Starre Fronten vor nächster Metallerrunde

17. Oktober 2012, 13:30
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Metallergewerbe hat mit 3,2 bzw. 3,4 Prozent abgeschlossen, Industrie bietet maximal 2,8 Prozent

Wien - Am Donnerstag,gehen bei den Metallern die Verhandlungen für einen Kollektivvertrag 2013 in die vierte Runde. Beide Seiten sind noch sehr weit voneinander entfernt. Da die Industrie an Grundsätzen der Gewerkschaftsbewegung gerüttelt hat, ist auch die Stimmung nicht die beste. Gestern und heute haben bundesweit Betriebsversammlungen stattgefunden. Gibt es morgen keine Einigung, wird sich die Belegschaftsvertretung voraussichtlich kommende Woche eine Streikfreigabe vom ÖGB holen.

Die Gewerkschaften fordern einen Lohnzuwachs von 5,0 Prozent, die Arbeitgeber bieten 2,26 Prozent. Kommen die Arbeitnehmer den Industriellen bei der Arbeitszeit entgegen, dann soll es ein Lohnplus von 2,8 Prozent geben. Die Inflationsrate liegt derzeit bei 2,7 Prozent. Die Beschäftigten des Metallgewerbes haben bereits einen Lohnabschluss erzielt, sie bekommen um 3,2 Prozent (Ist-Löhne) bzw. 3,4 Prozent (Mindestlöhne) mehr. Der Lohnabschluss der Metallindustrie lag im Vorjahr im Schnitt bei 4,2 Prozent.

Noch weiter als bei der Lohnhöhe sind beide Verhandlungsseiten beim "Rahmenrecht" entfernt. Die Industrie - vornehmlich Familienbetriebe - will, dass Arbeitszeiten auf Betriebsebene ausverhandelt werden - für die Gewerkschaften ein absolutes "No-go", so die beiden Chefverhandler Rainer Wimmer (Pro-Ge) und Karl Proyer (GPA). Sie sehen darin das Ende der Sozialpartnerschaft.

Die Metallerlohnrunde ist traditionell der Auftakt für die Herbstlohnrunde. Heuer ist aber alles anders. Der größte Fachverband, die Maschinen und Metallwarenindustrie (FMMI) mit 120.000 Mitarbeitern, verhandelt - zum Ärger der Gewerkschaft - erstmals alleine. Auch die anderen fünf Metallerverbände feilschen nun getrennt. (APA, 17.10.2012)

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