EDUC8: Smartere Lehrmittel für smartere Schüler

  • Plattform EDUC8 soll zu Diskussionen führen und einen Überblick über neue Lehrmöglichkeiten geben.
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    Plattform EDUC8 soll zu Diskussionen führen und einen Überblick über neue Lehrmöglichkeiten geben.

Digital-didaktische Lehrmittel könnten für lebendigeren Unterricht sorgen und Qualifikation der Jugend sichern

1,2 Mio. Schüler besuchen in Österreich eine von 6500 Schulen. 125.000 Lehrer unterrichten sie in 55.000 Klassenzimmern. Deren zentraler Blickpunkt ist mit wenigen Ausnahmen eine grüne Tafel, die mit weißer Kreide beschrieben wird, um den heranwachsenden jungen Menschen frontal Wissen zu vermitteln - so wie schon ihren Eltern und Großeltern.

Grund für schlechteres Abschneiden

Für Florian Wallner, den Chef der Österreich-Niederlassung des US-IT-Distributors Ingram Micro sind didaktische Hilfsmittel wie Schultafeln nicht nur Relikte von vorgestern, sondern auch mit ein möglicher Grund für das schlechte Abschneiden Österreichs bei Bildungsvergleichen. Empirisch beweisen kann er das zwar nicht, doch ein Blick auf die Topländer mit den besten Bildungsergebnissen genügt ihm: Digital-didaktische Lehrmittel aller Art sind hier der Status quo. Das sollte daher auch in Österreich so werden.

Neue Plattform

Den Stein ins Rollen bringen will Wallner mit der Plattform EDUC8 (sprich: educate). Sie soll zu Diskussionen führen und einen Überblick geben über Möglichkeiten vom digitalen Smartboard bis hin zum Lehrmaterial, Kinder auf eine an die heutige Zeit angepasste Art zu unterrichten und sie zum Lernen so auch besser zu motivieren. Eine Info-Messe am 9. November in Wien soll Pädagogen und Eltern veranschaulichen, wie in einem digitalen Klassenzimmer besser gelehrt und gelernt werden könnte. Die Basisausstattungskosten dafür beziffert Ingram Micro mit 20.000 Euro im Schnitt.

Interesse wecken

Dass digitale Technologien helfen können, das Interesse der Schüler für den Unterricht zu wecken, hat Michael Dollischal bereits in der Praxis herausgefunden. Bei einem Vergleich in seiner Schule, der Bilingual Junior High School in Wiener Neustadt, zeigten besonders die männlichen Probanden in jenen Klassen mit digitaler Ausstattung bessere Noten als in herkömmlichen Klassen. "Die Schüler sind mehr bei der Sache", sagt Dollischal.

Eigennutz

Dass auch ein wenig Eigennutz hinter der Initiative des IT-Distributors steckt, bei dem fast die Hälfte aller IT-Händler einkauft, gibt Geschäftsführer Wallner zu. "Wir investieren aber zunächst einmal eine halbe Million Euro, ohne wissen zu können, ob unsere Initiative am Ende des Tages erfolgreich sein wird", sagt er. (kat) Die EDU8 live wird am 9. November im Wiener EMS-Forum veranstaltet. Eintritt für Lehrer und Elternvereinsvertreter ist gratis. (red/DER STANDARD, 17.10.2012)

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