Lentos, das nächste Woche ebenfalls eine Schau der nackten Männer eröffnet, wäre nicht notwendig gewesen. Es gibt sicher unterschiedliches Anschauungsmaterial genug.

Mag man der Bibel glauben, stand am Anfang der Menschheitsgeschichte ein nackter Mann. Da erscheint dessen vielfältige Zurschaustellung überfällig, sagt Museumsdirektor und Mitkurator Tobias G. Natter, auch in Anbetracht der langen Tradition nackter Frauenbildnisse in den Museen.

Klassizistische Aktstudien Ende des 18. Jahrhunderts sind kunsthistorisch interessant, dienen aber vor allem der Idealisierung antiker Helden und sind stark entpersonalisiert, was sie nicht vordergründig delikat macht. Spannender wird es ab Egon Schieles radikalen Selbstbildnissen: Nicht mehr die Anatomie, sondern die Kraft der Sexualität und die Frage nach körperlicher Identität stehen im Fokus künstlerischen Interesses.

Um dem Vorwurf des Sexismus zu entgehen, werden einige wenige feministische Positionen gezeigt: Etwas Louise Bourgeois' Fillette. Das vergrößerte männliche Geschlecht erinnert in seiner Plastizität, der rötlichen Farbe und durch die Art, wie es aufgehängt ist, an Rinderhälften in Kühlhallen.

Maria Lassnigs Gemälde handeln vom eigenen Körper als Projektionsfläche gesellschaftlicher Rollenzuschreibungen. In jüngerer Zeit franst das Thema männliche Nacktheit in alle Richtungen aus, Homoerotik, Genderkonstruktionen, Fragen nach der eigenen Identität machen die Schau sehenswert. Und provokant. Etwa die Schwarz-Weiß-Fotografie Man in Polyester Suit des 1989 verstorbenen US-Künstlers Robert Mapplethorpe: Aus einem Hosenschlitz lappt der Penis, Kopf und Beine des dazugehörigen Mannes sind allerdings abgeschnitten. Der Betrachter sieht nichts außer das ursprünglichste Schöpfungswerkzeug des Mannes.

Vor mehr als hundert Jahren musste Gustav Klimt sein Plakat zur ersten Ausstellung der Wiener Secession übermalen: Es zeigte König Theseus in seiner ganzen Pracht. Erstaunlich, dass man heute, wo nackte Frauenkörper in Werbungen alltäglich sind, bei männlichen Aktdarstellungen noch aufschreit. Die Hälfte der Plakate sollte rot überklebt werden. Die Kampagne hat ihr Ziel damit schon erreicht: Man redet über männliche Nacktheit.    (Timon Mikocki, DER STANDARD, 19.10.2012)

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Sexismus pur^^

warum regt sich eig keiner auf? in diesen Feminismusforen wärs zugangen wenns umgekehrt wär... so lächerlich alles

passend zum thema lied nr. 3

"Nackabatzerl" von 5/8erl in ehr´n.
neues wr. lied, cool!

"Erstaunlich, dass man heute, wo nackte Frauenkörper in Werbungen alltäglich sind, bei männlichen Aktdarstellungen noch aufschreit."

sehe ich auch so. was für eine heuchelei!

Die männliche Anatomie

bietet eben mehr "Angriffsfläche"...

Der "Aufschrei" ist aber nicht nachvollziehbar.

Junge, Junge

Wer solche knackigen Nockaspatzln anstössig findet, ist ein geistiges Nockapatzl, so schaut's aus.

Klarer beweis, wie sehr die "Kunst" am Ende ist

Oder kann man das anders deuten?
Ich mein, heute ist man ja schon ein Künstler, wenn man wo hinscheisst und sagt man ist andersrum...
Wie seht ihr das?

die austellung zeigt auch werke die nicht von "heut" sind

Was soll das??

"Um dem Vorwurf des Sexismus zu entgehen, werden einige wenige feministische Positionen gezeigt.."

Nackte männer sind ebensowenig sexistisch wie nackte frauen o. nackte bienen, vögel...!!

oder steine.

Gerade erst vor kurzem war ja die Rede von dieser nackten Frau in der Wiener Ubahn.

