Ungarns Premier Orbán setzt den Banken zu

András Szigetvari, 17. Oktober 2012, 18:45

Die Abgabe für die Institute wird doch nicht halbiert, die Finanztransaktionssteuer aber verdoppelt

Budapest/Wien - Nach einem monatelangen Burgfrieden geht die ungarische Regierung wieder auf Konfrontationskurs mit den Banken. Wirtschaftsminister György Matolcsy präsentierte am Mittwoch in Budapest eine Reihe an neuen Einsparungen und Steuererhöhungen, mit denen die ungarische Regierung die Neuverschuldung im kommenden Jahr unter drei Prozent drücken will.

Den größten Teil der neuen Lasten werden die in Ungarn tätigen Kreditinstitute, darunter die österreichische Raiffeisen Bank International und die Erste Group, tragen. Entgegen den bisherigen Plänen wird die Regierung die Bankenabgabe 2013 nämlich nicht halbieren, sondern in voller Höhe beibehalten. Der Schritt soll den Bankensektor 72 Milliarden Forint (260 Millionen Euro) kosten.

Österreichische Institute erzürnt

In Ungarn tätige Geldhäuser zahlen seit 2010 die von Premier Viktor Orbán eingeführte Sonderabgabe. Was die österreichischen Institute erzürnt, aber auch zu Kritik des Internationalen Währungsfonds (IWF) geführt hat, ist die Höhe der Steuer: Die Abgabe beträgt 0,53 Prozent der Bilanzsumme und liegt damit weit über den Sätzen in anderen EU-Ländern.

Beschlossen hat das Kabinett in Budapest zusätzlich die Verdoppelung der Finanztransaktionssteuer von 0,01 auf 0,02 Prozent. Die ungarische Variante der Steuer wird 2013 eingeführt und hat nichts mit dem in der EU diskutierten Modell gemein, sondern fällt bei Überweisungen und Behebungen an. Wirtschaftsminister Matolcsy will mit dem Nachtragshaushalt 1,3 Milliarden Euro einsparen. Matolcsy betonte, dass 90 Prozent der Maßnahmen von in Ungarn tätigen "multinationalen Konzernen" und nicht von den Bürger getragen werden.

Pläne nicht mit Kreditinstituten abgesprochen

Während sich Erste und Raiffeisen von dem neuen Steuerpaket überrascht zeigten und vorerst keine Stellungnahme abgeben wollten, reagierte der ungarische Bankenverband erbost: Die getroffenen Maßnahmen würden die Erholung der Wirtschaft gefährden und zu einem Rückgang bei der Kreditvergabe führen. Was die Interessenvertreter besonders reizt ist, dass die Pläne neuerlich nicht mit den Kreditinstituten abgesprochen wurden. "Dabei hat die Regierung zugesichert, künftig alle Maßnahmen vorab mit uns abzuklären", sagte ein Vertreter des Verbandes dem Standard.

Sandor Richter vom Wiener Osteuropainstitut begrüßt zwar, dass die ungarische Regierung Schritte zur Budgetsanierung setzt. Dass erneut Kreditinstitute einen Großteil der Lasten tragen werden, nennt er aber " einen Schuss ins eigene Knie". Der Bankensektor habe bereits massive Finanzlasten zu tragen.

Tatsächlich schreiben die Kreditinstitute in Ungarn derzeit tiefrote Zahlen. Besonders belastet hat die Banken die von der Regierung geschaffene Möglichkeit, Fremdwährungskredite zu einem fix festgelegten und damit günstigeren Wechselkurs in Forint abbezahlen zu können. 170. 000 Ungarn haben ihren Fremdwährungskredit im vergangenen Jahr im Rahmen der Aktion rückgezahlt. Das Problem: Weil sich vor allem wohlhabendere Kunden aus den Frankenkrediten verabschiedeten, haben sich die Kreditportfolios der Banken dramatisch verschlechtert. Fast 20 Prozent der ausstehenden Darlehen in Ungarn sind derzeit notleidend. (András Szigetvari, DER STANDARD, 18.10.2012)

Premier Viktor Orbán: Faire Lastenverteilung oder will er den Banken an den Kragen?

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die 260 Millionen Euro sind im verhältnis eine vernachlässigbare Grösse für die Banken.

Ihre Gewinne sind mehr 1000-fach so hoch.
Reflexartige Jammerei..

frühe freude,

die banken geben die mehrbelastung an die ungarischen konsumenten weiter in form von gebührenerhöhungen. letztendlich zahlen also die kontoinhaber, und dagegen hat orban so gut wie gar nichts.
ist es denen die sich hier so freuen nicht aufgefallen, dass 1. die banken in ungarn bleiben
2. sie beschweren sich nicht all zu viel

Der Orban, ein Kommunist!

Kein Wunder, ist er ja bei der Schwesterpartei der ÖVP!

Gesinnungsgenossen halt!

respekt. der mann hat mut

die anderen beraten, diskutieren, sondieren erfoldlos ob und wie die gewinne der banken sozialisiert werden können.
ich wünsche orban noch ein möglichst langes politisches leben.

Selten einfältig gepinselt

Sie wissen nicht was Sie denken / schreiben

wenn der orban so weitermacht, wirds mit ungarn noch steiler bergab gehen.

für die wähler ist es natürlich schön zu hören, wenn 90% der belastungen die multinationalen konzerne tragen müssen. aber werden dann diese multinationalen konzerne dann noch weiterhin in einem land weiterhin bleiben und investieren wollen? wenn nicht, dann gehen hunderttausende arbeitsplätze für die ungarn verloren.

die ungarische transaktionssteuer ist auch ein schritt 100 jahre zurück. liebe ungarn, freut euch, bald wird euer gehalt bar im lohnsäckel und die pensionen wieder mit der postkutsche ausgezahlt um die überweisungssteuer zu umgehen.

keine große belastungen

tragen die konzerne, weil sie auch begünstigungen kriegen. die autokonzerne z.b.
sie beschäftigen nicht so viele wie sie denken. zubehör wird nicht in ungarn hergestellt, lediglich montiert. das ist hilfsarbeit.

