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Bruno Buchberger, Gründer des oberösterreichischen Softwareparks Hagenberg, wird 70.
Der Gründer des oberösterreichischen Softwareparks Hagenberg, Bruno Buchberger, wird am Montag 70 und ist voller Tatendrang. "Ich kann jetzt viele Dinge besser als mit 20, 40 oder 60 - Mathematik, den Umgang mit Menschen, Geduld haben, Klarinette spielen, managen", sagt der Top-Wissenschafter im Gespräch mit der APA. Er will die Leitung des ersten österreichischen Kompetenzzentrums bald abgeben, um wieder mehr zu forschen.
Seine wissenschaftliche Karriere startete der gebürtige Innsbrucker an der dortigen Universität. Mit seiner Dissertation 1966 begründete er die Theorie der Gröbnerbasen und den Buchberger-Algorithmus, die eine wichtige Rolle in der Computeralgebra spielen. Aus dem Forschungsgebiet entstand 1987 auch das RISC (Research Institute for Symbolic Computation), das der Professor für Computer-Mathematik an der Johannes Kepler Universität (JKU) in Linz gründete.
Als positive Entwicklung seither sieht der leidenschaftliche Mathematiker, dass die Möglichkeiten der Forschung in seinem Gebiet "so viel interessanter, effizienter, weitreichender" sind. In den Strukturen der Bildungsstätten hingegen "kann ich seit 50 Jahren nur wenig Fortschritt erkennen". Als große Mängel betrachtet der vierfache Ehrendoktor ausländischer Universitäten die Situation der Assistenten in Österreich und dass die JKU in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) keine internationale Uni ist.
Den Softwarepark Hagenberg gründete der aufgeschlossene Geist 1989, als sein RISC mehr Platz brauchte. Der damalige Landeshauptmann Josef Ratzenböck (V) gab ihm ein Schloss im Mühlviertel, mit der Bitte, dort Firmen hinzubringen - "da oben in der gottverlassenen Gegend nahe der Grenze, wo der Panzer den Hasen überrollt hat", beschreibt Buchberger das Mühlviertel mit einem Ludwig-Hirsch-Zitat. Heute gibt es 60 Unternehmen, 1.000 Experten und 1.500 Studenten in Hagenberg. Das neueste Projekt unter Buchbergers Ägide, "Global ICT-Parks Network", beinhaltet ein Austauschprogramm für Firmen.
Das Credo des Machers lautet: "Forschung, Lehre und Ausbildung müssen an einem Platz sein." Dazu komme seit einigen Jahren "Lifestyle. Nicht Mode und Chanel und so was, sondern die Frage, wie der Einzelne und die Gesellschaft leben, unter Ausnützung aller Technologien, die wir heute haben, und in Harmonie mit der unverdrehten Natur". Das sei die eigentliche Herausforderung. Es finde zwar noch nicht wirklich Gehör, "aber ich bin ja noch jung", lacht der Vorreiter mit den weißen Haaren und wachen Augen.
Die Forschung treibt ihn an. Deshalb möchte er die Leitung des Softwareparks "möglichst rasch" in von ihm gut erarbeiteten Strukturen abgeben. Buchberger will sich seiner Vision der Mathematik des 21. Jahrhunderts widmen, der Automatisierung des Denkens in der Mathematik, um Computer schneller und effizienter zu machen. "Ich weiß, ich bin da ganz vorn und einer der wenigen", sagt er - nicht überheblich, sondern ehrlich begeistert und voller Feuer.
Woher er die Zeit für seine vielen Aktivitäten nimmt, kann der Wissenschafter selber nicht genau sagen. Der Vater von vier Kindern hält Seminare zum Thema "Spannungsmanagement" und spielt in einer Band. "Die Art von Musik, die auf Improvisation beruht, mein ganzes Leben ist Improvisation, ständig Ideen aufgreifen und einbringen." Zur Ruhe kommt der Erfinder seit über 35 Jahren bei der Meditation, die er beschreibt als "eine Technik, wie man aus höchster Aktivität in einem Augenblick auf der Ebene der totalen Stille ist".(APA, 17.10.2012)
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