Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
vergrößern 800x505Der Aufgang zum Flakturm im Esterhazypark ist für eine bestimmte Gruppe gratis - aber kaum jemand weiß darüber Bescheid.
Manchmal muss man gar nicht wichtig sein. Man muss niemanden kennen. Und das Alfons Haider'sche Diktum, dass "manche Leute in diesem Land einen Ausweis brauchen - und andere ein Gesicht haben", muss auch nicht auf einen zutreffen: Mitunter kann sogar der Meldezettel zum VIP-Ausweis mutieren. Wenn man Bescheid weiß.
Aber der Reihe nach: Ich wohne in Mariahilf. Schon lange. Auch deshalb habe ich den Esterhazy-Flakturm oft auf dem Radar. Ich klettere fast so gerne wie schlecht an dem Klotz rum. Die Fische sind zum Kinderbespaßen denkbar unoriginell - aber eine sichere Bank. Und die Aussicht von oben ist genial. Seit ich mit der Ausrede "Job" im Augarten, im Arenbergpark und eben in Mariahilf auf die Türme durfte, ärgere ich mein Umfeld mit Erzählungen. Was sie versäumen, weil sie nicht ... und so weiter.
Im Arenbergbunker kam man mit Glück (ich habe nie kapiert, nach welchen Kriterien) von der MAK-Sammlung auf die "Ohrwascheln". Ganz hinauf durften Normalsterbliche nie. Blöderweise ist der Turm "bis auf weiteres" wegen "unvorhergesehener Sanierungsarbeiten" geschlossen, sagt die MAK-Homepage. Die Augartentürme sind noch geiler - aber für das Volk noch unerreichbarer
Anders im Esterhazypark: Der Rundlauf ist Aussichtsplattform. Man muss kein Fisch-Ticket-lösen: Wer halbwegs gut zu Fuß ist, darf um vier Euro über die Nottreppe außen hinaufstapfen - und 40 Meter über dem Boden die Stadt erleben. Weiter rauf geht es bisher nicht. Das soll sich aber ändern, erzählte unlängst der Chef des Bunkeraquariums.
Freilich nicht für alle: Der Direktor bedauerte, dass es aufgrund der Knüppel, die das Haus des Meeres von der Stadt mit schöner Regelmäßigkeit vor die Beine geworfen bekommt (siehe auch Ein Wiener Flakturm, der nach innen wächst), auch in Zukunft nicht möglich sein werde, nur zur Aussicht mit Rollstuhl oder Gehhilfe hinauf zu kommen: "Wir hätten, wenn wir die Außenlifte bauen hätten dürfen, natürlich auch die oberste Ebene allen Bezirksbürgern weiterhin gratis zugänglich gemacht. So geht das eben nur zu Fuß und bis zu den Ohrwascheln. Aber das bleibt so."
Ich stutzte: Was denn "weiterhin gratis" und "das bleibt so" bedeuten würden? Der Direktor wunderte sich: Es sei bekannt, dass der Besuch der Außenplattform seit langem für Mariahilfer gratis sei. "Als Dankeschön, dass die Anrainer mit Zweidrittelmehrheit unseren Aufbauwünschen zugestimmt haben." Ungeachtet der Tatsache, dass Rathaus und Magistrat alles von den Bürgern Genehmigte sukzessive unter jede Sinn- und Rentabilitätsgrenze gestutzt hätten, "gilt unser Versprechen", so der Aquariumschef.
Dass ich davon nie gehört hatte, konnte sich der Direktor nicht erklären: Jeder im Bezirk wisse das. Es stehe ja auch groß bei der Treppe. Das "Privilegium sechstum" ließ mir keine Ruhe: Das Schild beim Aufgang fand ich nicht - nur einen kleinen Hinweiszettel neben dem Eingang zum Haus des Meeres: Okay, ich bin oft unaufmerksam.
Also fragte ich Menschen mit meiner Postleitzahl: den Trafikanten. Den Optiker. Die Ärztin. Zwei Bezirksräte unterschiedlicher Parteien. Den Modemacher und seinen Freund. Kollegen. Freunde. Nachbarn. Lokalbetreiber. Sogar einen Fiakerkutscher und einen Fremdenführer: Davon, dass der Meldezettel ein Ticket sei, hatte keiner je gehört. "Soll ich den Zettel bei der Kassa vorlegen? Das klingt ein bissi grotesk", war eine der Antworten.
Aber es funktioniert. Obwohl die Dame an der Kassa einräumte, "nicht sehr oft Meldezettel zu sehen". Doch als wir dann an einem der letzten schönen Tage auf dem Südwestohrwaschel zur Gloriette blinzelten und mitgebrachte Sushi genossen, poppte ein Verdacht auf: Was, wenn es noch 1001 ähnliche Privilegien gibt - aber niemand von ihnen weiß? Gratifikationen, für die man dann Freischwimmerausweis, das erste Volksschul-Halbjahreszeugnis, Nutella-Banderole oder Thermenwartungsrechnung vorlegen muss?
