Familie von Terrorverdächtigem entsetzt

18. Oktober 2012, 14:01
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Neue Details über Herkunft des 21-Jährigen bekannt geworden

New York/Dhaka - Die US-Bundespolizei FBI hat einen Anschlag auf das Gebäude der Zentralbank (Fed) in New York vereitelt und einen Terrorverdächtigen aus Bangladesch festgenommen. Der 21-jährige Quazi Mohammad Rezwanul Ahsan Nafis stehe nach eigenen Aussagen mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida in Verbindung und sei im Jänner mit dem Ziel eingereist, "die USA zu zerstören", teilten die Ermittler am Mittwoch mit. Die Familie des Mannes zeigte sich am Donnerstag bestürzt.

"Wir sind fassungslos", sagte der Vater am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP zu den Terrorvorwürfen. Nafis sei "kein radikaler Typ". Er könne nicht glauben, dass er einen Anschlag begehen wollte. Nafis' Schwager Arik sagte AFP, die ganze Familie weine, seit sie von den Ereignissen gehört habe. Nafis sei nicht radikal gewesen. Er sei jedoch sehr gläubig gewesen und habe fünfmal täglich gebetet und den Koran gelesen. Noch kurz vor seiner Festnahme habe die Familie mit ihm gesprochen und ihm von einer möglichen Braut für ihn erzählt.

Zu schlechte Leistungen für die Hochschule

Am Donnerstag wurden Details über die Herkunft des Terrorverdächtigen bekannt: Der 21-Jährige stammt aus der oberen Mittelschicht in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka, der Vater ist Vizepräsident der Nationalen Bank, seine Schwester Ärztin. Er selbst studierte an der als äußerst liberal geltenden und teuersten privaten Hochschule des Landes, North South University, musste diese jedoch wegen schlechter Leistungen verlassen.

Daraufhin ging er in die USA, wo er nach Angaben seines Vaters Quazi Mohammad Ahsanullah ein Semester an der Missouri Southern State Universität studierte. Da die Hochschule zu teuer gewesen sei, sei er dann nach New York gegangen, um in einem Hotel zu arbeiten.

Zünder waren nicht funktionstüchtig

Quazi Mohammad Rezwanul Ahsan Nafis habe das Gebäude der Federal Reserve im Süden Manhattans am Mittwoch mit einer 450-Kilogramm-Bombe sprengen wollen, erklärten die Ermittler. Der Zugriff erfolgte laut Staatsanwaltschaft, als Nafis den Sprengsatz zünden wollte. Durch die Arbeit verdeckter Ermittler habe sichergestellt werden können, dass für die Öffentlichkeit zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestand. Die Zünder des vermeintlichen Sprengsatzes seien nicht funktionstüchtig gewesen.

Nafis muss sich wegen des versuchten Einsatzes einer Massenvernichtungswaffe sowie der versuchten Unterstützung von Al-Kaida verantworten. Bei einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft. Das Gebäude der Zentralbank liegt nicht weit entfernt vom World Trade Center, das bei den Anschlägen vom 11. September 2001 zusammenbrach. Polizeichef Ray Kelly sagte, die Fed müsse nun auf die Liste der besonders gefährdeten Objekte aufgenommen werden. (APA, 18.10.2012)

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