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Mit Halloween hat die Zombie-Droge nichts zu tun.

Cloud Nine wird über das Internet unter anderem als Kräutermischung vertrieben.
Ein Mann zerfleischt mit seinen Zähnen das Gesicht eines Obdachlosen, ein anderer knurrt bei seiner Festnahme wie ein tollwütiger Hund und versucht, einen Polizisten in die Hand zu beißen. Fälle wie diese haben im Mai dieses Jahres in Miami für Schlagzeilen gesorgt. Für das aggressive Verhalten der Menschen wurde die Designerdroge "Cloud Nine" verantwortlich gemacht, die Polizei warnte daraufhin die Öffentlichkeit vor der "Zombie-Droge".
Was die Konsumenten außer Kontrolle geraten lässt, ist der Hauptwirkstoff von Cloud Nine: Methylendioxypyrovaleron (MDPV), eine Substanz, die zu einem Realitätsverlust führen kann - aber nicht muss. "Es ist nicht so, dass jeder eine Psychose bekommt, der MDPV ausprobiert", betont Rainer Schmid, Drogenexperte am Wiener AKH und wissenschaftlicher Leiter der Drogenberatungsstelle CheckiT!.
Noch ist nicht gesichert, ob tatsächlich Cloud Nine für die Horrorszenarien in Miami verantwortlich gemacht werden kann. Im dem US-Magazin "Time" war von "ein bisschen mehr als Spekulation" die Rede, und die Aussagen der Polizisten erwiesen sich als widersprüchlich. "Man darf bei diesem Medienhype nicht vergessen, dass in den USA gezielt versucht wird, potenzielle Konsumenten abzuschrecken", schätzt Hans Haltmayer, ärztlicher Leiter der Suchthilfe Wien, die Situation ein. Verkauft wird MDPV auch in Europa - Zwischenfälle wie in den USA wurden jedoch bis dato keine bekannt.
Cloud Nine wird meist über das Internet als Badesalz, Kräutermischung oder Pflanzendünger vertrieben. "Mit diesen Bezeichnungen wird eine gewisse Harmlosigkeit suggeriert, die nicht gegeben ist", sagt Haltmayer. Tatsächlich erzeugt MDPV bereits in einer sehr niedrigen Dosierung spürbare Effekte. Neben einem erhöhten Blutdruck und einer gesteigerten Herzfrequenz zeigt der Konsument Symptome erhöhter Unruhe und Rastlosigkeit.
Über längere Zeit konsumiert, können Schlaflosigkeit, Angstzustände und Halluzinationen einen psychischen Zusammenbruch provozieren. "Das macht aber noch niemanden zum Zombie, muss also nicht zwangsläufig zu einem erhöhten aggressiven Verhalten führen. Dazu bedarf es einer psychischen Bereitschaft. Die Person muss sozusagen die Veranlagung besitzen, psychotische Schübe zu entwickeln", so Haltmayer.
Der Konsum synthetischer Drogen wie Cloud Nine birgt insofern Risiken, als weder Langzeitfolgen noch genaue Wirkmechanismen und Toxizität bekannt sind. "Das ist quasi ein Blindflug", erklärt Haltmayer. Denn Cloud Nine gehört zu den "Research Chemicals", jenen neuen synthetischen Drogen, die ständig andere Wirkstoffkombinationen aufweisen. "Diesen ständigen Wechsel von Substanzen gibt es, um den Suchtmittelgesetzen auszuweichen und weil die Konsumentengruppe, an die sich das Angebot richtet, Interesse besitzt, Neues auszuprobieren", erklärt Rainer Schmid.
Allein 2010 wurden europaweit rund 50 neue Designersubstanzen registriert. Um den Drogenmarkt besser zu regulieren, gilt seit Jänner das "Neue-Psychoaktive-Substanzen-Gesetz". Bei Bedarf können nun Verordnungen erlassen werden, die neue Substanzen sofort verbieten. Für die Händler sind Freiheitsstrafen von bis zu zehn Jahren vorgesehen. Konsumenten bleiben straffrei.
