Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
vergrößern 900x572Ein Schlurf mit großem Herzen: Richard Hawley kitzelte im Wiener Theater Akzent ein paar Tränen aus seiner Gitarre. Der Saal frohlockte.
Wien - Die Ballade gilt im Pop gemeinhin als langsames Lied. Tendenziell ruhig, mit einer gewissen Trägheit als Grundstimmung. Das garantiert eine Basis, auf der starke Emotionen Platz und Zeit zum Gedeihen finden. Hier wird gebeichtet, gefleht, geheult; jeder seelische Exorzismus ist da gut aufgehoben. Richard Hawley fügt sich dieser Sichtweise prinzipiell, aber er vermittelt die Ruhe gerne bei voller Lautstärke.
Im Wiener Theater Akzent gab der Brite am Dienstagabend seine späte Österreich-Premiere und entsprach allen gehegten Hoffnungen. Der Mann im edlen Schlurf-Outfit samt dünner werdender Tolle an der höher werdenden Stirn gilt als einer der überzeugendsten zeitgenössischen Balladeure.
Damit geht das Bild eines sensiblen Künstlers einher, das Hawley mit einem Charme konterkariert, den seine Herkunft formte: das Arbeitermilieu der englischen Industriestadt Sheffield. In deren Spelunken ist er aufgewachsen, in diesen Oasen der Vergangenheit fühlt er sich heute noch wohl.
In seinen Songs beschwört der Romantiker deshalb gerne eine Welt, deren Individualismus vom gleichmacherischen Kapitalismus noch nicht verdrängt worden ist. Nostalgie bedeutet bei ihm Stärke, nicht Schwäche. Als Mitteilungsform dienen ihm klassische Drei-Minuten-Songs, wie man sie seit den Sixties kennt, daneben ergeht er sich in längeren Stücken, in denen live trotz wenig darstellerischer Action keine Fadesse aufkam.
Greifbare Atmosphäre
Eröffnet hat der 45-Jährige den Abend forsch mit dem Titelsong seines aktuellen Albums Standing at the Sky's Edge, im folgenden Don't Stare At The Sun legte er erstmals fürsorglich seinen Arm ums Publikum, mit Hotel Room führte er den ausverkauften Saal in eines dieser Minidramen, die Steine zum Weinen bringen. Ein Lied, in dem die Welt sich so lange dreht, solange die Liebste in seinen Armen liegt.
Hawleys genialischer Sideman Shez Sheridan ließ dazu seine Gitarre weinen, das Schlagzeug wischte Tränen von den Fellen, die Augen des Vortragenden schlossen sich.
Hawley hat einmal gesagt, er könnte jedes Mal vor Freude weinen, wenn seine Frau den Raum betrete. In dem Moment gab es keine Zweifel an der Aufrichtigkeit seines Bekenntnisses.
Hotel Room war einer der Songs, die die Vergleiche Hawleys mit dem ewigen Gott des Drei-Minuten-Dramas zulässig erscheinen ließen - mit Roy Orbison. Doch anders als der 1988 verstorbene Großmeister verbietet der Mann mit der Hasenscharte sich das Uptempo, singt nicht mit klarer Stimme die Engel an, sondern croont lieber in sein Pint. Er entlädt seine Geschichten abgebremst, Rockabilly mit angezogener Handbremse, aber dafür darf es laut werden.
In Perfektion führte das der Song Soldier On vor. Ein hoffnungsloser Schleicher zum Thema Abschied, den Hawley nach zwei Drittel explodieren ließ. Er stemmte sich mit der Gitarre gegen die Boxen, gab sich dem Rausch des Lärms hin wie süßem Schmerz.
Im besten Sinne des Wortes verrohten live viele Songs, wurden von der beherrschten Ekstase einer ausgezeichneten Band mit wildem Herzblut geflutet. Wie Hawley richtig sagte, es steht zwar nur sein Name auf dem Ticket, aber es handle sich um eine Band, in der jeder die selbe Wichtigkeit besitze.
