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Leipzig - Um die Teamfähigkeit von Schimpansen zu testen, haben deutsche Forscher eine Reihe von Experimenten durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass die nächsten Verwandten des Menschen ein "Problem kollektiven Handelns" überwinden können, wenn es unter einer gewissen Komplexitätsstufe bleibt. Je größer die Gruppe und je komplexer die Situation, desto mehr setzt sich aber Handeln im Eigeninteresse durch, berichten die Forscher in den "Proceedings of the Royal Society B".
Die Wissenschafter des Leipziger Max-Planck-Instituts für Evolutionäre Anthropologie machten ihre Verhaltensstudien mit insgesamt zwölf Schimpansen. Im ersten Experiment, durchgeführt mit Dreier-Gruppen, musste ein Knopf gedrückt werden, um Tröge mit Saft für alle zu füllen. Im zweiten Versuch, an dem sechs Schimpansen beteiligt waren, mussten zwei Affen an einem Seil ziehen, damit es in einem Nachbarraum Erdnüsse regnete.
Die Forscher stellten die Hypothese auf, dass ranghöhere Tiere generell zum Handeln neigen, während rangniedrigere Tiere passiver bleiben und nehmen, was sie bekommen können.
Beim Saft-Experiment zeigte sich, dass tatsächlich eher die ranghöheren Tiere handelten - sie sorgten dafür, dass der Saft strömte. Davon profitierte die ganze Gruppe, das Problem kollektiven Handelns war überwunden. Beim Erdnuss-Experiment hingegen, wo einerseits Kooperation nötig war und sich die Belohnung in Form von Nüssen auch noch wild im Raum verteilte, brach dieses Muster zusammen. Stattdessen lernten die dominanteren Tiere schnell, an welcher Stelle im Raum es Nüsse regnete - und postierten sich davor. Das Problem kollektiven Handelns wurde nicht gelöst. Stattdessen hingen die Handlungen nun stärker vom individuellen Charakter der beteiligten Tiere ab.
Für die Forscher war das Experiment spannend, weil bis heute nicht ausreichend geklärt ist, wie Affen in freier Wildbahn in Gruppen erfolgreich jagen. Auch die Jagd - etwa auf Stummelschwanzaffen - könnte ein Problem kollektiven Handelns darstellen, so die Forscher. Denn die aktiven Jäger trügen ein größeres Risiko, sich zu verletzen oder zu viel Energie zu verlieren. Das verleite zum "Trittbrettfahren".
Die Saft- und Erdnuss-Experimente seien jedoch nicht genau mit dem Jagd-Problem vergleichbar, räumen die Forscher ein. Denn bei den Jagden hätten die aktiven Tiere gute Chancen auf ein größeres Stück der Beute und setzten dafür ihre Gesundheit aufs Spiel. Um das Geheimnis der erfolgreichen Gruppenjagden der Schimpansen zu lüften, müssten also noch weitere Experimente zu dem Problem kollektiven Handelns gemacht werden.
"Das moderne menschliche Leben ist voller Probleme kollektiven Handelns, bei denen Einzelne den Impuls haben, andere die Arbeit machen zu lassen und selbst die Belohnung zu kassieren", sagte Michael Tomasello, Mitautor der Studie. "Längerfristig unterminiert das aber die Zusammenarbeit, weil die Menschen den Trittbrettfahrern ihr Verhalten übel nehmen. Daher ist alles, was wir über Vorgänge im Zusammenhang mit Problemen kollektiven Handelns herausfinden können, sehr wichtig." (APA/red, derStandard.at, 17. 10. 2012)
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Obwohl bei uns auch ranghöhere und ranghöchste Politiker gerne jahrzehntelang passiv bleiben (vermutlich eine österreichische Spezialität) erklärt das in einem Land mit Untertanenmentalität doch wissenschaftlich so einiges!
Außer der Hut brennt schon so lichterloh, dass er die Frisur beschädigen könnte, dann wird er schon halbherzig gelöscht und sofort wieder aufgesetzt. (Bis zum nächsten Brand)
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