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Der Kärntner Theatermacher Herbert Wochinz 86-jährig gestorben.
Klagenfurt - Der Kärntner Theatermacher, Schauspieler und langjährige Intendant des Klagenfurter Stadttheaters wie der Komödienfestspiele im Schloss Porcia, Herbert Wochinz, ist Dienstagfrüh im Klinikum Klagenfurt im Alter von 86 Jahren gestorben. Eine Sprecherin des Stadttheaters bestätigte einen entsprechenden Bericht des Online-"Kurier". Wochinz brachte die französische Avantgarde nach Österreich und hatte zugleich eine Leidenschaft für die Komödie.
Nach dem Schauspielstudium am Wiener Max-Reinhardt-Seminar ging der am 15. November 1925 in Villach geborene Wochinz 1950 nach Paris, wo er unter anderem mit Marcel Marceau zusammentraf. Wieder zurück in Österreich gründete er 1958 das Theater am Wiener Fleischmarkt, inszenierte aber auch am Tonhof im Kärntner Maria Saal, dem Sitz der Familie Lampersberg. Die Thomas Bernhard-Stücke "Die Erfundene", "Rosa" und "Frühling" wurden dort 1960 unter seiner Regie uraufgeführt.
Ein Jahr nach seiner Bernhard-Erfahrung rief Wochinz die Komödienspiele im Schloss Porcia ins Leben. Von 1968 bis 1992 war er Intendant des Klagenfurter Stadttheaters. Danach führte er ein eher zurückgezogenes Leben.
Mühelos und beinahe selbstverständlich entwickelte Wochinz Feingefühl für die Avantgarde, lebte aber auch gleichzeitig für Komödiendichter wie Feydeau und Moliere. H.C. Artmann - noch ein enger Freund - hieß damals das Bindeglied zwischen diesen zwei Welten, er hatte die meisten Texte der beiden Franzosen übersetzt. Doch nicht nur die Regie, auch mit seinem schauspielerischen Talent erfuhr Wochinz offizielle Anerkennung: Armand Gattis Film "L'Enclos", in dem Wochinz vor der Kamera gestanden hatte, erhielt 1961 in Cannes die Goldene Palme. (APA, 16.10.2012)
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