Die trianguläre Robustheit mit solider Anschlussfähigkeit ins Zentrum und ein Bienchen namens Alaba

Vergleicht man das Passnetzwerk der Österreicher im Heimspiel gegen Kasachstan mit der Auswärtsperformance vom Freitag, sticht eine deutliche Verschiebung der Beziehungsschwerpunkte ins Zentrum beziehungsweise in die Spitze ins Auge. Die Ballstafetten entwickelten sich innerhalb sämtlicher Teamteile weitaus präziser. Den Kasachen flogen die österreichischen Dreiecke um geschätzte dreißig Meter früher um die Ohren als in Astana.

Waren dort noch die Innenverteidiger Prödl und Pogatetz die Schlüsselfiguren im Aufbau, erwies sich in Wien das Trio Alaba/Arnautovic/Junuzovic als Drehscheibe in den Offensivbemühungen. Nicht zuletzt durch Arnautovics Wechsel auf die andere Seite erfuhr das Netzwerk eine veritable Linksausrichtung. Zwischen ihm, Fuchs und Alaba etablierte sich eine trianguläre Robustheit mit solider Anschlussfähigkeit ins Zentrum.

Rund um den spielfreudigen Alaba entstand ein ganzes System an Dreiecken, etwa eines zwischen ihm, Pogatetz und Kavlak zum Zweck der kontrollierten Spieleröffnung und weitere zwei mit Kavlak/Junuzovic bzw. Arnautovic/Junuzovic für die Offensivrotationen vor dem kasachischen Menschenwall. Harnik wirkt in der Reduktion auf die drei wichtigsten Passbeziehungen verhältnismäßig isoliert und gibt damit auf den ersten Blick ein Spiegelbild von Andreas Ivanschitz' Vorstellung im Auswärtsspiel auf dem linken Flügel ab. Das mag damit zusammenhängen, dass seine Rolle zwischen rechtem Flügel und hängender Spitze changierte.

Jankos Einbindung ins Projekt 4:0 liest sich als Zeichen höchster Effizienz: Er schöpfte bzw. köpfelte das Maximum. Kollers Entscheidung, seine Inselbegabung von Beginn an zu bringen, ging ebenso voll auf wie die Reaktivierung des genesenen Bienchens namens Alaba. (Helmut Neundlinger, DER STANDARD 18.10.2012)

SCHLÜSSELSPIELER*

1. Alaba 182 ( 89/93)

2. Arnautovic 161 ( 71/90)

3. Pogatetz 159 ( 88/71)

3. Junuzovic 159 ( 75/84)

5. Kavlak 156 ( 81/75)

6. Klein 124 ( 68/56)

7. Fuchs 113 ( 64/49)

7. Prödl 113 ( 62/51)

9. Harnik 79 ( 29/50)

10. Dragovic 54 ( 28/26)

10. Janko 54 ( 18/36)

*Gegebene und angenommene Pässe

ERFOLGREICHE PÄSSE IN PROZENT

1. Prödl 98,4 ( 61 von 62)

2. Dragovic 96,4 ( 27 von 28)

3. Pogatetz 90,9 ( 80 von 88)

4. Kavlak 90,1 ( 73 von 81)

5. Junuzovic 89,3 ( 67 von 75)

6. Alaba 88,7 ( 79 von 89)

7. Fuchs 87,5 ( 56 von 64)

8. Klein 86,7 ( 59 von 68)

9. Arnautovic 85,9 ( 61 von 71)

10. Jantscher 85,7 ( 6 von 7)

11. Janko 77,7 ( 14 von 18)

12. Harnik 72,4 ( 21 von 29)

TEAMANTEIL ERFOLGREICHER PÄSSE

1. Pogatetz 12,8

2. Alaba 12,6

3. Kavlak 11,7

4. Junuzovic 10,7

5. Arnautovic 9,8

5. Prödl 9,8

7. Klein 9,4

8. Fuchs 9,0

9. Dragovic 4,3

10. Harnik 3,4

11. Almer 2,9

DIE MEISTEN PÄSSE/PASSVERSUCHE

1. Alaba-Arnautovic 22

2. Fuchs-Arnautovic 21

3. Junuzovic-Alaba 20

4. Junuzovic-Arnautovic 18

5. Pogatetz-Prödl 16

5. Arnautovic-Junuzovic 16

5. Kavlak-Alaba 16

5. Prödl-Pogatetz 16

9. Klein-Kavlak 14

10. Arnautovic-Alaba 13

10. Alaba-Pogatetz 13

10. Kavlak-Junuzovic 13

10. Pogatetz-Kavlak 13

10. Alaba-Fuchs 13

AM ÖFTESTEN ANGESPIELT

1. Alaba 93

2. Arnautovic 90

3. Junuzovic 84

4. Kavlak 75

5. Pogatetz 71

6. Klein 56

7. Prödl 51

8. Harnik 50

9. Fuchs 49

10. Janko 36

11. Dragovic 26

GABEN DIE MEISTEN PÄSSE

1. Alaba 89

2. Pogatetz 88

3. Kavlak 81

4. Junuzovic 75

5. Arnautovic 71

6. Klein 68

7. Fuchs 64

8. Prödl 62

9. Harnik 29

10. Dragovic 28

Die Analytiker

FAS.research mit Sitz in Wien und New York war schon bei den Weltmeisterschaften 2006 und 2010 sowie den EM-Endrunden 2008 und 2012 im Einsatz und analysiert exklusiv für den STANDARD Österreichs WM-Quali-Spiele. Team: Ruth Pfosser, Helmut Neundlinger, Wolfgang Streibl und Harald Katzmair.

