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Wie Särge aus einem Wildwestfilm wirken die Kisten, in denen unter anderem gezeigt wird, worauf man bei so manchen Produkten zu achten vergisst.
Design-Ausstellungen sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Gut so. Aktuellstes Beispiel dafür, dass Design eben längst nicht mehr für blankpolierte Teekessel und aufdrapierte Sofalandschaften stehen soll, ist die Schau Werkzeuge für die Designrevolution im Wiener Designforum. Obwohl: Einen Sessel gibt's schon zu sehen. Einsam steht er auf einer Kiste und blickt Richtung Wand. Neben ihm, säuberlich aufgeschlichtet, all das, was in ihm steckt: ein Kanister mit vier Litern Rohöl, ein Haufen Kohlebriketts, 1,7 Kilo Eisen, 0,11 Kilo Salz, 0,86 Kilo Kalk, 0,89 Kilo Sand, 0,1 Kilo Nickel, 0,07 Kilo Chrom und 64 Kübel voller Wasser. Das aufzuzeigen reicht freilich kaum für einen Aufruf zur Revolution gegen Sesselfabrikanten. Die Revolution, auf die im Titel der Schau angespielt wird, ist eher eine theoretische, ein Aufmerksam-machen-Wollen auf das, was wir tun, wenn wir konsumieren und produzieren. Um daraus Konsequenzen zu ziehen.
Die Ausstellung, die vom IDRV (Institute of Design Research Vienna) in Kooperation mit designaustria auf die Beine gestellt wurde und weiters Pilotprojekte der Studios Breaded Escalope, Danklhampel und Spirit Design zum Thema zeigt, will als Labor mit verschiedensten Stationen verstanden werden.
An einer Wand prangt in großen Lettern eine Weltformel, die zeigt, wie viel Energie die Welt verbraucht und wie viel jedem Erdenbewohner davon zur Verfügung steht. Theoretisch. Dass dabei viele durch die Finger schauen, ist klar.
Am Eingang zur Schau gibt's fünf Flaschen mit Aufdrucken wie "zu Fuß", "öffentlich", "mit dem Fahrrad". Daneben ein Glas mit Holzperlen. So wird ermittelt, wie die Besucher ins Designforum gelangen. Neben der aufklappbaren Weltkugel von R. Buckminster Fuller steht eine weitere Kiste in Wildwestsarg-Optik. Darin finden sich ein Hammer, ein Schraubenzieher, ein Strommessgerät, eine Küchenwaage, ein Taschenrechner sowie ein Notzibrettl samt Stift. Diese einfachen Basiswerkzeuge sollen jeden Designer dazu befähigen, die Grundlage für eine aussagekräftige Lebenszyklusanalyse eines Produktes zu berechnen. Ein Ausstellungseck weiter gibt es große Metallkörbe zu sehen. Darin türmen sich alte Drucker, Kaffeemaschinen, die vom Wiener Demontage- und Recyclingzentrum im 14. Wiener Bezirk in ihre Einzelteile zerlegt wurden. Es überrascht, wie es den Ausstellungsmachern gelungen ist, all die Kramuri in einer ganz eigenen Ästhetik zu präsentieren.
Weiters werden Zukunftskonzepte ebenso thematisiert wie die Frage nach Kompostierbarkeit, so haben die Veranstalter tatsächlich ein T-Shirt verbuddelt und zeigen nun, was dabei nach fünf Wochen herauskam.
Apropos Abfall. Wer weiß, dass in Österreich jährlich 96.000 Tonnen Lebensmittel weggeworfen werden, was jedem vierten oder fünften Einkauf entspricht, oder dass ein Pkw in der Regel 98 Prozent seiner Lebenszeit nur in der Gegend herumsteht? Jeder, der aufmerksam durch diese Ausstellung geht.
Unterm Strich wird hier einmal mehr - und das auf besonders gelungene Art und Weise - klar, dass man auf Designer und Industrie schimpfen kann, wie man will, letztendlich aber der Konsument entscheidet, was er kauft und was nicht. Die Ausstellung schafft es, Denkprozesse auszulösen, Gedanken zu wecken, die es in Konsequenz ermöglichen könnten, Einfluss auf Produktionsprozesse auszuüben. Und das wäre dann wohl die eigentliche Revolution. An deren Beginn steht auch die ebenfalls im Designforum zu lesende Frage "Brauchst Du das?".
