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Aus der Trilogie Vintage 1945 Le Corbusier: La Chaux-de-Fonds, Paris, Marseille, limitiert auf fünf Exemplare Automatikkaliber Girard-Perregaux GP3300-0078, Gehäuse Roségold oder Edelstahl, Saphirglasboden.
Hoch oben in den Bergen des Schweizer Jura, nur ein paar Kilometer östlich von Frankreich, liegt La Chaux-de-Fonds. Klein, beschaulich, aber Geburtsstätte großer Namen sonder Zahl. Berühmte Uhrmacher sowieso, aber auch der Automobilbauer Chevrolet sowie der Dichter Blaise Cendrars, aber auch Charles-Édouard Jeanneret-Gris (1887-1965) - der Nachwelt besser bekannt als Le Corbusier, der Bilderstürmer und Säulenheilige der modernen Architektur.
La Chaux-de-Fonds blieb aller Beschaulichkeit zum Trotz vom Genius seiner Söhne nicht unberührt: Als das alte Dorf zu Beginn des 20. Jahrhunderts einer modernen Stadt wich, kam hier eine regionale Variante des Jugendstils zum Ausdruck. Dieser Style Sapin und der Erfindungsreichtum des städtebaulichen Konzeptes haben dazu geführt, dass La Chaux-de-Fonds 2009 zum Unesco-Weltkulturerbe ernannt wurde.
Le Corbusier hob nahezu alle architektonischen Grundsätze seiner Epoche aus den Angeln, was bei der Lektüre seiner Fünf Punkte zu einer modernen Architektur deutlich wird. "Das Haus ist eine Maschine zum Wohnen", zitiert ihn Karl Albert 1989 in seiner Philosophie der Kunst. Wenn man den Genius Loci darin sehen will, ist es wohl der Geist der Erfinder filigraner Maschinen, den dieses Konzept von Architektur atmet. Die Maschinen zur Zeitmessung umgaben ihn in seiner Jugend. Bevor er die Welt bereiste und von Argentinien über Stockholm und Venedig bis nach Moskau eindrückliche Gebäude entwarf, verbrachte der junge Charles-Édouard prägende Jahre in der städtischen Kunstschule von La-Chaux-de-Fonds, wo er eine Ausbildung zum Graveur und Ziseleur absolvierte.
Genau hier setzt auch die Le-Corbusier-Trilogie an, die von Uhrmachern bei Girard-Perregaux entworfen wurde, um die Arbeit des großen Modernisten abzubilden und neu zu interpretieren. Thematisiert werden drei Orte, die für den Architekten Heimat bedeuteten: La Chaux-de-Fonds, Paris und Marseille. Das Basismodell von Girard-Perregaux heißt Vintage 1945 - in Bezug auf das Jahr, in dem Le Corbusier eine seiner bekanntesten Schriften, Les trois établissements humains, veröffentlicht und sein Proportionsschema Modulor entwickelt hat.
Die "Vintage 1945 Le Corbusier - La Chaux-de-Fonds" präsentiert auf ihrem Zifferblatt die Reproduktion eines Basreliefs in Perlmutt in Anlehnung an die frühe Arbeit von Le Corbusier als Graveur und Ziseleur. Die größte Herausforderung bestand darin, die in der Originalarbeit verwendeten fünf Farben originalgetreu wiederzugeben. Die Fertigung eines einzigen Zifferblattes dauert sieben Tage.
Das zweite Modell, die "Vintage 1945 Le Corbusier - Paris" erinnert an Le Corbusiers Beitrag zur dekorativen Kunst, in dem er sich auf die Wirkung von Material konzentrierte, zum Beispiel die Kombination eines Stahlgerüsts mit Kuhhaut wie in der Chaiselongue von Le Corbusier. Das handgravierte Zifferblatt zitiert seine Anwendung von Licht sowie sein System Modulor, ein architektonisches Proportionsschema, das auf den menschlichen Maßen und dem goldenen Schnitt basiert. In Marseille baute Le Corbusier nach dem Krieg die Unité d'Habitation, einen kolossalen zwölfstöckigen Komplex aus rohem Beton, der 1600 Bewohnern Platz bot. Es folgten weitere ähnliche Gebäude in Frankreich sowie in Berlin. Unité d'Habitation war ein frühes Beispiel für die Anwendung des Proportionsschemas Modulor. Das Design und die Proportionen des Uhrenmodells "Vintage 1945 Le Corbusier - Marseille" sind eine Hommage an diese Theorie der Gestaltung. Für dieses letzte Stück der Trilogie hat Girard-Perregaux ein Zifferblatt aus Beton entwickelt. (Ines Kasparek, Rondo, DER STANDARD, 19.10.2012)
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