Die "Audi Hungaria Motor Kft" ist eine der grösste Motorfabriken der Welt.

bei weitem nicht nur Montage, sondern Komponentenherstellung und Produktentwicklung usw. auch.

hilfsarbeit kann ich auch in rumänien oder bulgarien erledigen lassen, und zwar ohne zusätzliche steuerliche belastungen aber mit eu-rechtssicherheit. das montagewerk schliessen und weiterziehen geht heutzutage sehr schnell.

"orban noch ein möglichst langes politisches leben"

In Bezug auf die rassistische Hetze gegen Roma auch?

Ich verstehe Sie nicht.

Jobbik Flüsterpropaganda verbreitet, dass Orbán ein Roma sei. Darf ich jetzt gegen Orbán... oder muss ich für ihn sein?

Sie flüstern doch nicht etwa selbst, Bagolyvár?

Orbán unterstützt den rechten Terror gegen Roma und ist folglich ein Rassist, ein krankes Hirn eben. Und letztere, finden sich überall! Mehr gibt’s dazu auch nicht zu sagen.

Verstehen Sie nun besser, verehrter Mitposter?

Schon amüsant: da macht ein Rechter in dem Punkt Politik, wie sie eigentlich die Linke machen müsste...

Najo, was erwartet man sich nach Schröder, Blair, Feigmann & co. eigentlich noch von der Sozialdemokratie?

amüsant ist das nur für menschen die noch immer dem rechts/links-schubladen-denken verhaftet sind

der hat als Nick auch einen völlig weltfremden Anarchosyndikalisten genommen. Der kann gar nicht anders.

Das erspart Nachdenken über die Gesetze der kapitalistischen Ökonomie.

Das hat mit Ideologien zu tun, und weniger mit Schubladen. Gewisse politische Massnahmen sind eben eher in einem Spektrum zu finden.
Dieses Larifari Freigeistdenken ist nur ein individualisierter Modetrend, der die Welt nicht weiter bringt.

>Den größten Teil der neuen Lasten werden die in Ungarn tätigen Kreditinstitute, darunter die österreichische Raiffeisen Bank International und die Erste Group, tragen.<

jipeeee
meine banken,
die gehören alllllllle mir, mir, mir, mir
und euch auch natütlich.

Ach ja, dieses Forum hier und die Leute in diesem Land sind so lächerlich. An den Postings sieht man, dass der ach so kluge Standardlesen genauso manipulierbar ist wie ein Heute-Leser. Vielleicht noch mehr...Vor 2 Wochen gabs einen "Nationalisten"

-Bericht über Orbans Beschlüsse, die eigentlich nichts mit Nationalismus am Hut haben. Dennoch seid ihr reingefallen und alles, was ihr über Ungarns Innenpolitik wisst, stammt wahrscheinlich von dieser durch die Finanzlobby kontrollierten Medienlandschaft (auch derStandard).
Orban wurde als Nationalist, Witzfigur, usw. beschimpft und die meisten gaben sogar grüne Bewertungen. Weil rechts ja schlecht ist...
Jetzt tut er was in euren Augen Gutes und schon ist er der Held und einzig korrekte Politiker in Europa. Weil links ja gut ist...

Was denn nun? Ist er jetzt rechts oder links? Oder merkt ihr endlich, dass das Ganze ein Trick ist, um die "Linken" gegen die "Rechten" aufzuhetzen, um vom wahren Thema abzulenken. Rechts/Links gibt es nicht!

Also, daß alle so uninformiert sind, wie du tust,

glaub ich auch nicht.

Aber für alle, die eine gscheite Zeitung lesen wollen, die ausgewogen über Ungarn informiert, so empfehle ich den Pester Lloyd:
http://www.pesterlloyd.net/

Da macht der Nestor Macher

Reklame für sein eigenes Produkt.

Rechts/ Links gibt es nicht?

Orban weicht radikal vom Schema ab, aber normalerweise fordert nur die Linke die Aufhebung des Privateigentums an den Produktionsmitteln, und die Rechte würde am liebsten die Finanzmafia in die Regierung befördern.

Aber wie einige Leute hier zu Recht bemerken,

ist das Schema falsch und erklärt nichts, sondern läßt nur Pawlowsche Reflexe in Aktion treten.

Die ganze Ideologie und Rhetorik von Fidesz und den Jobbik ist ein buntes Mix aus der Feindbildpflege des Realen Sozialismus und der Horthy-Zeit, und neoliberalem Blabla über die Wunder des Marktes.

Aber darüber soll man nicht die Fakten durchstreichen, daß die Regierung dort nicht viel Spielraum hat und mit dem Rücken zur Wand steht – wie die griechische oder die portugiesische. Ungarn ist dasjenige EU Nicht-Euro-Land, das am tiefsten in der Krise steckt.

Was die stehen noch immer mit dem Rücken zum Wand?

Und Ungarn hat es ohne Miliardenhilfe geschafft?

ich weiß nicht

banken und konzerne schreien bei jeder steuer so laut dass man nicht mehr weis wenns ihnen wirklich weh tut

die sollten bedenken dass sie so auf dem besten weg sind dass der doktor mal zu tief schneidet...

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