Banken streiten um CE-Gas-Sanierungsplan

17. Oktober 2012, 09:29
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Masseverwalter stellte 122 Millionen Euro Forderungen fest, das Unternehmen braucht noch im Oktober Geld

Wien - In der bisher größten Insolvenz des heurigen Jahres, der des Wiener Gashändlers CE Gas Marketing & Trading, hat Masseverwalter Karl Engelhart 122,18 Mio. Euro Forderungen festgestellt, wie die "Wiener Zeitung" unter Berufung auf Creditreform schreibt. Gestern war Termin am Handelsgericht. Richterin Simone Kerres-Denkstein habe die Sanierungsplantagsatzung auf den 4. Dezember erstreckt. Geld muss schon bis Ende Oktober fließen, sonst muss das Unternehmen schließen, schreibt das Blatt.

Um die Sanierung gibt es weiter Streit. Zwei Gläubigerbanken sind mit dem Sanierungsangebot nicht einverstanden. Die Banken dürften in der Causa jedenfalls einiges Geld verlieren.

CE Gas, einst ein Unternehmen der VCP-Gruppe um Heinrich Pecina, gehört heute der Artemis Global Capital SE mit Sitz in München, doch vieles im Hintergrund, wie frühere Verflechtungen, gilt als unklar.

Schuldner auch Gläubiger

Zieht man von den Gesamtforderungen die bedingten Forderungen ab, müssen 117,9 Mio. Euro für die Quotenerfüllung herangezogen werden. Engelhart hat laut "Wiener Zeitung" die Gläubigerquote auf 25 Prozent hinaufgehandelt. Unter dem Strich müssten dafür bis Mitte Dezember 30 Mio. Euro hingeblättert werden, 28,5 Mio. Euro sollen durch den Verkauf der Forderungen gegen die italienische Findind-Gruppe in die Masse fließen, schreibt die Zeitung. Als Käufer trete angeblich die italienische Gruppe eines Marco Marenco auf.

"Wir haben 157 Millionen Euro Forderungen gegen die italienischen Abnehmer, aber unsere Hauptschuldner in Italien sind alle im Vorverfahren zur Insolvenz", wird Engelhart zitiert. Was in den Insolvenzverfahren in Italien herauskommen werde, sei unsicher.

UniCredit und RBI sehen Besserungsbedarf

Namentlich UniCredit und Raiffeisen Bank International (RBI) glaubten, dass bei einem Forderungsverkauf nach Italien mehr herauszuholen sein müsste. Den vorliegenden Plänen haben sie dem Bericht zufolge nicht zugestimmt. Sie wollten nur zustimmen, wenn eine Besserungsklausel vereinbart werde.

Richterin Kerres-Denkstein habe mitgeteilt, dass die Fortführungskaution nur noch bis Anfang November ausreicht und weitere 430.000 Euro nötig würden. Sollte bis Ende Oktober kein Geld fließen, werde das Gashandelsunternehmen schließen, so der Bericht. (APA, 17.10.2012)

  • Heinrich Pecina
    foto: standard/cremer

    Heinrich Pecina

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