Fölser: 213 Länderspiele sind genug

17. Oktober 2012, 13:04
1 Posting

Feldspieler mit aktuell meisten ÖHB-Länderspielen zieht sich nach 16 Jahren aus Nationalteam zurück

Wien - Nach 213 Handball-Länderspielen hat Patrick Fölser am Mittwoch das Ende seiner Nationalteam-Karriere bekannt gegeben. Der 35-Jährige wird am 31. Oktober (20.25 Uhr) zum Auftakt der EM-Qualifikation in Linz gegen Bosnien-Herzegowina zwar dabei sein, aber nur zur offiziellen Verabschiedung. 16 Jahre nach seinem Debüt 1996 gegen Italien wird sich der Kreisläufer künftig rund ums Team um die Marketing-Aufgaben kümmern.

"Sicher ist Wehmut dabei. Aber es war immer eine große Ehre, im Nationalteam zu spielen", sagte Fölser bei einer Pressekonferenz in Wien. "Ich freue mich auf die neue Aufgabe und werde so an der Mannschaft dranbleiben." Die Signale des Körpers wie verlängerte Regenerationszeiten hätten dem Oberösterreicher gezeigt, dass es Zeit für einen Schlussstrich sei. Auf Club-Ebene wird er bei West Wien jedoch zumindest diese und nächste Saison aktiv bleiben.

"Der richtige Zeitpunkt"

Die Entscheidung hat Fölser nach dem WM-Qualifikationsspielen im Juni gegen Mazedonien im Sommer getroffen. Die EM 2014 sei als Ziel einfach zu weit weg gewesen. Die Rekordmarke der 246 Länderspiele von Ex-Goalie Ewald Humenberger bleibt unangetastet. "Für mich ist es der richtige Zeitpunkt", führte Fölser aus. "Ich hatte ein langes Gespräch mit dem Teamtrainer. Er hatte Verständnis, da er als Aktiver in einer ähnlichen Situation war."

Die Gruppenspiele bei der Heim-EM 2010 in Linz mit dem geglückten Aufstieg waren die Höhepunkte in Fölsers Teamkarriere, und dort soll nun eben auch die Basis für eine erfolgreiche Qualifikation für 2014 gelegt werden. Die Bosnier scheinen noch der einfachste, aber kein zu unterschätzender Gegner in Gruppe sieben zu sein. Russland und Serbien sind als Hauptgegner im Kampf um die Endrunden-Tickets zu erwarten.

Die jeweils ersten zwei der sieben Gruppen gesellen sich zu Veranstalter Dänemark, dazu kommt der beste Dritte. "Sollten wir nicht unter die ersten zwei kommen,", meinte dazu ÖHB-Generalsekretär Martin Hausleitner, "dann brauchen wir als Dritter vier Punkte. Mit denen würden wir um den letzten Endrunden-Platz in der ersten Reihe stehen." Coach Patrekur Johannesson wird seinen Kader am 27. Oktober in Linz zusammenziehen.

Gleich nach dem Bosnien-Match geht es weiter zu dem für 4. November angesetzten Auswärtsspiel gegen Russland, da es sich auf die vier Stunden Zeitunterschied einzustellen gilt. Die Partie wird nämlich in Perm gespielt, 1.150 Kilometer nordöstlich von Moskau. Beide ÖHB-Auftaktpartien werden live in ORF Sport + gezeigt. Weiter geht es Anfang April daheim in Graz und auswärts gegen Serbien, Mitte Juni folgt das Gastspiel in Bosnien und das Russland-Heimmatch.

Bis auf Fölser ist der Kader zusammengeblieben, neu dabei ist Fivers-Kreisläufer Christoph Edelmüller. Als Vorbereitung auf die Serbien-Spiele bestreitet das ÖHB-Team im Jänner zwei Vierer-Turniere. Vom 4. bis 6. Jänner in der Schweiz sind die Eidgenossen, Weißrussland und Katar die Gegner. Vom 10. bis 13. Jänner geht es in einem Turnier von Nicht-WM-Teilnehmern in Stockholm gegen Schweden und Tschechien sowie in Oslo gegen Norwegen. (APA, 17.10.2012)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Fölser: "Sicher ist Wehmut dabei"

Share if you care.