Mängelliste der Kulturpolitik des Landes Salzburg

17. Oktober 2012, 12:04
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Kulturstätten fordern tiefgreifende Reform

Salzburg - Dass die Kulturagenden in der Salzburger Landesregierung auf gleich vier Ressorts - zwei SPÖ, zwei ÖVP - aufgeteilt sind, könne nur mit der politischen Farbenlehre erklärt werden. Praktisch und effizient sei das nicht, kritisiert der Dachverband Salzburger Kulturstätten. Die Interessenvertretung von 75 Kultureinrichtungen hat eine Initiative zum Totalumbau der Kulturpolitik des Landes Salzburg gestartet. Die Zusammenfassung der Kulturagenden in einem Ressort steht auf dem Elf-Punkte-Reformprogramm an erster Stelle.

Der Forderungskatalog der Kulturstätten liest sich in Summe wie eine Mängelliste der Politik von Kulturressortchef David Brenner (SPÖ): fehlende Transparenz bei der Vergabe von Fördermitteln, keine mittelfristigen Fördervereinbarungen, unklare Kriterien bei der Besetzung des Landeskulturbeirates und mangelhafte Ausschreibungen bei der Nachbesetzung von Führungspositionen in der Kulturabteilung des Landes. Am deutlichsten werden die Defizite der Landes-Kulturpolitik bei den Budgetzahlen. Während die Stadt Salzburg 0,95 Prozent ihres Gesamtbudgets (4,1 Millionen Euro) für freie Kulturförderung ausgibt, kommt das Land auf magere 0,21 Prozent (4,6 Millionen).

Brenner, in der Regierung auch für die Finanzen zuständig, hält eine Erhöhung des Kulturbudgets für unmöglich. Auch dreijährige Fördervereinbarungen wie in der Landeshauptstadt lehnt er ab. Positiv beurteilt er eine Zusammenlegung der Kulturagenden und die Forderung nach einem eigenen Budgetansatz für nichtkommerzielle Medien. (neu, DER STANDARD, 18.10.2012)

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