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Wien/Jerusalem - Im Prozess über die historischen Bestände der Wiener Kultusgemeinde (IKG) ist ein Urteil weiterhin ausständig. Das teilte die IKG am Mittwoch mit. Sie dementierte damit Berichte, die eine Entscheidung für den Verbleib in Israel gemeldet hatten.
"Die Entscheidung über den Verbleib der Dokumente liegt beim zuständigen Gericht, nicht beim Israelischen Staatsarchiv", sagte die IKG-Restitutionsbeauftragte Erika Jakubovits. Die "Jerusalem Post" hatte zuvor berichtet, dass das Staatsarchiv in Jerusalem über die Bestände entscheiden könne. Der Prozess laufe noch, die österreichische Seite wurde laut Jakubovits noch nicht einmal angehört. Die Verhandlung solle am 1. November fortgesetzt werden.
Die historischen Bestände der Wiener Kultusgemeinde wurden nach dem Zweiten Weltkrieg von Wien nach Israel ausgelagert. In den 50er Jahren sei nicht klar gewesen, wie es mit der jüdischen Gemeinde in Wien weitergehen werde und ob sie überhaupt eine Zukunft habe, sagte Jakubovits. Daher habe man die Bestände leihweise dem Zentralarchiv für die Geschichte des Jüdischen Volkes in Jerusalem zur Verfügung gestellt.
Heute gebe es jedoch wieder eine blühende jüdische Gemeinde in Wien, man sei daher bemüht, das gesamte Archiv (das auch in Russland, Polen und Tschechien liegt, Anm.) wieder nach Wien zu holen, sagte Jakubovits. Die IKG habe in zahlreichen Briefen und Gesprächen mit dem Zentralarchiv um eine Rücküberstellung gebeten. Daraufhin habe sich die Kultusgemeinde im November 2011 zu einer Klage entschlossen.
Das Zentralarchiv in Jerusalem verweigert die Rückgabe und spricht von einer "permanenten Leihgabe". Im Gerichtsverfahren wurde auf Initiative des Zentralarchivs eine Stellungnahme des Israelischen Staatsarchivs angefordert. Diese kommt zu dem Schluss, dass die historischen Bestände in Jerusalem bleiben sollen. Allerdings ist sie rechtlich nicht bindend, teilte die IKG mit. Die "Jerusalem Post" hatte berichtet, das zuständige Gericht habe die Entscheidungsgewalt dem Staatsarchiv übertragen. (APA, 18.10.2012)
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Andererseits ist ein gewisser Chauvinismus wohl gerade für einen Österreicher doch verständlich, ja geradezu vorauszusetzen?
Sprüche der Art "Erst haben's den Hitler produziert und uns vertrieben und ermordet, jetzt wollens die Kulturgüter der damaligen Opfer haben? Die spinnen doch total, die Ösis!" sollten niemanden überraschen. Auch in Israel gibt's Stammtische.
ob die sammlung in wien sicher wäre ? angesichts des von schwarz/blau hochbeschworenem neuen antisemitismus ?
ob die sammlung in israel sicher ist ? angesichts des hochbeschworenem krieges mit dem iran ?
eines ist sicher: die argumentation israels ist im höchsten maße nationalistisch (wenn nicht schlimmeres) und tendiert dazu europäisches jüdisches kulturgut sozusagen aus eigener legitimationangst heraus zu zentralisieren und macht klar welche rechte "abtrünnige" gemeinden zu haben haben- aber das versteht man hier zu lande natürlich nicht - denn die ikg wien hatte auch schon mal liberalere tage...
sie sind brüder im geiste- und damit mein ich nicht ihre religionszugehörigkeit...
die israelische nationalbibliothek verstaatlicht bzw. enteignet ja auch grade zu ihren gunsten den in privatbesitz befindlichen nachlaß von max brod...
http://www.taz.de/Biograf-u... s/!103643/
Sie haben ganz recht, das macht keinen Sinn. Abseits jeglicher Polemik vermute ich daher: Da stimmt irgendwas mit der Meldung nicht.
Würde mich nicht wundern, wenn bald schon eine Klarstellung erfolgt.
Es kann ja nicht ein Archiv (ob staatlich oder privat) über einen Rechtsanspruch zwischen zwei anderen Personen urteilen (schon gar nicht wenn eine dieser beiden eine artverwandte Einrichtung ist und daher von vorhinein eine Unparteilichkeit nicht gewährleistet werden kann)
ein gericht gibt die etscheidungsgewalt ab und übergibt sie dem staatsarchiv.
das staatsarchiv wird einen teufel tun um seine bestände zu schmälern.
wer hier keinen interessenskonflikt sieht ist auf allen augen blind
immer wieder lustig, wie der Verteidiger eines Rechtsregimes, von eben diesen verhöhnt werden.
Das positive: Es zeigt ganz genau das AKteure jüdischen Glaubens bzw. Herkunft ganz genauso agieren wie die anderen Glaubensrichtungen. Und beweist, was eigentlich eh klar ist. Juden sind ganz normale Menschen um nix schlechter, um nix besser
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