Der Ansatz

Die Spielzüge werden aufgenommen und codiert. Der Datensatz wird netzwerkanalytisch ausgewertet, das Ergebnis wird interpretiert. In der Grafik werden die Ballwege zu den drei wichtigsten Passpartnern verdeutlicht. Die Kreisgrößen ergeben sich aus den Summen angekommener und abgegebener Pässe.

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FAS

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@redaktion:

Nur eine kleine Frage:
Seid Ihr mit unserem Landeshauptmann auf der Jagd gewesen? Schliesslich kommt das Wort "changieren" ja aus dem "Jägerlatein":-))

In der Jägersprache den Wechsel einer Fährte (Verlieren und Aufnehmen einer anderen Fährte) durch einen Jagdhund.[3]
quelle:http://de.wikipedia.org/wiki/Changieren

changieren kommt aus dem französischen/lateinischen und bedeutet einfach "wechseln".

ist eines jener ursprünglich französischen Wörter, die das Österreichische so angenehm machen...

(die wiki-seite listet ja auch noch andere spezialbedeutungen auf...)

Wenn man sich alle 3 Analysen der Qualispiele anschaut, fällt auf das die Musik im Angriff immer dort spielt wo Arnautovic ist. Und zwar egal ob er links oder rechts spielt und ober er gerade in Spiellaune ist oder eher Lustlos wirkt wie in Astana.

lustlos "WIRKT" er fast immer. ich glaube aber, dass das einfach sein spielstil ist, wenn man sich anschaut, mit welch aufreizender lässigkeit er seine pässe spielt. und er ist erfolgreich damit.

heutzutage rechnen die verteidiger mit typen, die quasi 90 minuten rackern (harnik, junuzovic), ohne pause und ende. arnautovic beherrscht auch den tempowechsel. das macht es für die verteidiger schwieriger, weil neue möglichkeiten dazu kommen. zuerst den gegner in sicherheit wiegen (lustlosigkeit), dann losschlagen. vor dem bist du nie sicher.

dem stimme ich zu. Das offensivspiel im Fußball könnte man unter Umständen vielleicht sogar mit einer Jagd aus dem Tierreich vergleichen.

Da schadet es nicht beim anpirschen unauffällig auszusehen.

Schaut aus als obs dem Janko und Harnik den Ball net geben wollten

super grafik, zeigt sehr schön mehrere punkte auf:

A: die Relevanz von Pogatetz und Prödl im Aufbauspiel die tlw. aufrund der offensiven Ausrichtung von Alaba immer abwechselnd den 6er gaben! Speziell Pogatetz wurde von einigen "experten" ungerechtfertigt gebasht, hat vielleicht im Angriff 2-3 mal den ball verdribbelt aber sonst top gespielt!

B: die rechte Seite! Meiner Meinung nach war Klein bei weitem nicht so agil wie Fuchs auf der linken Seite und hat dadurch Harnik den Rücken nicht freihalten können. Dadurch war Harnik recht satelitisiert und die rechte Seite dementsprechend schwach. Harnik ist allerdings auch gern nach innen gezogen wodurch die breite verloren ging!

C: Die schwäche im Aufbauspiel: der letzte Pass in den Strafraum, Einbindung der Stürmer ist weiterhin offensichtlich!

Interessant wäre die Pässe nach Relevanz zu bewerten.
Mir geht da ein Pfeil von Alaba zu Janko ab, waren ja nicht gerade die unwichtigsten. ;)

da kann ich nur voll zustimmen. trotzdem gibt die grafik viel aufschluss über das österreichische spiel.

die relevanz ist wohl aber die menschliche leistung, die kreativität, dinge ausserhalb der norm erfolgreich zum abschluss zu bringen.

alaba kann aber auch da offensichtlich beides. genialer typ.

Danke für den Hinweis! Interessant ist auch, dass kein einziger Pass vom Klein zum Harnik gegangen ist.

es ist zwar interessant, dass harnik keine wichtige anspielstation für klein war, aber es war natürlich nicht keiner. es werden nur die 3 häufigsten passwege pro spieler angezeigt. kleins waren prödl, kavlak und der immer wieder auch rechts auftauchende alaba.

Harnik ist generell interessant. Er hat 50 angenommene Pässe, aber nur ein kleines Pfeilchen vom Janko zu ihm .. wie geht das?

viele verschiedene leute haben ihn angespielt.

Eindruck täuschte nicht, aber was ist die Erklärung dafür das Harnik so wenig eingebunden wurde

spielerisch war es diesmal eh okay, aber so unsymetrisch offensiv zu spielen muss nicht immer gut gehen.

Ich würd sagen die Erklärung dafür ist, dass Harnik eher ein Janko'scher Satellit war.

Ähnlich Weimann am Freitag. Janko reißt die Löcher auf, Harnik stößt in eben diese vor. Vom System her würde sich dann fast eher ein 4-4-1-1 ergeben. Aufgrund der kasachischen Menschenmauer kamen aber eher nur wenig Pässe direkt in die Spitze.

Anzahl der eroberten Bälle wäre auch noch ganz spannend ;)

Nächstes mal

bitte nicht einfach von Google übersetzen lassen. Das Kauderwelsch ist ja kaum lesbar!

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