RWE-Manager leugnet anthropogenen Klimawandel

18. Oktober 2012, 14:45
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Vahrenholt: Haben 50 bis 100 Jahre Zeit für Dekarbonisierung der Energieerzeugung - aber nur wegen erschöpfter Ressourcen

Innsbruck - Der deutsche RWE-Manager Fritz Vahrenholt stellt die gängigen Katastrophen-Szenarien einer drohenden anthropogenen Erderwärmung zurück und hält die daraus abgeleitete Energiewende für "zu hastig" und noch dazu "mit falschen Argumenten" untermauert. Strom aus Erneuerbaren wie Photovoltaik und Wind sei mittlerweile ein immenses Kostenproblem, sagte der Aufsichtsratschef von RWE Innogy, die im Konzern für Renewables zuständig ist, am Donnerstag beim "Oesterreichs Energie Kongress 2012" in Innsbruck.

Die Belastung eines deutschen Haushalts durch Ökostrom steige mit der soeben fixierten Erhöhung der EEG-Umlage um die Hälfte auf 5,3 Cent je kWh von bisher 120 auf 180 Euro im Jahr - in Österreich sind es demgegenüber nur rund 36 Euro jährlich. Das sei mittlerweile bereits zu einem großen sozialen Problem geworden. Und: "Wenn wir so weitermachen, geht die Umlage in Deutschland noch bis auf 10 Cent", warnte Vahrenholt, der vor Jahren REpower mitaufgebaut hat und davor in den 90er Jahren SPD-Umweltsenator in Hamburg war.

Der ungehemmte Überfluss an hoch gefördertem Strom aus erneuerbaren Energien belaste nicht nur die Netze immens, sondern bringe die Strompreise an den Strombörsen unter Druck und mache damit herkömmliche Gas- oder Pumpspeicherkraftwerke unrentabel. Dabei sei gerade die Pumpspeicherung die wettbewerbsfähigste Form, um Elektrizität zu speichern. Österreich sei klug genug gewesen, auf Wasserkraft zu setzen.

"Zyklen natürlichen Ursprungs"

Ja, irgendwann werde man auch die Energieerzeugung dekarbonisieren müssen. Das könne aber im Laufe von 50 bis 100 Jahren geschehen, auch weil die fossilen Energieressourcen in der Tat endlich seien. Eine angstgetriebene Energiepolitik sei jedenfalls nicht nötig, denn die Erdabkühlungs- und -erwärmungs-Zyklen seien natürlichen Ursprungs. Greenpeace-Geschäftsführer Alexander Egit warf dem RWE-Experten daraufhin in einer Diskussionsrunde vor, er sei der einzige, der das so sehe, alle anderen Fachleute würden von einer menschengemachten Klimaerwärmung ausgehen. (APA, 18.10.2012)

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