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Wann ist es an der Zeit, das erste Mal in den Wintermantel zu schlüpfen?
Es ist heute an der Zeit, die Mantelfrage zu stellen. Mit ihr ist man regelmäßig im Oktober, spätestens Anfang November konfrontiert, manchmal blöderweise auch schon im September. Die Mantelfrage ist ganz einfach und lautet folgendermaßen: Wann ist es an der Zeit, das erste Mal in den Wintermantel zu schlüpfen? Die einfache Antwort lautet: wenn die Temperatur danach verlangt.
Doch wie aufmerksame Leser dieser Kolumne vielleicht wissen, sind einfache Antworten bei Kleidungsfragen selten zu finden. Früher lautete die Regel: Frühestens zu Allerheiligen und spätestens zu Allerseelen. Das galt im besonderen, wenn der Mantel erstens neu und zweitens aus Pelz war. So warm konnte es in den ersten Novembertagen gar nicht sein, dass man seine neue Errungenschaft am Grab nicht vorführen wollte, wobei man natürlich bedenken musste, wo sich das Grab befindet.
Als eine Prager Dame einmal gefragt wurde, warum sie ihren neuen Nerz zwar nach Karlsbad, aber nicht nach Nizza mitnehme, begründete sie dies mit dem Hinweis, dass sie in Nizza doch gänzlich unbekannt sei. Diese Geschichte wurde in der Tante Jolesch verewigt, und man kann davon ausgehen, dass es sich mit neuen Mänteln auch heute noch so verhält. Was wir daraus lernen können?
Erstens: dass es von Vorteil ist, wenn die Angehörigen möglichst nahe am eigenen Wohnort begraben liegen. Und zweitens: Kauft man einen neuen Mantel, sollte man den alten nicht zu schnell entsorgen - falls es doch einmal schon vor Allerheiligen kalt wird. (Stephan Hilpold, Rondo, DER STANDARD, 19.10.2012)
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Für alle, die hier von immer milder werdenden Wintern faseln, hier einige Details von der Kältewelle Europas 2012:
Der Ort Kvilda im Böhmerwald notierte am 6.2 mit -39,4 die tiefsten Temperaturen M-Europas.
In O-Europa hatte es tagelang zwischen -25 und -35 Grad, in Korsika fielen 40cm Schnee, Schneechaos in Rom am 11.2., Kältewelle auf der gesamten Iberischen und Balkanhalbinsel inkl. Nordgriechenland mit etwa -25, Montenegro war bis Mitte Februar von der Außenwelt abgeschnitten, die Donau und andere große Flüsse waren zugefroren und unbefahrbar ... and so on.
In Wien hatte es im Februar zwölf Tage in Folge unter -10. Man organisierte ziemlich nervös zusätzliche Notschlafstellen für Obdachlose.
Alles vergessen?
"Drunter" bin ich oft gar nicht so warm angezogen (vor allem in der Übergangszeit nicht), aber "drüber" brauche ich eine ordentliche Schicht, die den Wind abhält. Halte ich mich den Winter über in Gegenden auf, die weniger/nicht wi(e)ndig sind, reicht eine dünne, kurze Jacke auch. Selbst wenn die Temperaturen dort viel niedriger sind als beispielsweise in Wien.
Warum das so ist? Keine Ahnung.
Aber nachdem mich mein "normales" Wintergewand nach meinem ersten Winter-Wienbesuch mit einer Nierenbeckenentzündung ins Krankenhaus gebracht hat (der für mich überraschende Wind ging leider durch und durch), trage ich in windigen Städten wie Wien oder München dicke Bollwerke gegen die zugige Kälte. Ist angenehmer als Erkältungen u.a. einzufangen ;-)
bei -15° in der Stadt spazieren zu gehen, im langen, warmen Mantel mit warmen Schuhen und Handschuhen und zuzusehen, wie blaugefrorene Nasen in Baumwollkitteln die Pobacken vor Kälte zusammenkneifen und versuchen, die frierenden Hände in Jeanstaschen zu stecken.- Aber zu Hause ein TV-Gerät der größten Art und ein Mobiltelefon der modernsten Art.- Schlechtes Wetter gibt es nicht, nur die falsche Garderobe!
um dann jedesmal daheim zu bleiben. Textilien sind schon so preiswert, daß sich nahezu jeder einen warmen Mantel leisten kann. Aber wenn der sehr modisch, womöglich auch noch teuer, eng geschnitten und kurz ist, wärmt er nicht so besonders.
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