Salzburger Hochschulen gründen gemeinsame Plattform

17. Oktober 2012, 15:37

Hochschulkonferenz soll Kooperation institutionalisieren - 328,5 Millonen Euro Beitrag zum Salzburger BIP im Jahr 2011

Wien/Salzburg - Mit der Gründung einer Hochschulkonferenz will der tertiäre Bildungssektor im Bundesland Salzburg enger zusammenwachsen. "Wir wollen uns über unsere Tätigkeiten und Pläne austauschen, Synergien nutzen und Dinge gemeinsam tun", nannte der Rektor der Paris Lodron Universität Salzburg, Heinrich Schmidinger, am Mittwoch bei einem Pressegespräch als Ziel: "Auch international können wir nur dann reüssieren, wenn wir gemeinsam auftreten."

Sechs Einrichtungen

Nach Innsbruck und Graz ist Salzburg der dritte Hochschulstandort, der auf Landesebene eine derartige Plattform gründet. Auf Bundesebene gibt es seit kurzem die Österreichische Hochschulkonferenz. Schon jetzt existierten zahlreiche Kooperationen in Forschung und Lehre, waren sich die Vertreter der sechs Einrichtungen - Paris Lodron Universität Salzburg (PLUS), Universität Mozarteum, Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU), Fachhochschule Salzburg, Pädagogische Hochschule und Privatuniversität Schloss Seeburg - einig. Doch die Zusammenarbeit ist - trotz einer Konkurrenzsituation der Hochschulen untereinander - ausbaufähig.

Geräte und Labor gemeinsam nützen

So will beispielsweise Herbert Resch, Rektor der PMU, standortbezogene Forschungsschwerpunkte etablieren. Derzeit habe sowohl die PMU als auch die Universität Salzburg einen Schwerpunkt zu regenerativer Medizin. Gemeinsam könne man mehr erreichen, ist Resch überzeugt. Synergien soll dabei auch ein Geräteplan ermöglichen. Es müsse nicht jede Institution Geräte oder Laboreinrichtungen anschaffen, wenn man sie gemeinsam nützen könne. Für Reinhardt von Gutzeit, Rektor der Universität Mozarteum, geht es mit der Hochschulkonferenz auch darum, die internationale Wahrnehmbarkeit des Standorts Salzburg zu erhöhen.

"Enormer Wirtschaftsfaktor"

Die sechs Salzburger Hochschulen sind mit 23.000 Studierenden, 3.700 Mitarbeitern und einem jährlichen Budgetvolumen von 220 Mio. Euro ein enormer Wirtschaftsfaktor, betonte Friedrich Schneider, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Linz. Er hat die regionale Wertschöpfung und die Beschäftigungseffekte der Hochschulen analysiert. Demnach betrug der zusätzliche Wertschöpfungseffekt am regionalen Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2011 rund 328 Mio. Euro. Den zusätzlichen Beschäftigungseffekt durch die Hochschulen im Bundesland bezifferte Schneider mit 2.732 Personen.

Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) sieht in der Salzburger Hochschulkonferenz eine neue Qualität der Zusammenarbeit. Die Kooperation werde nicht mehr dem Zufall überlassen, sondern systematisiert, meinte Burgstaller. (APA, 17.10.2012)

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