US-Börsen nach Google-Zahlen im Minus

18. Oktober 2012, 22:50
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Google patzt doppelt bei Geschäftszahlen - 8%-Kursabsturz

New York - Die New Yorker Aktienbörsen haben am Donnerstag nach der überraschenden Vorlage der negativen Google-Zahlen mit schwächeren Kursen geschlossen. Der Dow Jones Industrial Index sank leicht um 8,06 Punkte oder 0,06 Prozent auf 13.548,94 Einheiten. Der S&P-500 Index ermäßigte sich moderat um 3,57 Punkte oder 0,24 Prozent auf 1.457,34 Zähler. Der Nasdaq Composite Index verzeichnete unterdessen kräftigere Verluste und schloss mit einem Abschlag von 31,25 Einheiten oder 1,01 Prozent auf 3.072,87 Zähler.

Google rasselten, nachdem der Internetkonzern versehentlich während des laufenden Börsenhandels in New York seine Zwischenbilanz für das dritte Quartal vorgelegt hatte, massiv in die Tiefe. Was die Anleger sahen, gefiel ihnen gar nicht: Zwar steigt der Umsatz. Doch Google bekommt weniger als im Vorjahreszeitraum pro Klick von seinen Werbekunden heraus. Zudem nagen gestiegene Kosten am Gewinn. Der Patzer hatte Milliarden an Börsenwert vernichtet. Die Aktie brach zunächst um über neun Prozent ein und wurde kurzzeitig auf Wunsch von Google vom Handel ausgesetzt. Bei hohem Volumen konnten Google die Verluste bis zur Schlussglocke nur leicht eingrenzen und schlossen mit einem massiven Abschlag von über acht Prozent auf 695 Dollar.

Bereits am Vorabend hatten Ebay und American Express ihre Zahlen vorgelegt. Ebay konnte den Umsatz im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent steigern. Die Aktien legten kräftig um 5,46 Prozent auf 50,83 Dollar zu. American Express sackten unterdessen um 2,88 Prozent auf 57,66 Dollar ab. Der Kreditkarten-Anbieter verdiente im dritten Quartal unterm Strich 1,3 Milliarden Dollar (1,0 Mrd. Euro) und damit 1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. "Wir haben solide Ergebnisse eingefahren vor dem Hintergrund einer sehr unrund laufenden globalen Wirtschaft", sagte Konzernchef Kenneth Chenault.

Unterdessen hoben sich schwache wöchentliche Arbeitsmarktdaten und positive Stimmungsindikatoren in ihrer Wirkung an den Finanzmärkten gegenseitig auf, hieß es aus dem Handel. Im Vergleich zur Vorwoche legte die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf 388.000 Anträge zu, während Volkswirte mit 365.000 Anträgen gerechnet hatten. Dem stand aber das überraschend deutlich aufgehellte Geschäftsklima in der Region Philadelphia gegenüber, und auch der Sammelindex der Frühindikatoren stieg im September kräftiger als erwartet.

Travelers kletterten um deutliche 3,59 Prozent auf 73,94 Dollar an die Spitze des Dow Jones. Der US-Versicherer konnte seinen Überschuss von Juli bis September trotz des Hurrikans "Isaac" mehr als verdoppeln.

Die Aktien von Morgan Stanley drehten im Verlauf ins Minus und gingen mit einem deutlichen Abschlag von 3,79 Prozent auf 17,79 Dollar aus dem Handel. Die Neubewertung eigener Schulden hat die US-Investmentbank zwar im dritten Quartal in die roten Zahlen gerissen, operativ entwickelte sich das Finanzinstitut dagegen unerwartet gut. Die US-Großbank denkt über den Verkauf ihres Rohstoffgeschäfts nach. Das Geldhaus prüfe derzeit "verschiedene Strukturen" für die milliardenschwere Sparte, sagte Konzernchef James. (APA, 18.10.2012)

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