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"Holen Sie sich jetzt Ihre professionelle Firmenwebsite!": Zur Verfügung gestellt von Bürgermeister Siegfried Nagl.
vergrößern 750x717Der Brief von Bürgermeister Nagl an Grazer Unternehmer.

Offener Brief der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation der Wirtschaftskammer Steiermark an Bürgermeister Nagl: "Irreführung statt Wertschätzung".
Im November findet in Graz die Gemeinderatswahl statt, für Unternehmer gibt es von der Grazer Volkspartei jetzt ein besonderes Wahlzuckerl. Bürgermeister Siegfried Nagl verspricht den UnternehmerInnen eine Gratis-Website, schließlich will er Graz zur "digitalen Hauptstadt Österreichs" machen.
In einem Brief von Nagl, gerichtet an Grazer Unternehmen, heißt es unter anderem: "Sie als Wirtschaftstreibende sind der Motor der Grazer Wirtschaft, schaffen und garantieren tausende neuer Jobs. Deswegen freue ich mich, Ihnen mit unserer Initiative 'Digital Graz" eine kostenlose Website zu schenken." Der "Gutschein" von Bürgermeister Nagl decke "24 Monate kostenlosen Betrieb" und unter anderem technische Infrastruktur, Content Management System, mobile Site, Suchmaschinenoptimierung ab. Digitalherz wird als technischer Projektpartner angeführt.
Diese Aktion ruft jetzt Widerstand innerhalb der Grazer Kreativbranche hervor. In einem offenen Brief an Nagl meint etwa Jörg Ascher von MurAtelier - Mediengestaltung: "Nicht nur ich frage mich, ob Sie sich dessen eingedenk sind, was Sie mit dieser Aktion den vielen kleinen Agenturen für Grafik- und Webdesign und der Kreativ-Wirtschaft im Allgemeinen angetan haben und antun werden". Ascher "bedankt" sich dafür, "dass Sie mir die Arbeit mit den potentiellen Kunden abnehmen wollen und ich mich in einen ausgedehnten unbezahlten Urlaub begeben kann. Aufträge habe ich ja somit momentan keine mehr."
Heimo Lercher ist Obmann der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation in der WKO Steiermark und leitet die Werbeagentur I-Punkt in Graz. Die Grazer Kreativ-Community sei seiner Wahrnehmung nach ziemlich verärgert, bestätigt er gegenüber derStandard.at.
Rational sei diese Aktion von Bürgermeister Nagl zwar ein harmloses Gimmick, aber emotional sorge sie für großen Unmut. Sie sei nicht unbedingt die "ideale Botschaft" an die Kreativen. Dass die Grazer ÖVP breite Werbung für ein Unternehmen (Digitalherz) mache, sei seines Wissens nach durch das Einholen mehrerer Vergleichsangebote zumindest vergaberechtlich sauber gelaufen. Er selbst würde sich für seine Agentur keine Kunden wünschen, die ihren Webauftritt mit einem Gratis-Werbegeschenk umsetzen.
In einem offenen Brief (links als Download) der Fachruppe schreibt Lercher an Bürgermeister Nagl: "Wer auch immer dir empfohlen hat, Websites zu verschenken, hat etwas Entscheidendes vergessen: dass jede Kommunikationsmaßnahme Nebenwirkungen hat. Vorweg: Gratis-Homepages sind nichts Außergewöhnliches (es gibt viele Anbieter im Netz) und daher auch keine Existenzbedrohung für unsere Branche."
Höchst bedenklich seien allerdings "zwei irreführende Botschaften, die mit der Aktion mitschwingen", heißt es weiter. "Erstens, dass man mit einer 08/15-Website im Internet konkurrenzfähig ist - blanker Unsinn. Und zweitens,
dass professionelle Webauftritte für Unternehmen (fast) nichts kosten. Diese beiden Nebenwirkungen deiner
Werbeaktion treffen uns Kreative und Kopfarbeiter, die wir tagtäglich um die Wertschätzung unserer
Leistungen kämpfen, mitten ins Herz."
Im Büro von Bürgermeister Nagl hält man diese Aktion für ein "sinnvolles Wahlgeschenk". "Dieses Angebot der Gratis-Website richtet sich vor allem an Einzelunternehmen oder NGO's, die sich sonst eine eigene Website nicht leisten könnten", verteidigt Pressesprecher Thomas Rajakovics gegenüber derStandard.at das Projekt. Er glaubt, dass mit dem Projekt insgesamt eher Kunden angesprochen würden, die sich dadurch "erstmals zutrauen für sich eine Homepage anzulegen und nicht jene, die das sowieso schon vorgehabt haben." Rajakovics: "Die werden sich nach wie vor an einen der vielen Anbieter wenden."
Das Unternehmen Digitalherz habe die Idee der Gratiswebsite von sich aus an die Grazer ÖVP herangetragen. Neben dem Angebot von Digitalherz seien noch sechs andere Angebote dazu eingeholt worden, Digitalherz habe dann "aufgrund der Dauer" den Zuschlag bekommen. Wie oben erwähnt sichert Digital Graz Unternehmen "24 Monate kostenlosen Betrieb" der Website. Rajakovics könne den Unmut bei Grazer Webdesigner "bis zu einem gewissen Teil" sogar nachvollziehen. Aber jeder könne mit einer Idee an die Grazer ÖVP herantreten. (Astrid Ebenführer, derStandard.at, 17.10.2012/ergänzt am 18.10.2012)
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Zeigen Sie mir Webseiten von KMUs (wie z.B. http://www.ostheimer.at/) die Webdesign anbieten - wo sind dort die kostenlosen Webseiten. Richtig - es gibt keine, denn wir müssen Gehälter, Steuern und Sozialversicherung bezahlen - ist das beim von Steuergeldern finanzierten www.digitalgraz.at auch so?
