Heftiger Schlagabtausch zwischen Obama und Romney

17. Oktober 2012, 05:58
  • Die Debatte in voller Länge.

Streit über Energiepolitik, Steuern und tödliche Attacke auf US-Botschaft in Libyen - Obama deutlich angriffslustiger als in der ersten Runde

Washington - US-Präsident Barack Obama und sein Kontrahent Mitt Romney haben sich bei der zweiten TV-Debatte wenige Wochen vor der Wahl einen heftigen verbalen Schlagabtausch geliefert. Mehrfach warf Obama seinem Herausforderer bei der Diskussion am Dienstagabend (Ortszeit) in Hempstead (Bundesstaat New York) vor, die Unwahrheit zu sagen. Der Republikaner verdrehe die Tatsachen etwa in der Energie- und Sozialpolitik und mache den Wählern Steuerversprechen, die er nicht halten könne. Romney dagegen hielt dem Präsidenten vor, in seinen vier Jahren im Weißen Haus viele Zusagen gebrochen zu haben.

Obama warf seinem republikanischen Herausforderer eine Politik für die Reichen vor. Romney verfolge das Ziel, "dass für die Leute an der Spitze andere Regeln gelten", sagte er. Der Republikaner attackierte den Präsidenten dagegen wegen der Staatsverschuldung. "Als er sich um das Amt bewarb, sagte er, er könne das Defizit halbieren. Stattdessen hat er es verdoppelt", sagte Romney.

"Was Romney sagt, ist nicht wahr"

Durch die hohen Schulden bringe der Präsident die USA "auf den Weg Richtung Griechenland". Er warf Obama zudem vor, die Öl- und Erdgasförderung in den USA zu behindern. Obama konterte auch hier scharf und sagte wie so häufig an diesem Abend: "Was Romney sagt, ist nicht wahr". Die Ölproduktion in den USA sei gestiegen. Die USA importierten weniger Öl und Erdgas als zuvor.

Obama machte in der Debatte einen bedeutend angriffslustigeren Eindruck als im ersten Rededuell vor zwei Wochen, als er kraftlos gewirkt und Romney praktisch das Feld überlassen hatte. Romney hatte seitdem deutlich in den Umfragen zugelegt. Diesmal griff Obama seinen Kontrahenten mehrfach direkt an. So hielt er ihm vor, privat Geld in Firmen in China zu investieren und daher niemals in Handelskonflikten so hart gegen das Land vorzugehen, wie er es immer ankündige. "Sie sind die letzte Person, die hart gegen China auftreten wird", sagte Obama.

Disput um Angriff auf Botschaft in Libyen

Auch die Tötung des US-Botschafters Chris Steven in Libyen provozierte eine harte Auseinandersetzung. Romney hielt der Obama-Regierung vor, zunächst verschleiert zu haben, dass es sich um einen Terroranschlag gehandelt hätte. Obama wies das scharf zurück: "Die Andeutung, dass jemand in meinem Team irreführend gehandelt hat, als wir vier der Unseren verloren haben, ist beleidigend", sagte er und warf Romney vor mit der tödlichen Attacke versucht zu haben politisch zu punkten. "Man schlägt aber aus einer Angelegenheit nationaler Sicherheit kein politisches Kapital", meinte Obama scharf.

Diesmal handelte es sich um eine "Town Hall Debate", eine Art Bürgerversammlung. Die Fragen stellten die Zuschauer, die vom renommierten Umfrage-Institut Gallup ausgewählt wurden. Themen waren sowohl Innen- als auch Außenpolitik. Von Beginn an standen die hohe Arbeitslosigkeit und die schwache US-Konjunktur im Mittelpunkt.

Die beiden Kandidaten treffen am 22. Oktober noch einmal in einer dritten Debatte aufeinander - dann in Florida. (APA, 17.10.2012)

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Jetzt mal ehrlich, Leute: dafür hat er sich auf Kosten der STeuerzahler für 100,000de Dollar in einem sündteuren Golfhotel eingemietet um diese Performance zu bieten?

