Ratingagentur Moody's verschont Spanien

Kreditwürdigkeit rutscht nicht wie befürchtet auf Ramsch-Niveau ab - Ausblick bleibt "negativ"

Madrid/London - Aufatmen in Madrid: Die Rating-Agentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit des krisengeschüttelten Euro-Schwergewichts bestätigt. Die Bonitätsnote liegt weiterhin bei "Baa3" und damit eine Stufe über dem gefürchteten Ramsch-Niveau. Die seit mehr als zwei Wochen mit Spannung erwartete Entscheidung teilte Moody's am späten Dienstagabend in London mit.

Die Rating-Agentur begründete ihr Urteil damit, dass sich die Lage gebessert habe: Spanien laufe nicht mehr Gefahr, vom Kapitalmarkt abgeschnitten zu werden. Zudem habe die Regierung ihre Reformbereitschaft gezeigt. Überdies schreite der Umbau des kriselnden Bankensektors voran.

Allerdings bleibt der Ausblick "negativ", das heißt, dass Moody's das Land weiterhin genau beäugt und es künftig zu einer Abstufung kommen könnte.

Vorletzte Stufe

Die andere große Rating-Agentur Standard & Poor's hatte die Bonität des schuldengeplagten Euro-Landes erst in der vergangenen Woche auf "BBB-" gesenkt - was der jetzt bestätigten Moody's-Note "Baa3" entspricht. Auch bei der dritten großen Rating-Agentur Fitch steht Spanien auf "BBB-". Ein Abrutschen um eine Stufe auf Ramsch-Niveau könnte die Kreditaufnahme erheblich erschweren und verteuern.

Moody's hatte im Juni zu einem Rundumschlag gegen die viertgrößte Euro-Volkswirtschaft ausgeholt. Damals senkte die Agentur Spaniens Bonität gleich um drei Stufen herunter und stellte weitere Abstufungen in Aussicht.

Zwischenzeitlich hat die Regierung des südeuropäischen Landes für 2013 aber eines der strengsten Sparprogramme seiner Geschichte verabschiedet, um das Haushaltsdefizit abzubauen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte angekündigt, notfalls unbegrenzt Staatsanleihen aufzukaufen. Spanien hat zudem Hilfe für seine Banken von der Eurozone zugesagt bekommen. (APA, 17.10.2012)

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