Europas Leitbörsen schließen mehrheitlich im Plus

18. Oktober 2012, 18:25
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Entspannung nach spanischer Anleihen-Auktion - Nokia mit zwischenzeitlichem Höhenflug

Frankfurt am Main - Die europäischen Leitbörsen sind am Donnerstag mehrheitlich mit leichten Gewinnen aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50, zu Beginn noch im Minus, zog am Nachmittag etwas an und schloss um 4,36 Einheiten oder 0,17 Prozent höher bei 2.574,19 Zählern.

Das heutige Treffen der EU-Regierungschefs habe die Aktienbörsen bisher nur wenig beeinflusst, hieß es aus Markt. Händler sprachen von einer abwartenden Stimmung. Die deutsche Kanzlerin sagte zudem vor Beginn des Gipfeltreffens, dass keine Entscheidungen anstehen würden. Man stelle allerdings die Weichen für den Dezember-Gipfel.

Unterdessen hat der Zinsdruck auf Spanien ein Stück weit nachgelassen, was die Stimmung an den Börsen deutlich aufhellte. Bei der Staatsanleihen-Auktion mit Laufzeiten von bis zu zehn Jahren gingen die Zinssätze merklich zurück. Spanien profitierte zudem von einer robusten Nachfrage nach den neuen Papieren und hat das angestrebte Ziel von 4,5 Milliarden Euro übertroffen.

Beim Ergebnis der Versteigerungen spiegelte sich die jüngste Entspannung der Lage am Markt für spanische Staatsanleihen wieder. Die Hoffnung der Anleger auf einen Hilfsantrag der spanischen Regierung beim Euro-Rettungsschirm zeigte ebenso ihre Auswirkungen wie der Verzicht der Ratingagentur Moody's auf eine weitere Herabstufung.

In den USA fielen die jüngsten Arbeitsmarktdaten schlechter aus als erwartet. In der Vorwoche ist die Anzahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe gestiegen. Zuvor waren sie auf den tiefsten Stand seit 2008 gesunken war. Dem stand aber das überraschend deutlich aufgehellte Geschäftsklima in der Region Philadelphia gegenüber, und auch der Sammelindex der Frühindikatoren war im September kräftiger als erwartet gestiegen.

Im Fokus standen heute Nokia-Aktien, die nach Zahlen mit ein Plus von über acht Prozent zwischenzeitlich die Euro-Stoxx-50-Spitze erklommen und schlussendlich mit einem Gewinn von nur noch 1,00 Prozent auf 2,222 Euro den Handel beendeten. Der angeschlagene Handyhersteller konnte mit seinem Quartalsumsatz und dem durchschnittlichen Verkaufspreis seiner Geräte die Analystenerwartungen übertreffen.

Schlecht schnitten Nestle ab, die auch den gesamten Nahrungsmittelsektor mit nach unten zogen. Die Aktien schlossen in Zürich mit minus 1,69 Prozent auf 61,20 Franken. Der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern konnte in den ersten neun Monaten seines Geschäftsjahres zwar organisch um 6,1 Prozent wachsen, verfehlte damit jedoch die Markterwartungen. Ein Börsianer verwies zudem auf den starken Kursverlauf im Vorfeld der Zahlen. Noch am Vortag hatte die Aktie mit 62,30 Franken einen Rekordstand markiert.

Für Autowerte lief es gut: Die Daimler-Aktien stiegen um 2,38 Prozent auf 39,56 Euro. Das "Manager Magazin" berichtete, der Autobauer wolle mit seinem Sparprogramm seinen Gewinn pro Jahr um mindestens drei Milliarden Euro steigern. Daimler kämpft vor allem in Europa und China mit Absatzproblemen. Laut einem Händler wurde bisher mit einem Einsparziel von einer Milliarde Euro gerechnet. Daher seien die nun berichteten drei Milliarden ein klar positives Signal.

Besonders gefragt war neben den beiden Großbanken Societe Generale (plus 2,53 Prozent auf 26,775 Euro) und Deutsche Bank (plus 2,11 Prozent auf 35,74 Euro) weiter der Rohstoffsektor, der laut Börsianern aufgrund seines Nachholpotenzials weiter von Umschichtungen profitiert hat. Saint Gobain thronte mit plus 2,08 Prozent und einem Schlusskurs von 28,115 Euro auf dem 1. Platz im Euro-Stoxx-50. (APA, 18.10.2012)

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