Könnte es vielleicht sein, dass bald eine Ausstellung von Bildern nackter Frauen kommt, und diese Dame da eine Art "Werbung" dafür war? ;)

Marina and the Diamonds - Sex yeah

Sex sex sex sex, Yeah, sex sex sex
Sex sex sex sex, sex, sex, sex, sex sex sex
Sex sex sex sex, Yeah, sex sex sex
Sex sex sex sex, sex, sex, sex, sex sex sex
(La la la)
Nothing is provocative anymore, even for kids
No room for imagining, cause everyone's seen everything
Question what the TV tells you
Question what a pop star sells you
Question mum and question dad
Question good and question bad.
If history could set you free,
from who you were supposed to be,

grün für die erwähnung von marina and the diamonds (neue cd aber lang nicht so gut wie die davor).

Im Übrigen gibt es viele berühmte Bilder und antike Skulpturen, die nackte Männer darstellen, die niemanden aufregen, obwohl man alles sieht. Grund: Es wird einem auch nicht plump der Schw..z ins Gesicht gehalten.

Fühlt sich jemand von Michelangelos David oder gar von einem nackten Jesus am Kreuz provoziert? Nein.

Der Frau Leopold geht es nur darum den Beidl zu inszenieren, egal wer ihn sieht, auch wenn es kleine Kinder entgegen der Erziehungswünsche ihrer Eltern und Lehrer sind.

Jeder Exhibitionist kriegt übrigens eine Sittenstrafe.

Beim NACKTEN Mann

geht es aber eben genau um den SCHWANZ!
Dass Exhibitionismus als Straftatbestand nur für Männer gilt, zeigt dessen besonderen Stellenwert - dem haben nackte Frauen nichts entgegenzusetzen!

Ich bin ja juristischer Laie, aber Nacktheit an sich ist wohl noch nicht Exhibitionismus, sondern ev. Erregung (sic!) e. öffentl. Ärgernisses ... für Exhibitionismus muss wohl noch ein bisserl was dazukommen...

Die Ausstellung legt eins offen: Eine Mann ist erst nackt, wenn man das Gemächt sieht, genauso wie eine Frau, die ihre Brüste zeigt. Ob der Rest des Körpers verhüllt ist oder nicht, regt dabei niemanden auf. Die primären Geschlechtsmerkmale definieren die Blöße und nicht der Verhüllungsgrad des Körpers.

Nervig und unangenehm an der Ausstellung der Frau Leopold finde ich, und scheinbar will sie vor allem uns Männer trollen, dass in der PR Kampagne Wert auf Adoniskörper mit Oversize-Ausstattung gelegt wurde und dass ein Großteil der Ausstellungsobjekte eine homoerotische Note hat. Diese Gleichsetzung nackter Mann schwuler Mann wirkt wie eine Zwangsprogrammierung.

Primäre Geschlechtsmerkmale ...

sind diese:
http://de.wikipedia.org/wiki/Gesc... htsmerkmal

Weibliche Brüste gehören definitiv nicht dazu.

Sie sollten vielleicht ein Aufklärungsbuch lesen, bevor Sie eine Meinung zu einem - Ihnen scheinbar fremden - Thema abgeben.

die im dunkeln sieht man nicht

gibt's männliche pendants zu niki de saint phalles nanas (hab jetzt irgendein beispiel herausgepickt)? ich sehe so selten moderne kunstwerke die sich mit nackter männlichkeit auseinandersetzen. gibt es sie und werden sie nur nicht gezeigt oder gibt es sie nicht?

Ihrer Meinung nach

sind (weibliche) Brüste primäre Geschlechtsteile?
Und was die von Ihnen so bekrittelte homoerotische Note betrifft: in keiner Gruppe ist der Stellenwert des männlichen Gliedes so hoch wie eben bei Schwulen (Frauen sind wohl verlogener)...

In manchen Religionen aber auch!!

Aha, gut dann ich weiß ich jetzt dass das eine Ausstellung für Schwule ist.

Sie brauchen ja nicht hingehen, wenn es Ihnen nicht passt

zum Glück kann jeder selbst wählen, was er sehen will und was nicht. aber dieses verlogene altmodische Getue "die Kinder sollen das nicht sehen" ist doch lachhaft. Die Kinder heutzutage sehen ganz andere Dinge als einen nackten Mann.

vieleicht ist es nur eine austellung VON schwulen für ALLE?

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