Die Kreativen werden durch die Minigratislösung nicht arm werden. Genausowenig wie die Imbissbuden durch öffentliche Trinkbrunnen arm werden oder wie die Privatschulen wegen der kostenlosen öffentlichen Schulen pleite gehen usw.
Klar kann man alles miteinander Vergleichen, doch ob es mit dem Beispiel zusammenpasst ist zu hinterfragen, ich nehme hier Imbissbuden vs. Trinkbrunnen:
Die Imbissbude ist beispielsweise ein Einmannbetrieb und verkauft Würstel, diverse Getränke etc. als "Kerngeschäft" mit dem Ausschenken von Wasser werden's nicht reich werden.
Gerade die "Agenturlandschaft" in und um Graz ist aber nicht geprägt von großen Agenturen, bei denen dann eine kleine Website mit dem Wasservergleich zusammenpasst sondern vielfach von Klein-, Kleinst- und ich glaube sogar überwiegend von Einpersonenunternehmen, die - wenn der Schwerpunkt auf Arbeiten im Web liegt - 1:1 im selben Kundenbereich unterwegs sind wie das Gratisangebot auf Zeit.
Diese Problem hat im übrigen nicht nur die ÖVP, die noch dazu für sich beansprucht die beste Wirtschaftspolitik in diesem Land zu machen. Besonders die Kreativwirtschaft leidet unter diesem Dilettantismus in der Politik. Es fehlt völlig an Geist und Expertise!
...und auch ein sehr schönes Beispiel dafür, dass selbst nach der beta-lab-bruchlandung, die selbsternannte "Wirtschaftspartei" immer noch keine Ahnung vom Lauf der Realwirtschaft und dem ökonomischen Wert der Kreativarbeit hat. Sollte da nicht der Titel der cityofdesign besser wieder aberkannt werden, wenn zunehmend mehr Kriterien und Merkmale in einer der Citys nicht mehr erfüllt werden? Wir sollten da mal bei der Unesco nachfragen...
"Kreative" die ob dieser Aktion um ihr Geschäft fürchten, müssen sich sowieso Fragen ob sie nicht ihre Branche wechseln sollen. Und wenn CIS und h. Lechner jetzt Betroffenheit heucheln kann ich eh nur mehr lachen.
In Wahrheit geht's um die offensichtlich polarisierende Figur Nagl. Daher soll man gleich die politische Diskussion führen. Dieses Geschwurbel darüber, das mit den gratis Websites die creativszene in graz in Gefahr ist, ist doch nur massiv lächerlich.
Ich glaube nicht, dass wirkliche Profis um ihr Geschäft bangen, aber es geht meiner Meinung nach um folgendes Thema: Die Erstellung von Websites ist durchaus komplexer, als sich man das gemeinhin vorstellt, vor allem wenn die Website maßgeschneidert wird, nützlich und schön sein und gleichzeitig noch in Suchmaschinen optimal aufgefunden werden soll. Das geht - abhängig von der Branche und dem Umfeld - mit einem Websitebaukasten nicht und benötigt SpezialistInnen aus verschiedenen Disziplinen. Wenn man nun als "City of Design" so tut, als ob Kreativleistung nix wert wäre, ist das ein Signal dass sehr wohl bei den Abnehmern von Websites diesen falschen Eindruck erweckt: Nämlich eine Website habe den Wert eines Wahlkampf-Kugelschreibers.
es heisst natürlich www.digitalgraz.com
und dieser DRECK stört niemanden???
http://www.youtube.com/watch?v=BT8nhqJ9hyk
... der heimo lercher wird nix schlechtes über nagl sagen, der hat ja jahrelang höchstpersönlich den pr-auftritt des noch-bürgermeisters gestaltet!
aber prinzipiell kann man die aktion unter "eine weitere blödsinnigkeit der grazer övp" einordnen und die schublade zumachen. wann wird sich nagl wohl endlich von seiner pr-lady babel trennen? die redet ihm einen schwachsinn nach dem anderen ein.
ach ja: wenn ein bürgermeister (oder irgendein anderer politiker) etwas "schenkt", kann man davon ausgehen, dass es bereits vom steuerzahler bezahlt wurde. das wird gern verschwiegen.
Ein Mitarbeiter vom Nagl rechtfertigt die Aktion auf der FB-Seite auch damit, dass Gratis-Homepages auch schon 1997 vom Magazin News als Geschenk verteilt wurden.
1997!
News!
Was das alles über diese Stadtpartei und ihren Frontmann aussagt....
Hmmm.
Also erst bilden die AMS gefühlt Zehntausende freischaffende Webdesigner aus (verarschen also die Kunden mit einer wertlosen Ausbidlung, für die man am Sozialamt ausgelacht wird) ...
... und dann zerstört der Nagl die letzten Reste dieses Marktes.
die websites werden nix heißen, sondern man wird aus 5 verschiedenen templates wählen können.
jeder der das will freut sich über den gutschein, wenn er den gutschein nicht hat wird er wahrschienlich zu einem der unzähligen anbieter gehen
wer mehr geld investieren will, wird das auch neben diesem gutschein tun
na na, nix heissen, wenn man aus 5 verschiedenen templates wählen kann, ist eine gewagt aussage. mittlerweile kosten websites die besser gestaltet sind als viele von sogenannten profis wirklich nichts mehr. mit wordpress oder cargo kann man dass relativ einfach ohne profi zu sein. und das voll funktionsfähig. die branche ist einfach im umbruch.
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