Heißer Tipp zum Schluss: Harald Gründl, Design-Revolutionsführer vom Büro Eoos, der gemeinsam mit Christina Nägele die Schau kuratiert hat, führt heute, am 19. Oktober, um 17 Uhr durch die Ausstellung. (Michael Hausenblas, Rondo, DER STANDARD, 19.10.2012)
"Werkzeuge für die Designrevolution", Designforum Wien, quartier 21, MQ; bis 4. 11.
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Die neuen Tische und Container aus Glas sind transparent, aber nicht zerbrechlich - Sie sorgen für überraschende Effekte und Durchblick, findet Heike Edelmann
Die Ausstellung "Home of the Future" im Berliner "Haus am Waldsee" zeigt, wie der Designer Werner Aisslinger die Zukunft des Wohnens sieht
Virtuelle Achsen und Diamanten: Auf der Baselworld zeigt die Branche, in welche Richtung das Uhrenjahr 2013 gehen wird
Im Design Museum London ist derzeit die Ausstellung "Design of the year 2013 Awards" zu sehen. Christian Schachinger war dort und merkte, dass nicht jeder Sessel zum Sitzen da ist
Mit gut 50 Veranstaltungen an 30 Tagen startet am Freitag in Graz der Designmonat 2013 - Michael Hausenblas hat sich umgehört, was auf die Besucher zukommt
Im Rahmen einer Sonderausstellung zeigten beim Salone in Mailand heimische Gestalter bzw. Unternehmen unter dem Titel "Austrian Design Details", was sie so draufhaben
Manche Designer widersetzen sich dem massenkombatiblen Geschmack und folgen konsequent dem eigenen Weg - Thomas Edelmann war in Mailand vor Ort
Kleinere Uhren, größere Stände, ein Ansturm der Medien und immer wieder China: Das bringt die Baselworld 2013 - Die größte Uhren- und Schmuckmesse der Welt öffnet in knapp einer Woche ihre Tore
Ob man angesichts der Tiermöbel von Chimère den Kopf schüttelt oder gleich ein Stück bestellt - heiter anzusehen ist die animalische Meublage des französischen Duos auf jeden Fall
Auf der Auftragsliste des Designers Nitzan Cohen stehen Kunden wie BMW, Diesel oder Authentics, gelernt und gearbeitet hat er bei Konstantin Grcic, und Design vergleicht er mit der Kunst eines Jongleurs - Franziska Horn hat den Gestalter in München besucht
Optische Qualität und funktionaler Anspruch sind die Maßstäbe dieser Einrichtungsgegenstände
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Der Schweizer Mario Botta entwarf Gebäude wie das Museum of Modern Art in San Francisco und gestaltete Alltagsgegenstände wie Wasserflaschen - Zum 70. Geburtstag besuchte ihn Michael Marek
Die Juristen Nicole Horn und Peter Daniel arbeiten seit 15 Jahren als Designer und beschäftigen sich vor allem mit dem Raumtyp Stube - Michael Hausenblas hat sie getroffen
Claudio Luti ist Architekt und Eigentümer des Design-Unternehmens Kartell - Thomas Edelmann sprach mit ihm über den Wert von Geschichte, Ikonen und den Ruf von Kunststoff
Immer mehr Möbel fallen durch ihren skulpturalen Charakter auf - Dieser ist mehr als nur ein Stilelement
Einen auf alt machen und Nagelneues künstlich angammeln gehört bei immer mehr Möbelproduzenten zum Programm
Endlich gibt es in Wien einen Ort, an dem Designobjekte präsentiert werden, die einem sonst meist nur in Magazinen unterkommen
Die Ausstellung "Isn't it romantic?" in Köln widmet sich unter anderem einer Definition von Design - Thomas Edelmann war vor Ort
Staubsauger-Tycoon James Dyson stellte in Hamburg einen Wasserhahn vor, der auch die Hände trocknen kann - Michael Hausenblas nutzte die Gelegenheit und fragte nach
Der Mode-Großmeister Issey Miyake entwickelte mit dem italienischen Leuchtenkonzern Artemide zehn Leuchten aus ehemaligen PET-Flaschen, die aussehen wie Wolken mit Ecken und Kanten
Neuheiten für die Küche sind primär Techniken, die nach dem Kochen für Ordnung sorgen
Peter Speake-Marin steuert sein eigenes kleines Uhrenmanufaktur-Schiffchen auf der rauen See der Uhrenbranche. 2013 will er einen stabileren Kurs halten
Modernes Glas ist bruchfest, biegsam oder färbt sich auf Knopfdruck dunkel wie eine Sonnenbrille. Das verändert die Gestalt von Elektronikgeräten und das Gesicht ganzer Städte, weiß Susanne Donner.
