Lagarde für flexibleres Sparen in Eurozone

17. Oktober 2012, 09:01
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Eurozone müsse aber in politischer Hinsicht "zur Tat schreiten", die EZB-Ankündigung für Anleihenkäufe reiche nicht

Paris - Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, hat die Länder der Eurozone angesichts der Währungskrise zum Handeln aufgefordert. "Es ist Zeit, zur Tat zu schreiten", sagte Lagarde am Dienstagabend im französischen TV- Sender LCI.

Zwar habe etwa die Ankündigung der Europäischen Zentralbank (EZB), Staatsanleihen von Krisenländern der Eurozone aufzukaufen, für eine gewisse Beruhigung der Lage geführt. Allerdings reiche das nicht aus und EZB-Präsident Mario Draghi wisse das auch.

Lagarde sprach sich zudem für mehr Flexibilität bei der Reduzierung der Staatsdefizite aus. Wichtiger als konkrete Defizitziele seien Reformen und die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft. Für Länder der Eurozone, die nicht unter dem Druck von Investoren stünden, seien strukturelle Maßnahmen zur Reduzierung des Defizits aber unerlässlich. Dabei müsse die Richtung gewahrt werden, das Tempo könne aber "ein wenig flexibler" sein, sagte sie. 

Abschied des EZB-Inflationsziels angedacht

Nach Ansicht der IWF-Chefin sollten in verschiedenen Ländern auch unterschiedliche Inflationsraten zugelassen werden, um wirtschaftliche Ungleichheiten zu korrigieren. Dies wäre sehr hilfreich, sagte Lagarde.

Die Europäische Zentralbank sieht die Geldwertstabilität bei einer Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent gewährleistet. Im September betrug sie für das Währungsgebiet 2,6 Prozent, in Österreich 2,7 Prozent. (APA, 17.10.2012)

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    Christine Lagarde

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