Da hätte ein Zimmer im WH auch ausgereicht.

überraschung? oder mediale ignoranz?

bei aller zulässigen kritik an obama als präsidenten.
aber es steht außer zweifel, dass er ein genialer rhetoriker und wahlkampfstratege ist.

was da passiert ist dermaßen naheliegend, dass mich die berichterstattung hierzulande durchaus verwundert.

niemand hat romney zugetraut, gegen obama in einem duell zu bestehen. also konnte obama damit auch nicht wirklich was gewinnen.

es war logisch und zu erwarten, dass er das erste duell verliert, dass er im zweiten aggressiver wird und maximal leicht überlegen wirkt und das letzte duell wird er ihm um die ohren hauen.

nur so hat obama die möglichkeit wirklich von den duellen zu profitieren. alles andere hätte nur in "romney nicht ganz so schlecht wie erwartet" enden können.

Not gegen Elend

verdammt gute schauspieler... leider nur 20% wahrheitsgehalt in ihren aussagen.

Erinnert alles an Wrestling

Eine pure Show-Veranstaltung und es ist für die Weltgemeinschaft eigentlich fast bedeutungslos, welcher Flügel der US-Einheitspartei gewinnt und wer nun Oberindianer werden darf, da die wichtigen Entscheidungen eh von Leuten gemacht werden, die im Hintergrund die Fäden ziehen.

Das Stammtisch-Geplapper wirkt inzwischen reichlich weltfremd ...

a) Welche "Weltgemeinschaft"? Achso, "Volk" ist ja jetzt unmodern, dann sagma halt Welt?

b) Ja, die Reps und Dems ähneln einander durchaus -- es macht aber einen enormen Unterschied, ob ein überforderter Rep wie Bush an der Macht ist, Kriege startet, KZs baut, die Bürger überwacht, andere Nationen verärgert --- oder ob jemand wie Obama an Weltfrieden und nuklearer Abrüstung arbeitet.

c) Lass mich raten: Die Fädenzieher ... das ist die Finanzindustrie, genauer die jüdischen Banken, wäu brauchst eh nur schauen bei an Hollywood-Füm, die Judennamen da hinten, die tuan ja Amerika lenken und unsere Geschichtsbücher ... ?

Bush hat KZs gebaut?

Haben Sie überhaupt die geringste Ahnung was ein KZ ist?

Ich bin ein sehr Gegner jedes unpassenden KZ-Vergleichs, und halte es für eine Charakterlosigkeit, wenn PETA oder diverse Poster einen Bauernhof mit der Shoah gleichstellen.

Allerdings haben die KZ zunächst tatsächlich "nur" als grausames, sadistisches Gefängnis begonnen ...

... so wie Saualm oder Guantanamo.

Bald hatten nicht mehr ausgebildete Polizeibeamte (Gefängniswärter) das Sagen, sondern Dahergelaufene: Bei den KZ die Mörder und Schläger von der SS, bei Saualm eine blaune Securityfirma, Guantanamo Soldaten.

... ich will Bush nicht unterstellen, dass er Massenvernichtungslager geplant habe. Aber ein illegales Lager, wo Menschen gefoltert werden und wo Tote erwartet wurden, hat er bauen lassen - der Haider ja auch.

Amerika der 2 Parteien Staat

Liebe Red,

als Romney gewonnen hat, habt ihr das eindeutig beschrieben. Argumentativ nicht einwandfrei, aber doch den Fakten entsprechend.

Diesen Durchgangn hat Obama klar für sich entschieden. Und steht da was von einem Sieg Obamas?

Nein :) . Soll sich jeder seinen eigenen Reim darauf machen.