Es ist doch nicht die breite Masse die so etwas kauft. Wer hat denn schon das nötige Kleingeld sich so einzurichten. Das Zeug ist doch ziemlich teuer. Das ist etwas für Leute, die nicht wissen wohin mit dem Geld. Warum die sowas kaufen - keine Ahnung. Wahrscheinlich, weil sich sich hier abheben wollen.
Eine Wohnung sollte wohnlich sein und nicht wie ein steriles Zimmer aussehen, dass wie eine Abstellkammer wirkt. Da nutzen auch teuere Designelemente wenig. Also ich würde mich da nicht wohlfühlen. Es gibt durchaus moderne Wohnräume, die nicht kalt wirken. Aber in dieser soziapatischen Welt sind sogar die Wohnungen und Designs zum Teil ohne Wärme gestaltet. Kein Wunder, dass alles immer mehr verroht, wenn man sich seine Umwelt so kalt gestaltet.
Ich kann diesen Satz nicht mehr hören, denn er suggeriert erstens individuelle Wahlfreiheit, die es nicht gibt und zweitens schreibt er dem Konsumenten Macht zu (etwas an den bestehenden Verhältnissen zu ändern), die er nicht besitzt.
Kapitalismus funktioniert nicht wie eine Demokratie in der die Macht beim Volk (Konsumenten) liegt, sondern autoritär. Deshalb heißt es ja auch „Konsument“ weil dieser nur auf das passive konsumieren beschränkt wird. Die Macht liegt bei den Unternehmen mit dem maximalen Profit.
Design das dieses Machtgefälle nicht aufbricht ist nur trendige Oberflächengestaltung.
gebe dir recht mit der macht der profitorientierten unternehmen und dem einfluss ihrer lobbys auf die politik
ABER
ich bestimme wie ich leben will, und wenn ich für wegwerfschrott und das 100.t-Shirt und etwa konventionelle nahrunsgmittel und und und nicht mehr als "konsumentin" zur verfügung stehe, ändert das sehr wohl was. unterschätze die kritische masse nicht!
und auch der einfluss von designerinnen ist endenwollend, aber nur mehr das 100. sofa oder die nächste hülle zu gestalten ist sowas von überholt!
Wir sind in unserer ökonomisch geprägten Gesellschaft leider schon so weit entmündigt das wir uns einbilden müssen wir könnten mit Konsumentscheidungen die Welt retten. Genauso gut kann man sich auch einbilden mit der Fernbedienung das TV Programm mitzugestalten.
aber in der Regel wird die (kritische) Masse von Unternehmen (durch PR und Werbung) beeinflusst und nicht andersherum. „Wir werden von Personen regiert, deren Namen wir noch nie gehört haben. Sie beeinflussen unsere Meinungen, unseren Geschmack, unsere Gedanken.“ (Edward Bernays, Propaganda, 1928) Klingt nach Verschwörungstheorie, ist aber das Standardwerk der Public Relations.
Ich kann mich vielleicht entscheiden nicht die Krone zu kaufen oder kein RTL2 zu schauen aber was ändert das? Meinungsmacher sind hier nicht die Konsumenten die den Konsum verweigern sondern die Produzenten, die eine kritische Masse (die sich diesen Trash reinzieht) erst generiert. Dort muss man ansetzen, nicht am unteren Ende der Konsumkette.
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