Gibt es - im Land der Schnorrer, Privilegiensammler und Schnäppchenjäger - denn nirgendwo einen Überblick über solche Vorteile? Und wenn ja: Wo? Wie googelt man sowas? Oder ist vorstellbar, dass das Haus des Meeres als Monolith der seltsamen Vergünstigungen allein auf weitem Felde steht? Das wäre schade. Schließlich birgt der Gedanke, dass ein Meldezettel tatsächlich für etwas gut sein könnte, fast etwas Tröstliches. Man müsste es nur wissen. (Thomas Rottenberg, derStandard.at, 18.10.2012)
Nach dem Aus der Beziehung von Ex-ORF-Moderatorin Cathy Zimmermann und ZiB-Mann Roman Rafreider sucht eine ganze Branche nach schmutziger (Unter-)Wäsche.
Ob Schnee liegt oder nicht, ist bei den Events zu Winterbeginn längst völlig egal
Wer sich wirklich alt fühlen will, braucht nur mit Unter-25-Jährigen über Kommunikationstechnik zu plaudern: Die Zeit vor dem Smartphone ist für sie nur unwesentlich moderner als die Epoche der Kreuzzüge
Auf daStandard.at stand letztens eine gelungene Replik auf meinen Text, der sogenannte "Reality"-TV-Formate in Schutz nahm. Die Texte wirken widersprüchlich. Aber: Sind sie es auch?
Mallorca ist weit mehr als der Ballermann. Doch der ist sogar zum Saisonschluss so heftig, dass sich beinahe ein Plädoyer für überirdische Atomtests auf den Balearen ausgeht
Wer Trash-TV-Formate für erniedrigend und bloßstellend hält, hat nicht verstanden, worum es dabei geht. Weil er oder sie nicht wie die Zielgruppe denken kann oder will
Die Society-Rolle des Baumeisters zu beschreiben ist obsolet: Der "politische" Lugner passt aber ein bisserl zu Frank Stronach
Frank Stronach präsentierte seinen Fans im Magna Racino sich und seine Partei. Ein paar - unzusammenhängende - Puzzleteile und Polaroids einer Nacht, die angeblich in die Geschichte eingehen wird
Der Sachwalter von Hermes Phettberg erinnert daran, dass dem einst einzig wahren TV-Talker ein einsamer Geburtstag bevorsteht
Das Wetter am vermutlich letzten Badewochenende in Wien lud zu einem Besuch am Hausstrand der Wiener ein
Dass sich das MQ hinter die Hofstallungen ducken muss, hat einen unendlich banalen Grund
Gehen Sie zwischen 17 und 18 Uhr in eines der vielen Lokale des nicht amtsführenden Bezirksrat (es gibt nur einen einzigen in Wien) - sie sind in einem Quadrat angeordnet. Dann gibt es angeblich ein Achterl vom Haus, weil dazu hat sich der Bezirksrat verpflichtet - als Gegenleistung dafür, dass vor seinen Lokalen zu Werbezwecken das ganze Jahr die Weihnachtsbeleuchtung hängt und die öffentliche hand für die Stromkosten aufkommt.
Herzelichst
Ihr Lappe
Auch wenn Sie in der Schönbrunner Straße wohnen, sollten Sie wissen, dass im Esterhazypark kein Flakturm steht, sondern nur ein Richtturm. Auf diesem war das Sonar zur Ortung der feindlichen Flieger installiert. Der dazugehörige Flakturm steht in der Stiftskaserne.
Sonar verwendet man unter Wasser
Auf dem Feuerleitturm stand die Entfernungsmessanlage, die Richtung und Enfernung bzw. Flughöhe der anfliegenden Maschinen an den Geschützturm übermittelte. Die Messung erfolgte optisch und nicht elektrisch/elektronisch. Genau deswegen gibt es zu jedem Geschützturm einen Leitturm - deren oberste Plattformen exakt auf der gleichen Höhe lagen um die gemessenen Werte direkt an die Richtschützen weitergeben zu können ohne noch Höhenkorrekturen vornehmen zu müssen - und weil im Rauch der feuernden Geschütze eine optische Messung nicht möglich gewesen wäre...
dass diesem "privileg" schlicht und einfach eu-gesetze entgegenstehen? eintrittprivilegien nach wohnort sind in dieser form unzulässig. vgl. diskussion um bahn auf die feste salzburg, die für einheimische auch verbilligt ist (war)
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.