"Hol Dir Dein Stickerbuch" ist verbotene Kinderwerbung

17. Oktober 2012, 10:48
  • Das Billa-Stickerbuch der tierischen Rekorde.
    foto: billa

    Das Billa-Stickerbuch der tierischen Rekorde.

VKI: Kinder und Eltern sollen vor allzu aufdringlichen Kaufaufforderungen geschützt werden

Wien - An Kinder gerichtete Kaufaufforderungen, wie sie Lebensmittelketten bei ihren Sammelalbum-Aktionen eingesetzt haben, sind verboten: In einer Verbandsklage des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) gegen Spar hat dies der Oberste Gerichtshof rechtskräftig bestätigt. Im Fall von Billa liegt ein ähnliches Urteil des Oberlandesgerichts Wien vor, das nur mit einer außerordentlichen Revision bekämpft werden könnte.

"Diese Urteile sind die ersten Entscheidungen zum Verbot der Kinderwerbung in Österreich und die darin getroffenen Klarstellungen sind sehr zu begrüßen", sagte VKI-Rechtsexpertin Tanja Händel am Mittwoch. "Minderjährige und deren Eltern sollen vor allzu aufdringlicher Werbung geschützt werden."

Direkte Kaufaufforderung

Der VKI war im Auftrag des Konsumentenschutzministeriums gegen die direkten Kaufaufforderungen wie "Hol Dir Dein Stickerbuch" vorgegangen. Die Gerichte sind dem Argument der Unternehmer, wonach man nach dem Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch als Kinder nur Personen unter sieben Jahren verstehe, nicht gefolgt: An Minderjährige unter 14 Jahren gerichtet sind demnach solche Appelle in der Werbung, die Kinder zum Kauf animieren bzw. dazu, ihre Eltern oder andere Erwachsene zum Kauf zu überreden, nach Ziffer 28 des Anhanges zum Gesetz gegen Unlauteren Wettbewerb verboten.

Bei Spar ging es um die "Entdeckungsreise zu den Wüsten und Steppen", bei Billa um "Rekorde im Tierreich". In beiden Fällen sollten Kinder animiert werden, Sticker zu sammeln und in Alben einzukleben. Die Bücher und Pickerl gab es gegen Entgelt bzw. als Zugabe für Einkäufe in bestimmter Höhe. Den Imperativ ("Hol Dir ....") haben die Gerichte ganz klar als eine direkte Kaufaufforderung angesehen. Aber auch die Aufforderung, sich Sammel-Sticker auf dem Umweg über Zugaben zum Einkauf der Eltern zu holen, ist verboten. Die Fernsehwerbung von Billa, in der die Aktion generell beworben wurde, war hingegen nicht gesetzwidrig. (APA, 17.10.2012)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 35
1 2
Augenauswischerei

Dann heißt's in der Bewerbung eben nicht mehr "Hol dir dein ..." sondern "Jetzt gibt's wieder das ...". Das Ergebnis dürfte sich nur homöopathisch unterscheiden.

Ich würde gerne einkaufen gehen, ohne dass an der Kassa versucht wird, mir irgendwelche Pickerln, Stammkundenkarte od. die neueste Ausgabe des Clubmagazins anzudrehen...

So lächerlich das Ganze!

Dank der Konsumentenschützer haben wir auch in Ü-Eiern nix mehr zum Basteln, sondern nur mehr die depperten Figuren - ich vermiss die coolen Aufziehgratterln mit dem Schwungrad!

Könnt's ihr euch bitte net mal für was gscheites einsetzen? Wie wär's mal der geplanten Obsoleszenz auf breiter Bahn den Kampf anzusagen und net mit Werbetextumformulierungen und Packungsgrößenschwindelaufdeckeraktionen Zeit und Geld zu vergeuden?!

Es könnte aber noch schlimmer sein: hab gehört, dass in den USA Ü-Eier generell verboten sind. Angeblich weil es gefährlich ist, Lebensmittel mit Spielzeug zu kombinieren. Da könnte ja jemand das Spielzeug mitessen....

