Mordkomplott gegen saudischen Botschafter: Überraschendes Geständnis

US-Iraner Manssor Arbabsiar beauftragte DEA-Informanten mit Anschlag auf Adel al-Jubeir

Washington/Teheran - Im mutmaßlichen Mordkomplott gegen den saudiarabischen Botschafter in den USA hat sich am Mittwoch einer der beiden Hauptverdächtigen überraschend für schuldig erklärt. Der vor einem Jahr festgenommene US-Iraner Manssor Arbabsiar räumte vor einem Bundesgericht in New York ein, einen Anschlag auf den Botschafter geplant zu haben. Zuvor hatte Arbabsiar stets seine Unschuld beteuert. Das Strafmaß soll im Jänner verkündet werden, dem Angeklagten drohen bis zu 25 Jahre Haft.

Arbabsiar war Ende September 2011 am New Yorker Flughafen John F. Kennedy festgenommen und einen Monat später angeklagt worden. Die US-Justiz ermittelt ebenfalls gegen seinen mutmaßlichen Komplizen Gholam Shakouri, der flüchtig ist. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Männern vor, einen Bombenanschlag auf den saudiarabischen Botschafter Adel al-Jubeir in einem beliebten Restaurant in Washington geplant zu haben.

Das mutmaßliche Komplott flog auf, weil Arbabsiar den Mordauftrag an ein vermeintliches Mitglied einer mexikanischen Drogenbande vergeben wollte. Der Mexikaner war jedoch als Informant für die US-Drogenfahndungsbehörde DEA tätig. Shakouri, Mitglied der Al-Qods-Eliteeinheit der iranischen Revolutionsgarden, soll den Plan der Staatsanwaltschaft in New York zufolge mit dem Wissen anderer hochrangiger iranischer Vertreter gesteuert und finanziert haben.

Der Fall hatte die wegen des iranischen Atomprogramms angespannten Beziehungen zwischen Washington und Teheran weiter verschlechtert. Die Regierung in Teheran bestritt vehement, in die Affäre verwickelt zu sein. Arbabsiar erklärte in seinem Schuldeingeständnis aber, dass seine Mitverschwörer Angehörige des iranischen Militärs gewesen seien. (APA, 17.10.2012)

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