Dennoch bleibt der Markt für neue synthetische Drogen unberechenbar. Um das gesundheitliche Risiko für den Endverbraucher einzudämmen, setzt die Drogenberatungsstelle CheckIt! auf Prävention und Information. Konsumenten können gekaufte Drogen dort anonym auf ihre Inhaltsstoffe prüfen lassen. So wurde MDPV in den vergangenen Jahren vermehrt in den bekannten Partydrogen Ecstasy und Speed nachgewiesen. "Wenn MDPV als Speed verkauft wird, kann es zu Überdosierungen kommen", warnt Schmid vor dem Kauf "falscher" Drogen.
Die Legalisierung weicher Drogen wie Cannabis würde zwar eventuell den Verkauf synthetischer Cannabinoide eindämmen - dass das aber auch den Markt neuer synthetischer psychoaktiver Drogen verkleinert, bezweifelt Schmid: "Ich glaube nicht an die Gateway-Theorie, wonach alle, die Cannabis rauchen, später auch zu synthetischen Drogen greifen." (Sophie Niedenzu, derStandard.at, 30.10.2012)
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Warum sollte man sich so ein Zeug einwerfen? Wer möchte gern unruhig und rastlos sein? Für mich klingt es, als hätte das Zeug mehr Nebenwirkung als Wirkung, aber gut, es gibt ja Leute die alles ausprobieren bloß weil ihnen einer erzählt, dass es toll ist.
MPDV ist ein Stimulans und hat laut Erowid.org zB folgende Effekte:
psychische & physische Stimulation, Euphorie, Stimmungsaufhellung, Steigerung von Gesprächigkeit, Geselligkeit, Motivation und Aktivität, Steigerung der Kreativität (würd ich allerdings in Zusammenhang mit psychotropen zumindest mit "naja" betrachten), gesteigertes Empathiegefühl und aphrodisierende Wirkung.
Kurz gesagt: Klingt danach, daß es zB für jemanden interessant sein kann, der auf MDMA abfährt.
es gibt auch ngeuegend trotteln, die sich mehr alkohol reinziehen, als auf lange sicht gut ist, oder mehr nikotin - und die sind legal...
waere geaspannt, was geschehen wurde, wenn man alle drogen legalisieren wuerde. wuerde es dann mehr suechtige geben oder weniger kriminalitaet, weil sich die drogenbanden nicht mehr bekriegen wuerden?
ich stehe einer freigabe der drogen (kontrollierte produktion, kontrollierter vertrieb, besteuerung, etc.) eher sehr positiv gegenüber. die vorteile würden die nachteile mit sicherheit bei weitem überwiegen.
Ich bin zwar auch dafür, daß psychotrope Substanzen vermehrt freigegeben werden - aber nicht schrankenlos.
Das wäre nämlich genauso verkehrt wie der derzeitige restriktive Weg.
Es gibt eben Substanzen, die sind einfach zu gefährlich, um sie ohne Beschränkungen verfügbar zu machen. Das ist die Realität und deswegen auch so zu akzeptieren.
da speed ja auch illegal ist und pillen total unregelmentiert bekommen sie es halt als etwas anderes verkauft
was dann natürlich erst recht zu überdosierungen führt
ein hoch auf die prohibition halt
aber ich gestehe jedem das recht zu darüber selbst zu entscheiden. in einer welt in der die schlimmste droge (alkohol) in jedem supermarkt frei käuflich ist, erscheint ein verbot anderer drogen ziemlich eigenartig!
wer sich drogen reinzieht ohne sicher zu sein, was denn da nun wirklich drin ist, zeigt einen IQ ähnlich niederer lebewesen. wer sein leben damit aufs spiel setzen will soll das ruhig tun, der schaden hält sich in grenzen ....
wenn alkohol für sie die schlimmste droge ist
wie hoch ist denn der anteil von alkoholikern an den leuten die alkohol konsumieren?
und wie hoch ist der anteil von problematischen konsumenten an meth-konsumenten? oder crack-konsumenten?
und wie soll sich irgendwer "sicher" sein was wirklich drin ist wenn er drogen kauft? mehr check-it standl würden helfen
das ist so wie zu sagen es ist jeder selber schuld wenn er zuviele pestizide mitfrisst mit seinem salat weil er hätte ihn ja chemisch testen können...