Jetzt, wo das letzte Pickerl geklebt ist, das letzte Album voll ist,

ist es verbotene Kinderwerbung. nice try

Mein - völlig harmloses - Posting ist nicht erschienen.

Wieso? Es ist doch da:)

...geh schwitz net! ;-)

Danke!

Diese Sticker sind mir ja sowas von am Geist gegangen!
Billa tut auf der einen Seite so auf Vernunft, und dann Matchen sich Billa und Spar mit diesen vertrottelten Hefterln.

Noch mehr ärgert mich, dass der Hausverstand mit Kunstfaserfrüchten wirbt, die in China unter absurden Umständen hergestellt werden, hässlich sind, und den eigenen Hausverstand regelrecht verprügeln.
Aber ich glaub die bleiben auf diesen idiotenmüll eh sitzen. Schad nur um diese sinnloseste CO2 Produktion, und ich wünsche mir beim Billa den Hausverstand endlich wieder zurück!

nicht jetzt!

ich hab schon 23 Punkte für den Joe Karotti, den fröhliche vietnamesische Kinder für unsere Kinder genäht haben!

BRAVO!!!

und machts bitte mit der juniortute, üei und konsorten gleich weiter!!

Nur zur Info

Die "Juniortüte" gibt es seit 1999 - also seit 13 Jahren - nicht mehr. Die heißt jetzt "Happy Meal".

Ich werd auch noch in 20 Jahren "Juniortüte" dazu sagen. Das ist wenigstens bescheuert und amüsant. "Happy Meal" ist nur bescheuert.

nimm 2

und du bleibst gesund ...

Dann doch lieber die "kinder"-Produkte, für die Extraportion Milch... Sie wissen schon, die von... hm... Kühen.

nicht nur das ist verbotenen kinderwerbung

.

Die Kinder haben es geliebt, Tiere gekannt, von denen ich noch nie gehört habe, und das Österreich Heft war wirklich klasse und konnte sogar fast als Schulbuch herhalten!

Danke schön!

deshalb weil die kinder "es so lieben" ist es ja (verbotene) kinderwerbung

sie können die sticker weiterhin ihren kindern kaufen, statt chemieeis oder schockolade.

Die Bilder ...

... sind doch lehrreich. Vom Inhalt her, und auch in weiterer Folge. So etwa lernen die Kinder, sich zu organisieren, um die doppelten Bilder zu tauschen. Kommunikation zwischen den verschiedenen Klassen entsteht, möglicherweise Freundschaften. Wegen der paar Euro schon wieder ein Verbot auszusprechen ist schlicht weltfremd. Vielleicht werden die Worte "Hol dir" bald überhaupt aus dem offiziellen Sprachschatz gesetzlich verbannt. Holt Euch bei den nächsten Wahlen die richtige Regierung!

Na schauma mal wo wir noch "Hol dir " finden - Apple redet auf seiner Seite ja auch mit den Leuten wie Kinder, gut, ist ja Spielzeug...

Ja, sicher!

Und für wen ist dann die ganze Spielzeug-Werbung im Nachmittagsfernsehen? Was ist überhaupt eine "an Kinder gerichtete Werbung"? Wenn das wirklich eingehalten wird, sind plötzlich mindestens 50% der Werbung futsch - überhaupt jetzt im Zuge des drohenden Weihnachtsfestes!
Wobei das nicht unbedingt ein Schaden wäre, für die Zuseher.

gut so!

Also manchen anwälten habens wohl ins hirn gschi**en... Aber eltern (zugegeben dumme) täuschen, dass zb milchschnitten super pausenjausen sind jedoch kalorienbomben, das geht anscheinend..

es ist ja nicht Werbung für Kinderprodukte verboten, sondern Werbung, die sich direkt an das Kind wendet. Wenn man die Eltern anspricht, ist das ok.

Posting 1 bis 25 von 35
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.