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Die Probleme des Chefs und seiner Ministerkollegen kennt Manuel Valls nicht: In einer Umfrage des konservativen französischen Wochenmagazins Le point kommt der zumeist grimmig dreinblickende Sozialist Manuel Valls auf eine Zustimmungsquote von 57 Prozent - das ist Rang eins, noch vor den Gaullisten François Fillon und Alain Juppé, dem sozialistischen Pariser Bürgermeister Bertrand Delanoë und der Währungsfondschefin Christine Lagarde.
Nach dem Hauptgrund für den Erfolg des 50-jährigen Innenministers, der zum rechten Flügel des Parti Socialiste (PS) zählt, braucht man nicht lange zu suchen: Er greift hart gegen islamistische Terrornetze, illegal errichtete Roma-Lager und Drogenbanden in den Banlieues durch. Viele Gegner sehen in ihm einen neuen Nicolas Sarkozy. Auch der begann seinen Weg im Innenministerium.
Doch der Vergleich hinkt: Valls amtierte elf Jahre lang als Bürgermeister von Evry, einer Immigrantenvorstadt im Süden von Paris - das Gegenteil von Sarkozys Hochburg, dem Pariser Nobelvorort Neuilly-sur-Seine.
Auch der bekannte Journalist Hervé Gattegno meint, Valls sei "kein linker Sarkozy". Der medienbewusste Minister trete zwar gerne an Tatorten vor die Kameras. "Aber Valls kündigt keine neuen Gesetze an und poltert nicht gegen lasche Richter."
Als Valls kürzlich eine Razzia gegen Islamisten lancierte, warnte er gleichzeitig vor einer "Gleichsetzung" von Islam und Terrorismus; nein, er spricht von der "Armut und der Absenz von Anhaltspunkten" in den Vorstädten, die einen Nährboden für die Radikalisierung Jugendlicher bilden.
Valls redet Klartext. Er sieht die Probleme Frankreichs vielleicht präziser und distanzierter, weil er selbst von außen kommt: 1962 in Barcelona als Sohn eines Spaniers und einer Schweizerin geboren, wurde er erst mit 20 Franzose.
Er prangert die fast schon anarchischen Verhältnisse in Marseilles Armenquartieren genauso an wie die dortigen "Flics" (Polizisten), die konfiszierte Drogen und Diebesgut weiterverkaufen: Auch darin unterscheidet er sich von Sarkozy, der vor den Missständen in der französischen Polizei stets die Augen verschloss.
Trotz mehrerer Probleme mit der Parteiführung blieb Valls der Partei treu und wurde schließlich Hollandes Kampagnensprecher. In dieser Funktion hatte er maßgeblichen Anteil an dessen Wahl zum Staatspräsidenten - das Innenministerium war seine Belohnung.
Nun, fünf Monate später, sieht es für den Chef düster aus; Valls wird hingegen bereits als zukünftiger - und vielleicht baldiger - Premierminister gehandelt: Der blasse Jean-Marc Ayrault wird für Hollande immer mehr zur Hypothek. Und danach könnte Valls selbst den Elysée-Palast anvisieren. (Stefan Brändle, DER STANDARD, 17.10.2012)
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naja, er ist so wie fast alle Kabinettsmitglkieder ein guter Griff Hollandes.
Er hat aber auch jenes Resort, in dem man am raschesten punkten kann.
Finanzminister Moscovici hat's da natürlich schwerer. Der muss jetzt die Steuern erhöhen, um das von Sarko verplemperte Geld zurückzahlen zu können, und das mitten in einer Rezession.
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