Vor 41.000 Jahren hätte die Kompassnadel kurz nach Süden gezeigt

  • Nicht nur das Klima hatte während der jüngeren Vergangenheit der Erde Abwechslungen zu bieten.
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    foto: norbert r. nowaczyk / gfz

    Nicht nur das Klima hatte während der jüngeren Vergangenheit der Erde Abwechslungen zu bieten.

Deutsche Geologen finden Belege für spektakuläre Vorgänge während der letzten Eiszeit

Potsdam - Wie Auszüge aus einem reißerischen Film von Roland Emmerich lesen sich die Befunde, die deutsche Geologen am Schwarzen Meer erstellt haben. In Sedimentkernen fanden sie Hinweise auf eine extrem kurze Umpolung des Erdmagnetfeldes, Klimaschwankungen und einen Supervulkan, wie das Deutsche GeoForschungsZentrum (GFZ) berichtet. Diese Daten untermauern frühere Erkenntnisse - zum ersten Mal konnten nun anhand eines einzigen geologischen "Archivs" drei große globale Veränderungen untersucht und in einen eindeutigen zeitlichen Zusammenhang gebracht werden.

Rasche Umpolung

Vor 41.000 Jahren, während der letzten Eiszeit, kam es zu einer vollständigen und schnellen Umpolung des Erdmagnetfeldes. Magnetische Untersuchungen des GFZ an Sedimentbohrkernen aus dem Schwarzen Meer belegen, dass in diesem Zeitraum ein Kompass nach Süden statt nach Norden gezeigt hätte. Daten aus anderen Regionen bestätigen, dass es sich um ein globales Ereignis handelte: Ein Wissenschafterteam um GFZ-Forscher Norbert Nowaczyk und Helge Arz präsentierte in der neuesten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Earth and Planetary Science Letters" entsprechende Ergebnisse anderer Studien aus dem Nordatlantik, dem Südostpazifik sowie aus Hawaii.

Erstaunlich ist für die Forscher die Geschwindigkeit der Umpolung: "Die der heutigen Orientierung der Feldlinien entgegengesetzte Magnetfeldgeometrie bestand für lediglich etwa 440 Jahre und war zudem mit einer Feldstärke verbunden, die nur etwa einem Viertel der heutigen Stärke entspricht", erklärt Nowaczyk. "Auch die eigentlichen Umpolungsphasen selbst dauerten jeweils nur etwa 250 Jahre. Das ist, in geologischen Zeitskalen gedacht, enorm schnell." Zudem war die Feldstärke während dieser Umpolungsphasen noch um ein Vielfaches geringer: Die Intensität des Erdmagnetfeldes lag in diesen kritischen Zeiträumen bei lediglich einem Zwanzigstel des heutigen Werts. 

Verlust des Strahlenschutzschildes

Das bedeutet, dass die Erde weitgehend ihren Strahlenschutzschild verloren hatte, was zu einer deutlich erhöhten Belastung durch kosmische Strahlung führte. Der Beleg sind Spitzenwerte von radioaktivem Beryllium (10Be) in grönländischen Eisbohrkernen aus dieser Zeit. 10Be sowie radioaktiver Kohlenstoff (14C) entstehen durch die Kollision von energiereichen Protonen aus dem Weltall mit Atomen der Erdatmosphäre.

Die nun mittels der Magnetisierung von Sedimenten des Schwarzen Meeres nachgewiesene Magnetfeldumpolung ist bereits seit 45 Jahren bekannt. Sie wurde zuerst anhand der von der heutigen Richtung des Erdmagnetfeldes deutlich abweichenden Magnetisierung mehrerer Lavaströme in der Nähe des Ortes Laschamp bei Clermont-Ferrand im französischen Zentralmassiv entdeckt. Seitdem wird dieses Umpolungsereignis auch als "Laschamp-Event" bezeichnet. Doch stellen die Daten aus dem Zentralmassiv lediglich einige wenige Momentaufnahmen des Erdmagnetfeldes der letzten Eiszeit dar, während die neuen Daten aus dem Schwarzen Meer das komplette Geschehen in hoher zeitlicher Auflösung widerspiegeln.

Klimawechsel und Supervulkanausbruch

Neben den Hinweisen auf eine Erdmagnetfeldumpolung entdeckten die Potsdamer Geoforscher in den untersuchten Bohrkernen auch Hinweise auf zahlreiche plötzliche Klimaänderungen während der letzten Eiszeit, wie sie bereits von den Grönländischen Eisbohrkernen her bekannt sind. Dies ermöglichte letztendlich erst die präzise Synchronisation der Datensätze aus dem Schwarzen Meer und dem Grönländischen Festlandeis.

So ist auch die größte vulkanische Eruption der letzten hunderttausend Jahre auf der Nordhalbkugel, nämlich der Ausbruch des Supervulkans im Bereich der heutigen Phlegräischen Felder bei Neapel vor 39.400 Jahren, in den untersuchten Sedimenten dokumentiert. Die Asche dieses Ausbruchs, bei dem etwa 350 Kubik-Kilometer Gestein und Lava ausgeworfen wurden, verteilte sich im gesamten östlichen Mittelmeerraum und bis nach Zentralrussland. (red, derStandard.at, 20. 10. 2012)

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Interessant ist was im hl. Koran steht, dass das ende der menschheit gekommen ist, wenn die sonne im westen aufgeht.