Das bestätigten heftige Stücken wie Leave Your Body Behind You ebenso wie die zärtlichen. Um Remorse Code rhythmisch zu unterstützen, brauchte Hawleys Schlagzeuger nur Fingerkuppen und Handballen, um das Lied nach Hause zu streicheln. Das Attribut atmosphärereich erfüllte das Quintett so beinahe bis in den haptischen Zustand hinein. Ein großer Abend. (Karl Fluch, DER STANDARD, 18.10.2012)
Das "Heart of Noise"-Festival erkundet von Donnerstag bis Samstag die Randzonen elektronischer Musik
Sänger Bobby McFerrin eröffnet das Jazzfest Wien in der Stadthalle
Der US-Country-Music-Star mit markanter Optik feierte mit gejodelten Melodien Verkaufserfolge
Die Wiener Symphoniker mit Bruckners Neunter und einer Schlee-Uraufführung
Zwischen Dämmer und Euphorie, hinein in die Zonen des Schmerzes: Die britische Band The Veils gastiert am Dienstag im Wiener Flex
Man hätte sich gern zweigeteilt, als Deichkind und Kiss gleichzeitig ihre Versionen eines Nova-Rock-Höhepunkts präsentierten
Georg Nigl und Gérard Wyss mit Schuberts "Die schöne Müllerin" - Mit zeitgenössischer Begleitung absolvierte der ehemalige Sängerknabe Nigl seinen Liederabend
Comeback-Album "13" ist die erste Nummer Eins seit "Paranoid"
Der Song "Walk Don't Run" des US-Musikers wurde in einer Surf-Version der Ventures zum internationalen Hit
Classified für bestes Video des Jahres ausgezeichnet
Konzert am 14. März - Start des Vorverkaufs diesen Freitag - Im Zentrum des Gigs soll das Album "Litte French Songs" stehen
Welser-Möst und die Hofmusikkapelle im Musikverein
Alicia Keys will mit ihrem Album "Girl on Fire" einen Großbrand legen: "Set The World On Fire" heißt die Tour, mit der der Neosoul-Superstar am Donnerstag in der Stadthalle gastierte
Galt als Pionier der Flöte im Jazz
Bobby McFerrin tritt zum Jazzfest-Prolog in der Stadthalle an. Im Rahmen von "Spirit You All" widmet er sich der Gospelmusik
Sängerin Scout Niblett stellt am Mittwoch im Wiener Chelsea ihr aktuelles Album vor
Robert Schönherr, Philipp Jagschitz, Rudi Wilfer, Adrian Gaspar, Dena DeRose und Uli Scherer treten bei "Jazz Piano Austria" im Wiener Porgy & Bess auf
Bassbariton Erwin Schrott widmet sich einem Herzensprojekt und singt am Mittwoch aus seinem Tango-Repertoire
Vertrag läuft zunächst für zwei Jahre
Der düstere, knapp 86-jährige Blues-Veteran CeDell Davis gastiert am Dienstag mit seiner Band Brethren im Wiener Chelsea
Blutgerinnsel beim Bassisten - Ted Dwane konnte Krankenhaus mittlerweile verlassen
35 Jahre nach ihrem letzten Album haben sich die britischen Schwermetaller Black Sabbath um Ozzy Osbourne reformiert - Die bewährt düsteren und schleppenden Songs von "13" werden keinen alten Fan verstören - und die Rente sichern
Jänner-Block wird in den Juni verschoben - Motto für 2014 "Zukunft und Zeitlosigkeit"
Ehrenlegion-Ehrung hatte für Polemik gesorgt - Marine Le Pen "schockiert" über Auszeichnung für Dylan
Nicht nur ein klasse Konzert, sondern auch in der richtigen Lautstärke und mit sauberem Sound - eine Seltenheit. (Erinnere mich mit Schrecken an den lärmenden Elvis Costello in der Staatsoper).
Hab es sehr genossen, ein paar Songs haben mir gefehlt, z.B. „Baby you’re my light“, „Something is“ und „Valentine“, aber die sind ihm offenbar schon zu alt. Dafür war „Tonight the streets are ours“ dabei ...
ein ganz großes Konzert eines sympathischen , Lässigkeit und Eleganz verkörpernden Singer/Songwriters, der mit beseeltem Gesang und unverwechselbarem Gitarrenspiel zusammen mit seiner Band quasi die Sterne vom nachtblauen Himmel holte - ein wunderbarer Abend, der (für mich) ewig hätte dauern können...
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.