Resselpreis für hydrologische Dissertation vergeben

Julia Derx untersuchte, wie Viren und Schadstoffe aus Abwässern in Flüsse und Seen gelangen

Wien - Wie Viren und Schadstoffe ins Grundwasser gelangen können, hat die Hydrologin Julia Derx von der Technischen Universität (TU) Wien in ihrer Dissertation anhand von Modellsimulationen untersucht. Dafür erhält sie am Freitag (19. Oktober) den diesjährigen Resselpreis der TU Wien. Die Auszeichnung ist mit 13.000 Euro dotiert und wird jährlich an herausragende interdisziplinäre Forschungsleistungen vergeben, teilte die TU mit.

Durch die Einleitung von Abwässern aus Kläranlagen oder durch die Düngung in der Landwirtschaft können Mikroorganismen und Schadstoffe in Flüsse und Seen gelangen. In den Gewässern laufen zwar gewisse Selbstreinigungsprozesse ab, Eingriffe in dieses komplizierte System können aber eine starke Auswirkung auf die Ausbreitung von Schadstoffen haben. So kann etwa der Rückbau von Flussregulierungen zu einem vermehrten Austausch zwischen Fluss und Grundwasser führen. Auch bei Hochwässern ist eine erhöhte Ausbreitung von Viren im Grundwasser möglich.

Das Problem ist, dass bei sehr geringen Konzentrationen Viren etwa mit herkömmlichen Methoden nicht mehr gemessen werden können. Hier ist man auf Modellrechnungen angewiesen, die Derx weiterentwickelt hat. Sie sollen fundierte Hinweise über das Auftreten und die Ausbreitung pathogener Viren und Schadstoffe liefern. Die Dissertation wurde im Rahmen des Doktoratsprogrammes "Vienna Doctoral Programme on Water Resource Systems" durchgeführt. (APA/red, derStandard.at, 17. 10. 2012)

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