Die Behauptungen der Kandidaten auf dem Prüfstand

17. Oktober 2012, 11:12
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Halbwahrheiten und Falschaussagen

Berlin/Washington - US-Präsident Barack Obama ist in der zweiten TV-Wahlkampfdebatte zum Gegenangriff übergegangen. "Was Gouverneur (Mitt) Romney sagt, ist einfach nicht wahr", sagte Obama mehrfach über seinen Herausforderer. Die Experten von "politifact.com", ABC News und CBS News haben die wichtigsten Behauptungen der Debatte überprüft. Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) gibt die Einschätzungen stark verkürzt wieder.

Romney: Obama hat den tödlichen Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Benghazi erst 14 Tage später als Terrorangriff bezeichnet.

Urteil von "politifact": Halbwahr. Obama hat zwar einen Tag später im Zusammenhang mit dem Anschlag gesagt, kein Terrorakt könne die USA erschüttern. In den darauffolgenden Tagen waren Regierungssprecher aber zurückhaltend in ihren Einschätzungen. Erst zehn Tage nach dem Angriff auf das Konsulat sagte Obama öffentlich und konkret, dass es sich um einen Terroranschlag handelte.

Obama: Wir haben die Öl- und Erdgasproduktion auf den höchsten Stand seit mehr als zehn Jahren gebracht.

"CBS News": Halbwahr. Die Daten stammen aus dem aktuellen Bericht des US-Energieministerium. Darin steht aber auch, dass im Jahr 2011 auf öffentlichem Territorium die Produktion um elf Prozent zurückging - besonders die Offshore-Förderung nach der Katastrophe auf der Plattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko. Als offshore wird die Förderung in Gewässern weit vor den Küsten bezeichnet.

Romney: Die Hälfte der Jugend, die jetzt ihren Universitätsabschluss macht, hat später keinen Job oder arbeitet unterqualifiziert.

"ABC News": Falsch. Die Arbeitslosenquote der 20- bis 24-Jährigen lag im September bei 12,4 Prozent, die der Bachelor-Absolventen bei 6,3 Prozent. Nach ABC-News-Umfragen vom Mai haben Absolventen die besten Jobaussichten seit Beginn der Rezession.

Obama: Romney hätte die US-Autoindustrie in die Insolvenz gehen lassen.

"CBS News": Richtig. Romney sagte der "New York Times", die Autoindustrie hätte eine geordnete Insolvenz antreten sollen. Der Schlüssel zur Rettung hätte in privaten Investitionen statt in Staatshilfen gelegen. Dadurch hätten sich die Unternehmen restrukturieren müssen.

Romney: Obama hat seine Präsidentschaft nach George W. Bush mit einer Entschuldigungstour durch die Welt begonnen.

"politifact": Falsch. Obama hat in seinen Reden in Frankreich, Kairo oder vor den Vereinten Nationen zwar US-Aktivitäten der Vergangenheit - wie Folterpraktiken in Guantanamo - kritisiert, niemals jedoch eine Entschuldigung ausgesprochen. (APA, 17.10.2012)

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