Über die Sommermonate hörte man sicher schon genug über die neue "Horrordroge"! Einmal Cloud 9 konsumiert und man wird zum Zombie....
Zwischen medialer Berichterstattung und Realität liegen leider Welten. Der "US-Zombie" hat nicht einmal Cloud 9/MDPV konsumiert. Die einzige Substanz, die nachgewiesen wurde war Cannabis!
http://www.guardian.co.uk/world/201... sfeed=true
Danke Standard
Das Einstiegsphoto in diesen Bericht hat nichts mit dem Beitrag zu tun und wirkt auf mich äußerst verstörend. Gerade im Zusammenhang mit den kürzlichen Berichten über "Krokodil" und den damit verbundenen körperlichen Schädigungen, finde ich das komplett witzlos.
Zudem ist MDPV eine Reinsubstanz und "Cloud Nine" ein Szenenname, der normalerweise eine Mischung aus verschiedenen Substanzen meint. Also das Äquivalent von "MDMA" zu "Ecstasy".
Was mir noch hier abgeht: MDPV ist von der Wirkstärke durchaus mit Methamphetamin zu vergleichen, ist schwer nierenschädigend, führt zu Abhängigkeit, Realitätsverlust und Impotenz und ist dazu noch spottbillig. Dass hier nicht schneller von Seiten der Politik gehandelt wird, ist mir völlig unbegreiflich.
Nein, das meine ich nicht. Europa und auch Österreich sind weder logistisch noch mental bereit für so eine Freigabe. Der freie Umgang mit Drogen muss erlernt werden und das kann durchaus mehrere Generationen in Anspruch nehmen. Eine Freigabe aller Drogen würde in einem sozialen Desaster enden. Die Crack-Epidemie sowie die Meth-Epidemie, die gerade erst zu uns überschwappt, aber auch die Probleme, die mit sog. Research Chemicals auf uns niederprasseln, sind gute Indikatoren dafür, was geschieht, wenn starke Drogen sehr billig und praktisch frei zur Verfügung stehen. Wir und unsere Kinder sind dafür nicht gewappnet. Eine solche Freigabe kann nur über Zeit und über bessere Kontrolle erreicht werden. Kurzfristig hilft vorerst nur ein Verbot.
ich glaube sie überschätzen die anzahl der menschen die prinzipiell überhaupt gewillt sind solche drogen zu nehmen
und sie unterschätzen den anteil der konsumenten die nur auf diese billigen ersatzstoffe ausweichen weil sie es als etwas anderes untergejubelt bekommen oder weil sie die droge ihrer wahl nicht bekommen
zumindest bei pillen ist zb ein stark sinkender anteil von mdma gegenüber billigeren leichter herzustellenden stoffen seit fast zehn jahren gut dokumentiert (zb durch checkit)
viele typische partybesucher würden wohl eher sogar gewillt sein mehr zu zahlen für gute qualität eines gut erforschten und mit wenig nebenwirkungen behafteten stoffes
der rest sind grossteils junkies, die machen sich ohnehin hin, mit was is eh egal
Nichtsdestotrotz ist mir der Schutz der drogenfreien Jugendlichen wichtiger, als der Schutz von Menschen, die ohnedies tun, was sie für richtig halten. Heute kann man alles bekommen oder selbst herstellen. Durch die Illegalität ist das allerdings mit großem Aufwand verbunden und überdies gefährlich. Den meisten, die interessiert wären, ist das zu heftig. Sie bleiben bei Alkohol oder dem gelegentlichen Joint. Wäre Meth überall verfügbar, würden es wesentlich mehr Menschen, alleine aus Neugierde, probieren. Der Kick ist derart hart, dass viele es wieder probieren wollen. Das ist meine Erfahrung und das habe ich an Menschen miterlebt. Der Schutz jener Neugierigen wiegt für mich weit schwerer als der Schutz jener, die sich sowieso zuknallen.
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