Lex Lineker und Löws "Lehre für alle Zeiten"

17. Oktober 2012, 11:13
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Nach 4:4 gegen Schweden herrscht in Deutschland Fassungslosigkeit - Ibrahimovic: "Das war magisch"

Berlin - Gary Lineker ist eine Legende. Zum einen wegen seiner Karriere als englischer Teamstürmer, zum anderen wegen seiner Sprüche. Nach Deutschlands 4:4 gegen Schweden in Berlin ließ sich Lineker nicht lange bitten. "Fußball ist ein einfaches Spiel, bei dem 22 Männer 90 Minuten lang einem Ball hinterherjagen, und am Ende geben die Deutschen einen Vier-Tore-Vorsprung ab", twitterte der 51-Jährige.

Zuvor hatte der BBC-Kommentator den Fußball stets als Spiel beschrieben, in dem "22 Männer einen Ball jagen und am Ende immer die Deutschen gewinnen". Die Lex Lineker führte die deutsche Nationalmannschaft gegen Schweden ad absurdum. Eine 4:0-Führung zu verspielen gelang in ihrer 104-jährigen Länderspiel-Geschichte noch nie. Vier Gegentore in einem Pflichtspiel kassierte die DFB-Elf zuletzt vor elf Jahren beim 1:5 gegen England. Entsprechend fassungslos gaben sich die Beteiligten an diesem denkwürdigen Ergebnis. "Die Schweden waren nicht vorhanden", klagte Bundestrainer Joachim Löw nach dem Abpfiff. Und: "In den letzten 30 Minuten haben wir dann unheimlich viel falsch gemacht." Er hatte nicht erwartet, dass sich seine Mannschaft noch derart aus dem Rhythmus bringen lassen würde. Wie eigentlich niemand. "Unerklärlich. Ich habe so etwas noch nie erlebt", sagte Bastian Schweinsteiger. "Das darf im Leben nicht passieren."

Warum es passierte, konnte keiner so wirklich begründen. "Wir können das nicht, dieses Reinstellen da hinten, wir wollen das auch vielleicht nicht", versuchte sich Innenverteidiger Per Mertesacker an einer Begründung für das Loslassen des Sieges. Zuerst habe alles geklappt, " dann denkt man, es geht von alleine", analysierte Toni Kroos. Doch dann habe man "einen Schritt weniger gemacht".

Dieser eine Schritt, den die Deutschen in der Folge langsamer waren, ermöglichte Schweden die Aufholjagd. Löw: "Das soll uns eine Lehre sein, für alle Zeiten, dass man solche Dinge eben mit aller Konsequenz zu Ende bringt."

Ganz anders war die Stimmungslage beim Gegner. "Es ist unmöglich, dieses Wunder zu erklären. Das war magisch", sagte Superstar Zlatan Ibrahimovic, der seine Kollegen in der Halbzeit aufgerüttelt und den ersten Treffer erzielt hatte. "Danke für alles", titelte die schwedische Zeitung Dagens Nyheter - auf Deutsch. Expressen forderte den "Nobelpreis in allen Kategorien" für die Tre Kronor. Nicht nur Lineker, auch Schwedens Trainer Erik Hamren hatte nach Abpfiff eine Definition des Erlebten parat: "Fußball ist ein lustiges Spiel." (msp, DER STANDARD, 18.10.2012)

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    Bitteres Ende für das DFB-Team und Trainer Löw in Berlin.

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    Die von "Ibrakadabra" angeführten Schweden machten das schier Unmögliche möglich.

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