Roland Kirchler soll Tirol retten

16. Oktober 2012, 19:08
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Neuer Trainer des Tabellenletzten der Bundesliga kommt vom Regionalligisten Wattens

Innsbruck - Der FC Wacker Innsbruck hat einen neuen Trainer: Roland Kirchler erhielt einen Vertrag bis Sommer 2014, gab das Schlusslicht der Fußball-Bundesliga am Dienstag bekannt. Kirchler tritt damit die Nachfolge von Walter Kogler an, von dem sich die in die Krise geratenen Tiroler vergangene Woche getrennt hatten. Die offizielle Präsentation findet am Mittwoch statt. Kirchler betreute zuletzt den Regionalligisten WSG Wattens, hat jedoch keine Erfahrung als Coach eines Bundesligisten vorzuweisen.

"Wir sind uns absolut sicher, dass er der richtige Mann für uns ist", versicherte Wacker-Obmann Kaspar Plattner, der zuletzt auch aufgrund der schleppenden Nachbesetzung des Trainerpostens in die Kritik geraten war. "Er ist ein junger, engagierter Trainer, der in Wattens sehr gute Arbeit geleistet hat." Auch der Ex-Innsbrucker Michael Streiter, derzeit Trainer von Zweitligist Horn, war als Kogler-Nachfolger im Gespräch. Eine Verpflichtung scheiterte jedoch offenbar an der fälligen Ablösesumme und der Ebbe im Innsbrucker Geldbörsel.

Nach zuletzt sieben Liganiederlagen in Serie kämpfen die Tiroler um den Klassenerhalt. Vier Punkte fehlen derzeit auf den Vorletzten Wr. Neustadt. Am Samstag (18.30 Uhr) geht es bei Kirchlers Premiere zu Hause gegen Ried. Plattner ist sich sicher, dass "wir gemeinsam die Trendwende schaffen und auch langfristig Erfolg haben werden".

Kirchler gewann als Spieler mit Wacker-Vorgänger FC Tirol zwischen 2000 und 2002 drei Meisterschaften in Serie. 2001 hätte er die Tiroler beinahe in die Champions League geschossen, sein Kracher in der Nachspielzeit des Wiederholungsspiels gegen Lok Moskau (1:0) landete an der Latte. Ein 2:0 hätte den Innsbruckern zum erstmaligen Einzug in die Königsklasse gereicht. In dieser, der erfolgreichsten Phase seiner Karriere erzielte der offensive Mittelfeldspieler in 268 Spielen 51 Tore. Im Nationalteam kam Kirchler 28 (5) Mal zum Einsatz.

2008 stieg er, zuerst als Spielertrainer, in Wattens ins Betreuertum ein. In der abgelaufenen Saison erreichte er mit dem Kooperationsclub der Innsbrucker als ungeschlagener Meister der Regionalliga West die Relegation um den Aufstieg in die Erste Liga, zog aber gegen Streiters Horner deutlich den Kürzeren. "Es war mit Roland immer vereinbart, dass wir ihm keine Steine in den Weg legen würden", erklärte WSG-Obmann Klaus Haim nun zu seinem Abschied. (red/APA - 16.10. 2012)

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    Roland Kirchler kann angesichts der Lage von Wacker Optimismus gebrauchen.

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