Das FS3 meint eher, daß die "wohlwollende" Be'ichterstattung für Romney eher genauso temporär und Absicht war, wie die -medial ausgeschlachtete- selbstinduzierte "Niederlage" Obamas in der ersten Runde…

…Daß diese Wahlk(r)ampfscharade eher ein internat.Match zw.Trilateraler und Neoconnonisten darstellt, u.nicht die Qual der Wahl zw.Not und Elend im Weißen Haus, hat das FS3 bereits lang und breit dargelegt…

http://derstandard.at/plink/134... 5/27970803



http://derstandard.at/plink/134... 5/27987972



http://derstandard.at/plink/134... 4/28337933

…wie das tatsächliche Schlammcatchen eher um die Position der zukünft.Außenministerin zw.Clinton u.Rice tobt:

http://derstandard.at/plink/135... 2/28474379

…Die Debatte selbst war mühsam, weil sie choreographisch viel z.sehr vorbestimmt war u.für eine tatsächlich aufkeimende Spontanität kaum Platz ließ.

Wie Catchen am Heumarkt. Nachher gehen alle zusammen auf ein Bier.

Kannst Du auch etwas anderes, als ...

... Dich immerzu nur selbst zu zitieren?

ah, wie sehr ich diesen Politiker-Sprech liebe...
1. Frage: Jugendarbeitslosigkeit. Was gedenken Sie dagegen zu tun?
Romney: Wir brauchen mehr Jobs. Und ich weiß genau, was man in diesem Fall tun muss. Wir müssen garantieren, dass jeder nach Abschluss seiner Ausbildung einen Job hat... wir brauchen mehr Jobs ect.

Antwort?

Naja, so eindeutig war der Sieg O.'s nicht, schon gar nicht, wenn man subtrahiert, dass er sich praktisch

"unter den Röcken" der Moderatorin versteckt hat, sprich: das Duell war zwei gegen einen.

Wir amüsieren uns zu tode.

Mal außen vor gelassen, wie viel der Präsident der USA wirklich in seinem Amt bewegen kann - allein die Tatsache, dass er (vom Großteil der Medien und Wähler) anhand seiner rhetorischen Schlagfertigkeit beurteilt wird, ist ein Armutszeugnis für _unsere_ Kultur. Da nehm ich Europa nicht aus, wir surfen schon auf der gleichen Welle.

Was ist aber daran ein Armutszeugnis?

Stimmt schon, die Fakten und Taten sind wichtiger.

Dennoch gab es das doch schon im alten Griechenland, dass Politiker nach Ihren rhetorischen Fähigkeiten beurteilt werden.

Ist z.B. für mich ein Grund, niemals Stronach zu wählen.

Aber Armutszeugnis?

LG,

Ri

"allein die Tatsache, dass er (vom Großteil der Medien und Wähler) anhand seiner rhetorischen Schlagfertigkeit beurteilt wird..." - ist das so? kannst du diese behauptung durch irgendwas untermauern?

Und, kannst du das Gegenteil belegen?

ich behaupte das gegenteil ja nicht, und dein posting zeugt von schlechtem stil.

Die Beurteilung durch die Wähler wird man (natürlich wieder nur massenmedial vermittel) am Wahltag sehen, da muss ich dir natürlich recht geben. Die Beurteilung durch die Medien beurteile ich selbst anhand der Medienberichte, die ich darüber gehört/gesehen/gelesen habe (standard.at, Ö1), basierend auf meiner subjektiven Erfahrungswelt ;)

Jetzt befind ma uns aber scho tief drin in der Materie, ich wollt ja nur meine Meinung kundtun, hehe ... ;)

ist mir jetzt auch zu tief drin, einigen wir uns auf "das passt scho"? :)

Ja, das passt scho.

Du demonstrierst gerade die postmoderne Aussage von Postman ungewollt ;) . Du verwechselst das Zehrbild, welches Medien liefern, mit der Realität ;) .

Welcher von beiden tanzt den besseren

gangnam style?

den wähl ich

scheinbar hta obama romney die erste debatte aus taktischen gründen überlassen, damit die big spender weioterhin romney unterstützen und nicht diverse senat - oder house-races unterstützen. jetzt siehts aus als ob zumindest im senat edie dems in der mehrheit bleiben.

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