Wenn nun der nordpol im süden liegt, ist westen dort wo die sonnne aufgeht...

ich hab schon mal

meinen kompass umgepolt, sodass die nadel nach süden zeigte - hat mich nicht annähernd 250 jahre gekostet!

Umdenken

Anstatt in die Natur eingreifen zu wollen, sollten wir das tun, was wir am besten tun können: uns anpassen. Und wenn wir dabei aus Gier nicht alles zerstören, wirds spannend und gut ausgehen - was immer der Grund für Änderungen des sog. Status Quo in und auf der Welt ist - Menschen, Sonne, Magnetfeld etc.

Nicht nur ist dein Post wie eine Katastrophe zu lesen, er ist auch genauso wenig Lesenswert.

Unsere Spezies überlebt seit den bescheidensten Anfängen ausschliesslich durch ihre Fähigkeit die Natur um sie herum in hohem Ausmaß zu manipulieren, und wird das auch weiterhin tun.

Aber wenn du dich anpassen willst, bitte...leg deinen Computer weg und fang an zu mutieren. Denn mal ganz ehrlich...über Anpassung statt Manipulation zu schwadronieren, und dabei einen aus den Elementen in unserer Natürlichen Umgebung gefertigten Rechner zu verwenden ist mal richtig schön geheuchelt.

Arm.

Uns anpassen

Gute Idee. Ich mutier dann mal, bis später.

keine wikrlich neue Erkentnis!

Es war der Schwarze Monolith....

nein der schwarze Obelisk

siehe schwarze KAtze weißer KAter
die hat eben den NAgel rausgezogen

Kommt zeitlich nicht ganz hin.

Sehr interessant die werten der grönländischen eisborkernen bestätigt zu sehen - aus einer ganz andere region.
Der supervulkan scheint aber das weltklima nicht so stark beeinflußt zu haben?

"Auch die eigentlichen Umpolungsphasen selbst dauerten jeweils nur etwa 250 Jahre."

250 Jahre! wirklich sehr erstaunlich!

und genau in dem Zeitpunkt beginnt in der Menschheitsgeschichte das

Jungpaläolithikum. Der "Cro-Magnon-Mensch" taucht in Europa auf, es entstehen die wunderbaren Höhlenmalereien in Frankreich. Der Neantertaler verschwindet.

schon damals waren die auswirkungen durch einen fehlerhaft funktionierenden kompass fatal!

Zufall oder spontane Mutation?

Dat warn ausserirdischen Flugobjekt..

"Höheres Strahlungsniveau" könnte damit zu tun haben.

der moderene mensch ist wesentlich älter...

.... entstand vor etwa 100 k jahren in afrika...
kam aber erst vor 40 k nach europa...

Uih, da werden die Klimawandel-Leugner fast auszucken vor Freude...

Leugner, hihi,

ab auf den Scheiterhaufen mit Ihnen, aber nein: das wäre ja wieder zu viel CO2 Verbrauch...

Wieso?

Wär doch CO2 neutral. :)

Das Klima wandelt sich, seitdem die Erde eine Atmosphäre hat. Und selbst in dem kurzen Zeitraum den wir nicht nur aus Bohrkernen sondern auch aus der Geschichtsschreibung etwas genauer überblicken können, gab es erhebliche Klimaschwankungen.

Und keine einzige davon geschah auch nur annähernd so schnell.

Es kann schon sein dass wir uns in einer Warmphase befinden, um genau zu sein ist es sogar wahrscheinlich.

Nur ob es tatsächlich reiner Zufall ist, dass die enorme Beschleunigung der Erwärmung genau mit dem Beginn der industriellen Revolution zusammenfällt? Ich würd mal sagen: statistisch unwahrscheinlich.

Gibt es die überhaupt?

Gut, es gibt auch Menschen die den Holocaust leugnen, aber der Klimawandel an sich ist wissenschaftlich bewiesen und wohl kaum abzustreiten.

Ich würde mich selbst als Skeptiker beziehen, die Skepsis bezieht sich aber auf einen anderen Bereich. Der Klimawandel ist unumstritten, und auch dass der Mensch dazu beiträgt ist höchst wahrscheinlich. Dass sich alle immer nur aufs CO2 stürzen verstehe ich aber nicht. Wir f*cken unseren Planeten wo's nur geht, holzen riesige Wälder ab, blasen alle möglichen Gifte in die Atmosphäre, ziehen Kondensstreifen in die Luft (ne, nix Chemtrail) usw... All das wird, neben natürlichen Ursachen, zur Erderwärmung beitragen. Die Frage ist nur wieviel jeder einzelne Faktor bewirkt, und welchen Anteil CO2 daran hat.

Andere Faktoren neben CO2 werden sehr wohl in Klimamodellen berücksichtigt: Methan, FCKWs, SF6, NO2, Aerosole, Albedoveränderungen, Intensität der Sonnenstrahlung ...

Allerdings ist CO2 der wichtigste Treiber der Klimaänderung und alle anderen Faktoren werden soweit möglich in CO2-Äquivalente umgerechnet.

In der öffentlichen Diskussion geht es freilich meist fast nur um CO2, da hast du wohl recht.

Der Holocaust ist auch wissenschaftlich erwiesen. Dem wollten sie wahrscheinlich auch nicht widersprechen, ich wollte es nur festhalten.

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