Apfelallergie: Symptome mit Apfelallergen reduzieren

18. Oktober 2012, 09:19
1 Posting

Eine Behandlung mit dem Hauptallergen Mal d 1 könnte die Lebensqualität der Kreuzallergiker deutlich verbessern

Wien - Die Birkenpollen-assoziierte Nahrungsmittelallergie ist eine häufige Begleiterscheinung der Birkenpollenallergie. Die Betroffenen plagen - etwa beim Verzehr von Äpfeln, Nüssen, Pfirsichen oder Kiwis - Schwellungen und Rötungen oder Juckreiz im Mund- und Rachenbereich. Eine Forschergruppe am Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung der MedUni Wien hat unter der Leitung von Barbara Bohle herausgefunden, dass sich die "Apfelallergie" mit einem Apfel-Allergen (Mal d 1) gut behandeln lässt und dabei hilft, die Symptome deutlich zu reduzieren.

In der aktuellen Studie, die jetzt im "Journal of Allergy and Clinical Immunology" publiziert wurde, haben die Wissenschaftler das künstlich hergestellte Molekül Mal d 1 als Tropfen unter die Zunge verabreicht. Damit wurde der Verzehr eines Apfels imitiert. Die Folge: Das Immunsystem wurde aktiviert und erste Anzeichen von Toleranz konnten gemessen werden. Das deutet darauf hin, dass bei längerer Behandlungsdauer Betroffene weniger sensibel reagieren und beim Biss in den frischen Apfel das Allergen besser tolerieren können.

Bohle: "Somit ist rekombinant hergestelltes Mal d 1 ein vielversprechendes Molekül, um die Birkenpollen-assoziierte Apfelallergie zu behandeln und die Lebensqualität der Betroffenen künftig deutlich zu verbessern." Das soll nun in einer klinischen Studie nachgewiesen werden. Teilnehmer werden noch gesucht.

Hartnäckige Kreuzallergie

Rund 400.000 ÖsterreicherInnen sind von der Birkenpollenallergie betroffen. Ihre Symptome können heutzutage durch Impfstoffe bereits gut behandelt werden. Der Nachteil: "Sie wirken zwar gegen das Birkenpollen-Allergen, aber nur selten gegen die Kreuzallergien", so Bohle. Zudem tritt die Birkenpollenallergie nur saisonal auf. "Unter der Nahrungsmittelallergie leiden die Betroffenen aber viel stärker und länger - nämlich das ganze Jahr." 70 Prozent aller Birkenpollenallergiker haben gleichzeitig eine Nahrungsmittelallergie. (red, derStandard.at, 18.10.2012)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Auch Menschen mit Birkenpollen-assoziierten Apfelallergien können demnächst getrost in einen Apfel beißen.

Share if you care.