Komm, gib mir deine Hand!

Jede Saison, behauptet die Mode, braucht Frau eine neue Tasche - Nadine Obermüller hat fünf heimische Schriftstellerinnen nach ihrem Lieblingsmodell gefragt

Doris Knecht

Ich brauche eigentlich keine zusätzliche Tasche - ich habe schon eine. Ich bin keine Taschen-Fetischistin, deshalb spielen Taschen auch in meinen Texten keine Rolle. Schuhe schon eher. Ich will nur eine perfekte Tasche, die gut aussieht und funktioniert. Diese Tasche ist schon seit Jahren die riesige, noch immer wunderschöne „Dinkum" der Wiener Leder-Designerin Ina Kent: Die eigentlich keine Tasche ist, sondern eine Ein-Zimmer-Wohnung zum Umhängen, in der alles Platz hat, was eine Frau so braucht, und für das, was im Laufe des Tages noch dazukommt. Sie sieht leer genauso gut aus wie voll, und mitunter findet man darin Dinge, die man schon seit einem Dreivierteljahr verzweifelt gesucht hat. Das ist erfreulich. Für elegantere Abendanlässe ist sie allerdings zu groß und zu lässig, deshalb würde mir als Zweittasche die zeitlose und nicht zu kleine Clutch von Bottega Veneta gefallen.

Letzter Roman: Gruber geht (Rowohlt Berlin)

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